Fußball Nachsicht mit den Fehlern der Jugend

Janis Lövesz behauptet den Ball. Er kehrt in die FTSV-Startelf zurück.
Janis Lövesz behauptet den Ball. Er kehrt in die FTSV-Startelf zurück. © Foto: Thomas Madel
Kuchen/Geislingen / Thomas Friedrich 15.09.2018

Gemeinhin zählt Martin Braunmiller zu den Zeitgenossen, die nach vorne blicken. Diese Woche macht er mal eine Ausnahme. Das 2:4 seines FTSV Kuchen bei Aufsteiger FC Rechberghausen, die erste Saisonniederlage in der Bezirksliga, ärgert den Trainer auch Tage später „immer noch“. Die Pleite fällt in die Kategorie, über die sich Trainer stets noch lange grämen. „Weil sie unnötig war“, erklärt Braunmiller.

Seine Schützlinge haben „nicht alles abgerufen“, zu viele Fehler gemacht und Torchancen vergeben. Große Vorwürfe macht Braunmiller seiner jungen Mannschaft nicht. Solche Spiele „gehören auch zu unserer Entwicklung“, sagt er. Der Auftritt in Rechberghausen war der erste schwächere, nachdem die Seinen aus den ersten drei Partien unerwartet sieben Punkte gesammelt hatten. Die Kuchener müssen sich in der Bezirksliga auf „viele 50:50-Spiele“ einstellen,  davon können sie „nicht alle gewinnen“, erklärt der Trainer nachsichtig.

Morgen um 15 Uhr kommt mit dem TSV Neckartailfingen ein Gegner ins Ankenstadion, der zuletzt einen Titelkandidaten 4:2 bezwungen hat. „Wer Deizisau schlägt, der muss was können“, befürchtet Braunmiller eine schwere Aufgabe. Um die zu lösen, müssen die Seinen „wieder an hundert Prozent rankommen“. Außer Niklas Klement und Sascha Blum steht der komplette Kader zur Verfügung. Zudem kehrt der vorige Woche fehlende Janis Lövesz  zurück. Nach seinem starken Auftritt gegen Dettingen „wird er sicher beginnen“, legt sich Braunmiller fest.

Esslinger vermisst die Balance

Vier Spiele, sechs Punkte – mit einem Heimsieg gegen Neuling ASV Eislingen könnte der SC Geislingen II oben andocken. Trainer Björn Esslinger will davon nichts wissen. In der in dieser Saison extrem stark besetzten Kreisliga A 3 geht es für die meisten Teams nur darum, „nicht unten reinzurutschen“.

Wie Kollege Braunmiller eine Etage höher gebietet auch Esslinger über eine weitgehend unerfahrene Mannschaft. Die fehlende Cleverness machte sich in den beiden bisherigen Heimspielen bemerkbar, die der SC nach geglückter Aufholjagd jeweils in letzter Minute noch verlor. „Wir sind eine U 23, das merkt man halt manchmal“, erklärt Esslinger den Übereifer der Seinen, die im Streben nach dem Siegtor in Konter liefen.

Esslinger attestiert seinen Zöglingen Fitness und Moral, er vermisst allein die Balance. „Wir müssen Stabilität reinkriegen“, fordert er. Hinderlich ist dabei das längere Fehlen von Abwehrchef Heiko Mühlhäuser, Esslingers „Steuermann hinten drin“. Da Nicholas Mann erst ins Training eingestiegen ist, sucht der Coach Innenverteidiger, die den Laden dicht halten. Vielleicht gibt’s eine Anleihe aus dem Landesligateam.

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