Fußball Nicht mal Zeit zum Wunden lecken

Jasko Suvalic gestikuliert wild. Der SC-Trainer hat sich auch am Donnerstag noch schwarzgeärgert über das Pokal-Aus.
Jasko Suvalic gestikuliert wild. Der SC-Trainer hat sich auch am Donnerstag noch schwarzgeärgert über das Pokal-Aus. © Foto: Thomas Madel
Geislingen / Thomas Friedrich 31.08.2018
Das Pokal-Aus nagt noch an Trainer Jasko Suvalic. Am Samstag wartet das Derby gegen den TSV Bad Boll auf den SC Geislingen.

Manchmal überholen die Ereignisse sämtliche guten Vorsätze. SC-Trainer Jasko Suvalic hatte sich fest vorgenommen, das Ergebnis des WFV-Pokalspiels gegen Verbandsligist Calcio Leinfelden-Echterdingen am Mittwochabend gelassen zu nehmen. Es ist ihm  nicht gelungen, weil seine Mannschaft „ein hervorragendes Spiel“ abgeliefert und der Coach sich über die völlig überflüssige 2:3-Niederlage daher schwarzgeärgert hat.

Vom starken Auftritt blieb am Ende nur Frust. Die 90 Minuten haben „viele Körner gekostet, zwei Spieler sind angeschlagen und der Ertrag ist gleich null“, bilanziert Suvalic das Aus in Runde drei des WFV-Pokals. Das einzig Positive war für ihn die Reaktion des Publikums, „die Zuschauer waren begeistert“, beschreibt er die Stimmung im Eybacher Tal.

Die Mannschaft hat „nicht viel falsch gemacht“, sagt der Trainer. Manches aber doch, sonst hätte sie nicht verloren. Der schludrige Umgang mit Großchancen war ein Grund für die Niederlage, der andere eine „zu große Gier“. Die Geislinger sind selbst bei 2:1-Führung „noch wild nach vorne gerannt“ und damit in ihr Verderben, klagt Suvalic.

Die Schnelllebigkeit des Fußballs überfordert gelegentlich  ihre Protagonisten. Suvalic wünscht sich ab und an etwas Entschleunigung. Am Samstag um 15.30 Uhr kommt schon der TSV Bad Boll zum Landesliga-Derby, am Donnerstagnachmittag war dem SC-Coach gar nicht danach. Suvalic hing in Gedanken dem Pokalspiel nach, war „überhaupt nicht fokussiert“ auf Bad Boll. Das hat sich am Abend geändert, als sein Team zum Regenerationstraining antrat. Der Physiotherapeut hatte „alle Hände voll zu tun“, Suvalic hätte „sogar zwei Physios gebrauchen können“.

Mit Yasin Ceküc, Sven Sönmez und Dominik Schöll mussten drei vom Pokalspiel angeschlagene Spieler behandelt werden, „der Rest war einfach platt“, begründet Suvalic die lockere Einheit am Donnerstagabend. Das dürfte sich bis Samstag ebenfalls ändern. Der Coach kennt seine Pappenheimer, von denen verzichtet keiner freiwillig auf ein Derby. Die melden sich garantiert alle fit, letztlich muss „der gesunde Menschenverstand entscheiden“, sagt Suvalic. Einige spezielle Kandidaten gedenkt er notfalls dreimal zu fragen, ob sie wirklich bereit sind.

Änderungen in der Startelf plant der Coach unabhängig davon. Nico Orlando hatte seine muskulären Probleme schon am Mittwoch auskuriert und gab gegen Calcio ein Kurz-Comeback. Der Angreifer, der in zwei Ligaspielen viermal getroffen hat, steht ebenso sicher in der Startformation wie Tobias Müller, falls der nach einem Schlag aufs Knie Entwarnung gibt. Der erfahrene Innenverteidiger ist bei Suvalic „absolut gesetzt“. Mit ihm wären die Geislinger im Pokalspiel vermutlich hinten weniger anfällig gewesen.

Mit Müller soll die Defensive auch am Samstag stehen, damit sich der Trainer nicht nach dem Spiel wieder über das Ergebnis schwarzärgert.

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