Göppingen Sportverein kommt mit Wut und Wucht zurück

Göppingen / Andreas Böhringer 20.08.2018
Mit großem Kämpferherz und einer Portion Glück rettet der SV Göppingen nach schwacher Leistung ein 3:3.

Nach dem 1:0-Erfolg bei Normannia Gmünd nahm Gianni Coveli größere interne wie externe Umbaumaßnahmen in der Startformation des Oberligisten vor. Marvin Leonhardt agierte als Rechtsverteidiger, von wo Pavlos Osipidis in die Mittelfeldzentrale ging und Kevin Dicklhuber in den Sturm rutschte. Für Max Ziesche, Michael Renner und Iurii Kotiukov rückten Simon Frank, Marc Mägerle und Chris Loser neu in die Elf, doch diese Umstellungen hatten nicht den gewünschten Effekt, ganz im Gegenteil: nachdem Botta aus zentraler Position drübergeschossen hatte (3.), lief bei den Rot-Schwarzen nichts mehr zusammen.

Im Mittelfeld klafften riesige Löcher, die Abwehrreihe verlor viele Zweikämpfe und kam wiederholt zu spät und es wurde eine Vielzahl an Fehlpässen und Ballverlusten produziert. Der Doppelschlag durch das starke Sturm-Duo der Gäste war folgerichtig: Albert konnte nach einer Ecke unbedrängt einköpfen, Barini erhöhte aus abseitsverdächtiger Position auf 0:2.

Der Sportverein war nun völlig von der Rolle und die Gäste hätten die Partie in dieser Phase bereits entscheiden können, doch gegen Barini, der  zentral aus sieben Metern freie Schussbahn hatte (28.), sowie Klotz parierte Rombach hervorragend (31.). „Wir haben einfache Tore bekommen. Als Kollektiv waren wir nicht kompakt genug“, analysierte SV-Sturmführer Domenico Botta das schwache Defensivverhalten, wobei die Offensivbemühungen kaum besser waren: „Unsere fußballerische Leistung war nicht gut.“

Es spricht für die Coveli-Truppe, dass sie trotz des Zwei-Tore-Rückstands und den erkennbaren Problemen, Zugriff auf Gegner und Spiel zu finden, nicht aufsteckte. Nach Foul an Osipidis verkürzte Botta vom Punkt (34.) und der Glaube kehrte bei den Göppingern zurück. Einige hart geführte Zweikämpfe, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, rüde Fouls mit anschließender Rudelbildung und dementsprechend aufgebrachter Stimmung von den Rängen gaben dem Geschehen einen neuen Verlauf. In der hitzigen Begegnung setzte der Sportverein voll auf die Kombination aus Wut und Wucht und ließ sich auch vom 1:3 durch Barini, der nach einem Konter und schöner Islamaj-Vorarbeit traf, nicht unterkriegen (47.). Nach der gelb-roten Karte agierten die Gastgeber über eine halbe Stunde in Überzahl und nutzten diese in der Schlussphase aus. Nachdem Dicklhuber (65.), Serour (73.) und Wende (78.) den Anschluss noch verpasst hatten, hatte der Sportverein das Glück des Tüchtigen und NSU-Keeper Susser ließ einen Schuss von Kevin Dicklhuber, dem Besten in Rot-schwarz, durch die Hände rutschen (79.). Angetrieben von den lautstarken Fans glich Botta per Kopf nach einer Freistoß-Flanke aus (86.), Serours Volleykracher parierte Susser stark, den Abpraller köpfte Renner aus sechs Metern neben das leere Tor (89.). Ein Sieg wäre mit dieser Leistung des Guten zu viel gewesen, doch das Remis wurde mit aufopferungsvollem Kampf verdient. „Danke an die Fans, sie haben uns nach vorne getragen“, sagte ein glücklicher Domenico Botta und war von der Einstellung begeistert: „Wenn man aus solch einem Spiel einen Punkt mitnimmt, dann muss man sagen ‚Respekt‘. Das war nur durch Moral und Teamgeist möglich. Diese Mentalität von heute wird uns für die ganze Saison gut tun“, nahm der Vize-Kapitän das Positive mit. Vor dem Spiel des Jahres bei den Stuttgarter Kickers gilt es allerdings, die mit zahlreichen Fehlern durchsetzte Vorstellung kritisch aufzuarbeiten.

SV Göppingen: Rombach – Frank, Stierle, Mägerle (72. Özcan), Leonhardt, Serour, Osipidis (52. Ziesche), Schwarz (57. Renner), Loser (70. Wende), Dicklhuber, Botta.

Neckarsulmer Sportunion: Susser – Seybold, Schmelzle, Klotz, Gotovac (72. Romano), Gebert, Neupert, Schneckenberger, Islamaj (66. Ayvaz), Albert (61. Kappes), Barini (87. Demir).

SR: Stefan Fimpel (Bad Wurzach).

Gelb-Rot: Klotz (59., wdh. Foul).

Tore: 0:1 Albert (22.), 0:2 Barini (27.), 1:2 Botta (34., FE), 1:3 Barini (47.), 2:3 Dicklhuber (79.), 3:3 Botta (86.).

Zuschauer: 600.

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