Fußball Holzheimer besucht acht WM-Spiele in zehn Tagen

Sebastian Buntz (Mitte) und sein Kumpel Ulrich Lampen (rechts) freuen sich auf ihre Reise zur Fußball-WM nach Russland. In zehn Tagen wollen die beiden acht Spiele sehen. Links ein russischer Fan. Das Foto entstand beim Confed Cup im vergangenen Jahr.
Sebastian Buntz (Mitte) und sein Kumpel Ulrich Lampen (rechts) freuen sich auf ihre Reise zur Fußball-WM nach Russland. In zehn Tagen wollen die beiden acht Spiele sehen. Links ein russischer Fan. Das Foto entstand beim Confed Cup im vergangenen Jahr. © Foto: Privat
Göppingen / Wolfgang Karczewski 15.06.2018
Bei der WM in Russland will Sebastian Buntz aus Holzheim in zehn Tagen acht Spiele sehen.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland wird in zwölf Stadien ausgetragen. Vier von ihnen hat Groundhopper Sebastian Buntz aus Holzheim bereits im vergangenen Jahr beim Confed Cup besucht. Die acht anderen will der Holzheimer bei der WM in Angriff nehmen. Und das in zehn Tagen.

„Ein bisschen verrückt ist das schon“, gesteht der 34-Jährige. Gemeinsam mit seinem Kumpel Ulrich Lampen aus Stuttgart, den er bei einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Georgien kennen gelernt hatte, steigt Buntz heute in Stuttgart den Flieger. Über München geht  es dann nach Danzig und von dort mit dem Bus nach Kaliningrad, wo sich die beiden am morgigen Samstag die Partie Kroatien gegen Nigeria anschauen. Tags drauf sitzen Buntz und Lampen im Luschniki-Stadion in Moskau und feuern das deutsche Team im Spiel gegen Mexiko an.

Bereits bei der jüngsten Weltmeisterschaft in Brasilien war Buntz live vor Ort und schaute sich vier Begegnungen an, darunter die drei Vorrundenspiele der deutschen Elf. In Russland bleibt die Partie gegen Mexiko die einzige mit deutscher Beteiligung.

Auf der Internet-Plattform des Weltfußballverbandes Fifa ergatterten die beiden Fans nach und nach ihre Tickets, die jeweils rund 90 Euro kosten. Um Geld zu sparen und nicht in überteuerten Hotels übernachten zu müssen, sind Buntz und Lampen oft mit dem Nachtzug unterwegs. Insgesamt legen die Schlachtenbummler in zehn Tagen mehr als 10.000 Kilometer zurück. Dabei halten sich die Entfernungen zwischen den einzelnen Partien  in Grenzen, erklärt Buntz, der seit 2005 so gut wie kein Spiel der ­deutschen Mannschaft verpasst hat, sei es in den USA, beim Confed Cup oder in der EM-Qualifi­ka­tion für die Titelkämpfe im ­Jahre 2008.

Wenn der Drucker nicht gerade auf Länderspielreise ist, begleitet er den 1. FC Köln zu dessen Auswärtsspielen. So war Buntz mit dem FC in der Euro-League-Saison sowohl in London als auch in Belgrad.

Die Vorbereitungen für den zehntägigen WM-Trip begannen bereits im vergangenen Jahr, schon vor der Gruppenauslosung, erzählt Buntz, der 2010 den Nationalmannschafts-Fanclub Supporters Holzheim gegründet hat, den er heute noch managt. „Es war schon schwierig, die Reise zu planen“, gesteht er.

Wenn am 15. Juli der Weltmeister gekürt wird, sind Buntz und Lampen längst wieder in der Heimat. Aber wer wird Weltmeister? „Für Deutschland wird es schwierig, weil alle den amtierenden Weltmeister schlagen wollen“, meint Buntz, „aber ich glaube trotzdem, dass es auf Brasilien, Deutschland oder Frankreich hinauslaufen wird.“