Göppingen/Stuttgart „Mega-Dusel“: Kickers schlagen SV

Enttäuschte Göppinger Spieler nach der 0:1-Niederlage bei den Stuttgarter Kickers..
Enttäuschte Göppinger Spieler nach der 0:1-Niederlage bei den Stuttgarter Kickers.. © Foto: Peter Poller
Göppingen/Stuttgart / Andreas Böhringer 27.08.2018
In einer intensiven Begegnung hatte der SV Göppingen beim 0:1 bei den Stutgarter Kickers die Chance auf ein Remis.

Für das Spiel des Jahres bei den Stuttgarter Kickers wählte SV-Trainer Gianni Coveli eine nominell sehr  defensive Formation und setzte gegen die physisch starken Gastgeber auf körperliche Robustheit. Vor einer Fünferkette agierten Cerimi und Schwarz als Abfangjäger, für die Offensive war das Trio Dicklhuber, Serour und Botta zuständig.

Da auch die Blauen zunächst abwartend auftraten, gab es außer einer Kontergelegenheit, die Stierle gegen Klauß vereitelte (12.), keine Aufreger, bei den Flanken aus dem Halbfeld zeigte sich der Sportverein gut sortiert. Die beste Chance hatte Serour, der Kickers-Torhüter Castelluci umkurvte, seinen Schuss aus spitzem Winkel kratzte ein Abwehrspieler von der Linie (32.). „In der ersten Hälfte gab es wenig Torchancen, wir haben die Kickers gut vom Strafraum weggehalten“, analysierte Coveli.

Nach Wiederbeginn nahm die Partie Fahrt auf. „Es war klar, dass die Kickers mehr nach vorne spielen. Es gab eine Vielzahl an Standards, die Kickers sind groß und robust“, sagte Coveli, sein Gegenüber Tobias Flitsch lobte seine Akteure: „Wir haben bei den Zweikämpfen dagegengehalten, das wollte ich sehen.“ Nachdem Serour die erste Möglichkeit hatte (49.), erhöhten die Gastgeber die Schlagzahl, setzten auf die physische Komponente und gingen in Führung. Eine Eckball-Variante auf den langen Pfosten wurde zunächst noch auf der Linie geklärt (59.), bei der Kopie stocherte Abdennour Amachaibou den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (60.). Coveli ärgerte das Abwehrverhalten seines Teams in dieser Szene. „Das war schlecht, da haben wir um ein Gegentor gebettelt“, zürnte er.

Die Führung brachte keine Ruhe in die Aktionen der Blauen, wie Flitsch kritisierte: „Wir müssen ruhiger und souveräner agieren und die Konter besser aus­spielen.“ Der Regionalliga-Absteiger hatte großes Glück, dass ein klares Foul an Kevin Dicklhuber nicht mit Strafstoß bestraft wurde (62.). „Der Elfmeter war klar. Da hatte der Schiri keinen Mut“, haderte Coveli, lobte seine Schützlinge aber für die Leistung nach dem Gegentreffer: „Wir zeigten eine tolle Moral, haben es auch mit fußballerischen Mitteln versucht und hatten genügend Möglichkeiten“. Angeführt vom überragenden Dicklhuber boten sich mehrere gute Chancen auf den Ausgleich, doch weder Mägerle per Kopf (85.) noch Botta aus spitzem Winkel (90.) oder Osipidis (90.+3) trafen. Die beste Gelegenheit hatte Abwehrchef Mägerle, der frei aus acht Metern den Ball nicht richtig traf (90.+1). Mit dem Schlusspfiff ging Dicklhubers Schuss aus 20 Metern knapp vorbei. „Wir hatten Mega-Dusel“, gestand Flitsch.

Der SV verlor womöglich nicht nur Punkte. Keeper Kevin Rombach verdrehte sich das Knie (21.) und spielte nach einer Behandlungspause weiter. Im zweiten Durchgang hatte er „trotz Tablette Schmerzen“. Die Physiotherapeuten schlossen kurz nach Abpfiff eine Schädigung des Kreuzbandes nicht aus. Ein Extra-Lob fand Rombach für die vielen mitgereisten Anhänger, die rot- schwarze Farbinseln im Gazi-Stadion setzten: „Wir haben überragende Fans, die Blöcke hinterm Tor und auf der Tribüne waren beeindruckend.“

Stuttgarter Kickers: Castelluci – Landeka, Feisthammel, Jäger, Ludmann, Klauß, Kling (76. Niedermann), Auracher, Blank (95. Ahmeti), Amachaibou (83. Stepcic), Badiane.

SV Göppingen: Rombach – Stierle, Mägerle, Leonhart (82. Ziesche), Kotiukov (57. Loser), Cerimi (70. Wende), Schwarz, Osipidis, Serour (70. Renner), Dicklhuber, Botta.

Tor: 1:0 Amachaibou (60.).

SR: Manuel Dürr (Böblingen).

Zuschauer: 2500.

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