Fußball-Oberliga Morgendliches Üben zahlt sich umgehend aus

Gmünd / Andreas Böhringer 13.08.2018
Dank Kevin Dicklhubers Treffer feiert der SV Göppingen einen nach Torchancen glücklichen 1:0-Sieg bei Normannia Gmünd.

Zum Oberliga-Auftakt beorderte SV-Trainer Gianni Coveli mit Innenverteidiger Marvin Leonhardt und Tarik Serour, der auf dem linken Flügel agierte, zwei Neuzugänge in die erste Elf, die er in einem klassischen 4-4-2 anordnete. Aufsteiger Normannia Gmünd setzte auf die gleiche Grundformation, stand aber tiefer gestaffelt und überließ dem Sportverein die Initiative, der im Anschluss an einen Abwehrfehler durch Max Ziesche die große Möglichkeit zur frühen Führung verpasste (6.).

Fortan sahen die 800 Zuschauer im Schwerzer-Stadion eine Partie, die die Gäste mit ihrer größeren Routine und individuellen Qualität kontrollierten, dabei aber im Aufbau und Defensivverhalten einfache Fehler produzierten, die der Mannschaft von Holger Traub gute Torchancen ermöglichten. Die Räume, die sich im Rücken der hochstehenden SV-Viererkette ergaben, wussten die Gastgeber um den antrittsstarken Ex-Göppinger Francis Ubabuike zu nutzen. Fabian Kolb scheiterte freistehend an SV-Keeper Rombach (9.), Ubabuike zielte zunächst zu hoch (20.) und hatte nach einem einfachen Leonhardt-Ballverlust Rombach bereits überwunden, doch Oli Stierle kratzte den Ball von der Linie (41.).

Bei diesen Szenen hatten die Rot-Schwarzen das Glück auf ihrer Seite, führten zu diesem Zeitpunkt aber bereits. Kevin Dicklhuber hatte nach einer sehenswerten Freistoß-Variante zum 0:1 getroffen (27.). „Das haben wir heute morgen einstudiert“, jubelte der Torschütze über das Zusammenspiel mit Serour und Botta, das beim morgendlichen Anschwitzen an der Hohenstaufenstraße eingeübt wurde. Es sollte das Tor des Tages sein, was den Linksfuß besonders freute: „Das ist in einem Derby vor solch einer Kulisse natürlich umso schöner. Es war ein verdienter Sieg.“

Nach dem Wechsel änderte sich an den Ballbesitzverhältnissen zunächst wenig und die Gmünder rückten trotz Rückstands von ihrer abwartenden Haltung nicht ab, wie Coveli anmerkte. Da die Gäste mit der Führung im Rücken auch nicht mit aller Macht den Weg nach vorne suchten, spielte sich das Geschehen größtenteils im Mittelfeld ab. „Wir haben erwartet, dass die Normannia trotz Rückstand nicht vorne drauf geht. Wir hätten das 2:0 drauf setzten müssen, waren aber nicht konsequent und genau genug, da fehlte uns die Coolness“, ergänzte der Göppinger Übungsleiter, der nach einem gefühlvollen Heber von Mayer über die Abwehr eine weitere Großchance durch Ubabuike sah (74.).

Coveli einfach „glücklich“

Ansonsten gestattete die nunmehr aufmerksame Göppinger Hintermannschaft den anrennenden Gastgebern keine zwingenden Abschlüsse mehr, gezittert werden musste bei den vielen hohen Bällen in den Strafraum aber trotzdem. „Es kam nochmal Hektik in die Begegnung, teils kochten im Derby die Emotionen hoch und wir verloren die Übersicht. Normannia agierte mit der Brechstange, das haben wir eigentlich gut verteidigt, aber passieren kann bei solchen Aktionen trotzdem immer etwas“, fasste Trainer Coveli die Schlussphase zusammen. In der verpassten Michael Wende und Tarik Serour bei einer Doppelchance die vorzeitige Entscheidung (81./82.).

So blieb es beim knappen Erfolg für die Göppinger, der aufgrund der reiferen Spielanlage insgesamt verdient war. „Ich bin glücklich“, gab ein erleichterter Coveli nach über fünfminütiger Nachspielzeit zu Protokoll.

Bereits am morgigen Dienstag um 18.30 Uhr gastiert der Sportverein zur zweiten WFV-Pokal-Runde bei Landesligist FC Ostrach.

Normannia Gmünd: Ellermann – Iatan, Stölzel, Fröhlich, Lämmle, Kolb, Gnaase, Kianpour, Schmid (77. Bauer), Mayer, Ubabuike.

SV Göppingen: Rombach – Kotiukov, Stierle (70. Cerimi), Leonhardt, Osipidis, Serour, Dicklhuber, Schwarz (75. Frank), Renner (70. Kadrija), Ziesche (70. Wende), Botta.

Tor: 0:1 Dicklhuber (27.)

SR: Joshua Zanke (Neulingen).

Zuschauer: 800.

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