Einen wahren Krimi erlebten die Zuschauer im Bollwerkstadion. Was für den neutralen Beobachter sicherlich seinen Reiz hatte, versetzte den Bad Boller Anhang in eine fast nicht auszuhaltende Leidenszeit mit einem letztendlich glücklichen Ausgang.

Die schon lange als Absteiger feststehenden Gäste waren hochmotiviert und machten dem TSV das Leben schwer. Bereits nach drei Minuten jubelten sie zum ersten Mal. Die Bad Boller Abseitsfalle schnappte nicht zu, Semih Ses erzielte mit einem platzierten Flachschuss gegen den chancenlosen Keeper Felix Lache das frühe 0:1. Bad Boll brauchte gut zehn Minuten für eine Antwort. Zunächst klärte nach Direktabnahme von Martin Jux ein Bargauer für seinen bereits geschlagenen Torhüter auf der Linie (14.), ehe eine Minute später Max Pradler nach kluger Vorarbeit von Jux den Ausgleich markierte. Die Partie nahm weiter Fahrt auf. Bargau setzte seine hochengagierte Leistung fort und belohnte sich  in der 27. Minute mit der erneuten Führung durch Oliver Istel. Nur eine Minute später bediente Daniel Zuljevic Sturmkollege Pradler, der mit  einem platzierten Flachschuss zum 2:2 traf. Beide Mannschaften vergaben vor der Pause einige weitere Möglichkeiten.

Nach Wiederbeginn agierte Bargau zunächst aus einer stabileren Defensive. Der TSV brauchte bis zur 61. Minute, um diesen Abwehrriegel zu knacken. Sebastian Aust setzte Pascal Hartmann in Szene, dessen Schuss aus kurzer Distanz klärte Torhüter Andreas Krieg per Glanztat zur Ecke. Danach hatte Bad Bolls Trainer Manuel Doll ein glückliches Händchen mit der Einwechslung von Hansjörg Aust. Drei Minuten später stand der Joker goldrichtig. Krieg ließ einen Schuss von Alessandro Nicastro prallen und Aust staubte zum 3:2 ab (72.).

Doch auch dieser Treffer brachte keine Ruhe in das Bad Boller Spiel. Zunächst kam Bargau zu einem Aluminumtreffer nach einem verunglückten Flankenversuch (74.), ehe in der 81. Minute dann doch noch der 3:3-Ausgleichstreffer für Germania fiel. Die Gastgeber warfen in den noch verbleibenden gut zehn Minuten alles nach vorne und wollten mit aller Macht den Sieg. Nur eine Minute nach dem Ausgleich brannte es im Strafraum der Gäste lichterloh, nach einer Flanke von Hartmann kam zuerst Hansjörg Aust zum Schuss und danach nochmals Nicastro, beide scheiterten knapp (82.).

In der 84. Minute parierte Torhüter Krieg einen Seitfallzieher von Pradler und den Nachschuss von Matthias Aust. Kurz vor dem Schlusspfiff gelang dem TSV doch noch der Sieg, an den viele der 100 Zuschauer schon nicht mehr geglaubt hatten. Wieder war Hartmann nicht zu halten, diesmal verwandelte Pradler seinen klugen Querpass mit seinem dritten Treffer zur 4:3-Führung (89.), ehe in der Schlussminute nach Vorarbeit von Bruder Sebastian Aust Hansjörg Aust mit seinem zweiten Treffer den 5:3-Endstand herstellte.

TSV Bad Boll: Lache – Philipp, Ammon, Kivotidis, Topolovec, Sebastian Aust, Persch (63. Nicastro), Jux (69. Hansjörg Aust), Falzone (83. Matthias Aust), Zuljevic (59. Hartmann), Pradler.