Göppingen / ANDREAS BÖHRINGER  Uhr
Nach dem 1:0-Erfolg beim abgelösten Primus SF Schwäbisch Hall wartet am Samstag auf Fußball-Verbandsligist SV Göppingen eine Pflichtaufgabe.

Der SV Göppingen, der neue Spitzenreiter der Fußball-Verbandsliga, empfängt am Samstag um 15.30 Uhr den FC Albstadt. Doch angesichts einer wichtigen Personalie rückte das Sportliche in den vergangenen Tagen in den Hintergrund. Zu Wochenbeginn informierte Tomislav Ivezic den Verein davon, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und den Sportverein nach fünf Jahren verlassen wird.

"Mein Entschluss steht", sagte der SV-Kapitän, "ich gehe damit an die Öffentlichkeit, um die Entscheidung für mich selbst endgültig zu machen." Der Akteur mit der Rückennummer fünf kam 2008 als unbeschriebenes Blatt aus der Jugend des VfL Kirchheim an die Hohenstaufenstraße, etablierte sich sofort als unverzichtbarer Stammspieler und wuchs im Laufe der Zeit immer mehr in die Rolle als Identifikationsfigur hinein.

"Mir ist der Sportverein ans Herz gewachsen", gibt er selbst zu, "aber vielleicht tut mir ein Tapetenwechsel gut. Jeder Verein ist anders und hat unterschiedliche Probleme und vielleicht weiß ich erst dann, was ich am SV hatte." Es gebe mehrere Gründe für seinen Weggang. "Dass unser Trainer aufhört, ist mit ein Grund. Ich weiß nicht, wie es ohne ihn weitergeht", erklärt Ivezic, der auch die Transferpolitik der vergangenen Jahre nicht goutiert: "Jedes Jahr kommen und gehen bei uns zehn Spieler, das ist ein großes Problem. So kann sich kein wirkliches Fundament entwickeln. Und man hat nicht jedes Jahr so ein Glück mit den Neuzugängen wie dieses Jahr beispielsweise mit Lars Ruckh."

Gleichwohl stellt Ivezic unmissverständlich klar, dass er sich mit dem Aufstieg verabschieden will: "Das Ziel ist die Oberliga, dafür gebe ich alles. So ehrgeizig bin ich und ich glaube an den Aufstieg. Die Ausgangsposition ist gut." Wohin seine Reise geht, steht indes noch nicht fest. Gespräche mit verschiedenen Vereinen laufen, so Tomislav Ivezic.

Vor dem Heimspiel gegen den FC Albstadt am Samstag blickt SV-Coach Mike Krannich auf das emotionale 1:0 bei Primus Schwäbisch Hall zurück: "Respekt an die Leute, die mit Schmerzen aufliefen", lobt der Übungsleiter die Spieler Colic, Ammon und Scheuring, die sich in den Dienst der Mannschaft stellten, dem fehlenden Training aber Tribut zollen mussten. Krannichs Elf war gegen Spielende mit ihrer Kraft am Ende, dann aber dennoch durch eine Einzelaktion von Lars Ruckh den Lucky Punch zum 1:0-Sieg setzte. Der Torjäger hat akute Halswirbelprobleme und ist laut Arzt nicht einsatzfähig.