Die Landesliga-Fußballer des TSV Bad Boll gewannen beim Tabellenzweiten SV Bonlanden völlig überraschend mit 1:0 (0:0). Dabei musste der Abstiegskandidat nach gelb-roter Karte gegen Devid Philipp in der 44. Minute die komplette zweite Hälfte in Unterzahl spielen.

Im ersten Durchgang waren Chancen Mangelware. Die beste Möglichkeit hatte der Gastgeber. Nach Flanke von Mike Baradel köpfte Ugur Yilmaz in zentraler Position knapp neben den Bad Boller Torpfosten (18.).

Bad Boll kompensierte die Unterzahl geschickt, Bonlanden erhöhte zwar den Druck, doch klare Möglichkeiten blieben weiterhin Mangelware. Die 150 Zuschauer im Stadion an der Humboldtstraße sahen weiterhin eine ausgeglichene Partie, in die Bad Boll immer besser hineinfand. Die erste gute Möglichkeit für den Gast hatte Max Pradler, der von der Strafraumgrenze zentral knapp über die Querlatte ­zielte.

Bonlanden kam in der 61. Minute durch einen Kopfball von Nico Presthofer zu einer weiteren Chance, Torhüter Lache parierte im Nachfassen. In der 73. Minute setzte der Tabellenzwölfte das erste Ausrufezeichen: Alexander Persch zog volley aus 16 Metern ab und zwang Bonlandens Torhüter Luca Wiedmann zu einer Glanzparade. Wäre das zentrale Geschoss einen Meter links oder rechts eingeschlagen, hätte der Keeper der Gastgeber wohl keine Chance gehabt, die Bad Boller Führung zu verhindern.

Traumtor von Sebastian Aust

Diese wurde dann aber in der 82. Minute doch noch wahr: Kapitän Sebastian Aust erzielte mit einem direkt verwandelten Freistoß aus mehr als 30 Metern unter die ­Latte des Bonlandener Gehäuses das 0:1.

Der Gastgeber warf jetzt alles nach vorne, um wenigstens noch einen Punkt zu sichern. Daraus resultierten aber keine weiteren Chancen – im Gegenteil: Nach einem Bad Boller Konter bediente der eingewechselte Martin Jux per Flanke Max Pradler, dessen Volleyabnahme entschärfte wieder Keeper Luca Wiedmann mit einer Glanzparade.

Kurz vor dem Schlusspfiff ­gewann Matthias Aust das Laufduell mit seinem Gegenspieler, auch er fand im herauseilenden Wiedmann seinen Meister. So blieb es am Ende bei einem alles in allem verdienten Bad Boller Aus­wärtssieg. Adolf Schöllkopf

TSV Bad Boll: Lache – Kivotidis (56. Niccastro), Topolovec, Ammon, Philipp, Martorelli (56. Jux), Sebastian Aust (86. Matthias Aust), Hansjörg Aust, Hartmann, Persch, Pradler (90. Falzone).