Fußball Kreativität von Trainer Coveli ist gefragt

Göppingen / Andreas Böhringer 12.10.2018
Trotz der Ausfälle zählt für Oberligist SV Göppingen am Samstag in Spielberg nur ein Sieg.

Für Oberligist SV Göppingen kann am Samstag, 15.30 Uhr, beim Vorletzten SV Spielberg das Ziel nur drei Punkte lauten. An der nötigen Offensiv-Power feilt Coach Gianni Coveli indes noch.

Anfang September, nach dem Heimerfolg über CfR Pforzheim, bezeichnete Gianni Coveli Oliver Stierle, Kevin Dicklhuber und Domenico Botta als unersetzlich. Die Routiniers spielen immer und sind Fixpunkte: Stierle als Abwehrchef, Dicklhuber als Taktgeber im Mittelfeld und Botta als Torjäger. Die Positionen um das Trio herum besetzt Coveli je nach Gegner, Form und taktischer Ausrichtung. Umso härter traf es die Rot-Schwarzen, als sich Botta in Backnang schwer am Knie verletzte. Nach der OP vergangene Woche scheint klar, dass der 30-Jährige in dieser Saison nicht mehr auflaufen kann.

Botta zählte seit der Rückrunde zu den besten Angreifern der Oberliga und nach dem Abgang der schnellen Flügelstürmer Shaibou Oubeyapwa und Francis Ubabuike war das Göppinger Angriffsspiel mehr denn je auf den robusten Rechtsfuß ausgerichtet. Wie kein anderer Offensivakteur im SV-Kader kann Botta mit dem Rücken zum Gegner die Bälle kontrollieren und die Mitspieler einsetzen. Daneben zeichnete ihn ein ausgeprägter Torriecher aus.

„Seine Qualität hat uns gefehlt, wir können Botta nicht ersetzen“, gab Coveli nach dem torlosen Remis gegen Villingen zu Protokoll. Der SV-Coach versucht, Abhilfe zu schaffen, doch solche Umstellungen gelingen nicht von heute auf morgen. „Wir müssen unser Spiel anders aufstellen“, erklärt der A-Lizenz-Inhaber und setzte in Ravensburg auf eine Doppelspitze mit Michael Renner und Tarik Serour sowie Dicklhuber auf der Zehn. Gegen Villingen gab es einen Drei-Mann-Sturm mit Ziesche, flankiert von Renner und Kotiukov, wobei Ziesche in der Angriffsmitte kaum Unterstützung erhielt und sich nicht durchsetzen konnte. Da mit Nebih Kadrija und Tarik Serour weitere Kräfte, die für Überraschungsmomente sorgen können, fehlten, blieb in der Offensive vieles Stückwerk, was auf der Tribüne zu Unmutsäußerungen führte. „Wir brauchen Geduld von den Zuschauern“, fordert Coveli zurecht, denn kämpferisch gingen seine Schützlinge ans Limit. Mit Ender Özcan, Anthony Coppola und Michael Wende wechselte Coveli drei Offensive ein, die aber keine größere Wirkung erzielen konnten. Auf dem Transfermarkt, abgesehen von vereinslosen Spielern, könnte erst in der Winterpause reagiert werden, doch dies ist schwierig.

Klar ist vor allem: Akteure vom Kaliber eines Domenico Botta wachsen nicht auf den Bäumen. So wird sich Coveli auf seine oft nachgewiesene Fähigkeit, kreative Lösungen zu finden, verlassen müssen. Andreas Böhringer

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