Fußball Keine Ausrede für Nervenflattern

Ein knappes Rennen wie in dieser Szene zwischen dem Eybacher Andre Geiger (links) und FTSV-Kapitän Patrick Reiter dürfte es morgen in jeder Hinsicht werden.
Ein knappes Rennen wie in dieser Szene zwischen dem Eybacher Andre Geiger (links) und FTSV-Kapitän Patrick Reiter dürfte es morgen in jeder Hinsicht werden. © Foto: Thomas Madel
Ditzenbach/Gosbach/Eybach / Thomas Friedrich 15.06.2018
FTSV Ditzenbach/Gosbach und TV Eybach fühlen sich fürs morgige Relegationsduell nervlich gerüstet.

Die Aufgeregtheit des Anfängers ist verflogen. Der FTSV Ditzenbach/Gosbach sammelte am Mittwoch erste große Relegations-Erfahrungen und schaltete B 8-Vize FA Göppingen 2:0 aus.

Trainer Michael Böhm wertet die 90 Minuten vom Mittwoch als „enormen Vorteil“ für sein Team. Die dort gesammelten Erfahrungen seinen weit höher einzuschätzen als ein eventueller Kräfteverschleiß. Den siedelt Böhm ohnehin als gering an, der Fitnesszustand seiner Schützlinge ist für ihn über jeden Zweifel erhaben.

In Sachen Erfahrung sollten die Eybacher dem FTSV nicht nachstehen. Sie spielten bereits im Vorjahr die Relegation zur Kreisliga A 3, scheiterten nach einem Auftaktsieg im zweiten Spiel. Diesmal erwartet Trainer Gunter Ruff einen abgeklärteren Auftritt. Mit der Aufgeregtheit aus dem Vorjahr muss es morgen vorbei sein. „Diese Ausrede gilt nicht mehr“, sagt Ruff.

Beim FTSV flatterten die Nerven am Mittwoch nur in der ersten Viertelstunde, der überraschende Führungstreffer war Balsam für die Psyche.  Morgen um 16 Uhr in Ottenbach dürfte die Anfangsnervosität der Seinen „deutlich geringer“ ausfallen.

Böhm setzt gegen Eybach erneut auf seine stabile Abwehr, die in der Rückrunde nur 14 Gegentore zuließ. Am Mittwoch stand die  Null, auch weil Nico Faber im Deckungszentrum „wie ein Bollwerk“ stand. Vor dieser Hintermannschaft hat auch Ruff Respekt. „Die müssen wir irgendwie knacken“, schreibt er den Seinen ins Aufgabenheft. Spielerisch sieht er seine Mannschaft im Vorteil. Als Beobachter der Partie am Mittwoch sah er wenig Einschüchterndes. Beide Teams agierten mit vielen langen Bällen, was der Eybacher Trainer als „fußballerisch unbefriedigend“ empfand. Von seinen Schützlingen erwartet er etwas mehr Kombinationsfußball.

Sorgen bereitet dem TVE-Coach der zuweilen laxe Umgang seiner Mannschaft mit Hochkarätern. Die braucht „in der Regel viele Chancen“, und Ruff kann sich nicht vorstellen, dass der defensiv starke FTSV morgen „so wahnsinnig viele zulässt“. Am besten sollten die Eybacher gleich die Erste nutzen, damit der Gegner die Abwehr lockern muss.

Beide Trainer sind sich in der Einschätzung einig, dass es in diesem „50:50-Spiel“ auf Kleinigkeiten ankomme – und auf die Tagesform. Die personellen Sorgen halten sich in Grenzen. Eybach muss auf Markus Raucher verzichten, der am Samstagmorgen in einen lange gebuchten  Urlaub fliegt. Der Einsatz des angeschlagenen Kapitäns Sven Jarosch entscheidet sich kurzfristig. Beim FTSV muss Dominik Dzirson nach einem Schlag auf den Fuß passen, dafür rückt der wieder genesene Rafael Backes in den Kader. Dem fehlt nach langer Verletzungspause noch die Fitness, als Joker kann sich Böhm seinen mit zehn Saisontoren zweitbesten Schützen aber „schon vorstellen“.

Der Sieger trifft am kommenden Wochenende auf den A 3-Vertreter SC Geislingen II und darf dann auf einen noch größeren Erfahrungsschatz in Sachen Relegationsspiele bauen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel