Heiningen / WOLFGANG KARCZEWSKI Fußball-Landesligist FC Heiningen ist erneut ins Visier der Sportjustiz geraten. Nach antisemitischen Fangesängen erhielt der Klub eine Geldstrafe.

Nach dem Wirbel um die verbotenerweise in der zweiten Mannschaft eingesetzten Landesligaspieler gibt es beim FC Heiningen erneut Ärger: Weil ein Fußballer der Landesliga-Reserve beim Relegationsspiel zwischen der ersten Heininger Mannschaft und dem VfL Nagold antisemitische Gesänge angestimmt hatte, muss der Verein eine Geldstrafe in Höhe von 200 Euro zahlen. Der Spieler selbst, der bei der Partie als Zuschauer dabei war, wurde vom Sportgericht des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) ab sofort für drei Monate gesperrt und muss ebenfalls eine Geldstrafe in Höhe von 100 Euro zahlen.

Das Sportgericht nahm seine Ermittlungen auf, nachdem der Heininger Kreisliga-Spieler angezeigt worden war. Laut Urteilsbergründung sollen mehrere Anhänger des Vereins, unter ihnen auch der Verurteilte, gegen Ende der ersten Hälfte über ein Megafon deutlich hörbar antisemitische Gesänge angestimmt haben. Vorsänger war offenbar der Verurteilte.

Ordner der eigenen Mannschaft hatten den Ermittlungen des Gerichts zufolge sofort reagiert und die Gesänge unverzüglich unterbunden. „Nach Abschluss der Ermittlungen sieht das Sportgericht keine Veranlassung, die Richtigkeit der Anzeige anzuzweifeln“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Laut WFV habe sich der FC Heiningen von dem Verhalten einiger seiner mitgereisten Zuschauer distanziert und die Vorkommnisse zutiefst bedauert. „Die anwesenden Verantwortlichen hätten selbst empört und fassungslos reagiert“, schreibt das WFV-Verbandssportgericht in seinem Urteil.

Schon vor ein paar Wochen war der FC Heiningen ins Visier der Sportjustiz geraten, nachdem fünf Spieler der Landesliga-Mannschaft – Maximilian Ziesche, Moritz Müller, Marcel Schmidts, Michael Neumann und Murat Cubuk – unerlaubterweise in der Kreisliga-B-Partie zwischen dem FC Heiningen II und der KSG Eislingen eingesetzt worden waren. Das Bezirkssportgericht Neckar/Fils hatte die Fünf zunächst mit Sperren belegt, die die nächst höhere Instanz, das WFV-Verbandssportgericht unter dem Vorsitz von Jörg Kindermann, vorläufig aufhob und die Stammspieler somit beim Saisonendspurt mitwirken konnten. Doch auch mit ihnen verspielte der FC den Verbandsliga-Aufstieg.