Geislingen Geduld und Physis zahlen sich aus

Geislingen / Frank Höhmann 20.08.2018
Der SC Geislingen meldet sich mit einem 4:0-Heimsieg im ersten Saisonspiel vor 400 Zuschauern in der Landesliga zurück.

Es war trotz der Höhe des Sieges ein hartes Stück Arbeit, das der SC vor 400 Zuschauern im Eybacher Tal verrichten musste. Nach dem Schlusspfiff machten sich die Geislinger im kollektiven Jubelrausch über ein Zehnliter-Fass Kölsch her, das Yasin Ceküc und der neue Kapitän Nicola Orlando angestochen hatten. „Wir sind einfach nur froh, dass es so gut lief. Sontheim hat es uns lange Zeit aber sehr schwer gemacht“, sagte Orlando, der in Minute 68 den Führungstreffer markiert hatte.

Der letzte Treffer der Partie mit Torwarttunnel (89.) ging ebenfalls auf Orlandos Konto. Und das 3:0? Alle gingen von Yannick Ruther als Schützen aus, doch Orlando war noch mit den Fußspitzen dran. „Wenn ich den Ball nicht berührt hätte, wäre er nicht reingegangen“, versicherte der SC-Kapitän. Der in der 75. Minute eingewechselte Ruther durfte neun Minuten nach seiner Einwechslung mit einem gefühlvollen Heber dafür den schönsten Treffer der Partie bejubeln.

Dreierpack-Orlando stand bereits in der 41. Minute im Blickpunkt, als die Gäste nach einem Foul einen Platzverweis forderten, Schiedsrichter Andreas Zürn es aber bei einer Verwarnung beließ. „In der ersten Hälfte waren wir im Abschluss zu schwach“, analysierte Trainer Jasko Suvalic. „Aber wir sind geduldig geblieben, das hat sich ausgezahlt.“ Bad Bolls spähender Coach Manuel Doll attestierte dem SC in Hälfte eins mehr Ballbesitz und die gefährlicheren Angriffe. „Wir waren aber nicht so zielstrebig wie zuletzt“, erklärte Orlando. So verpasste Marcel Mädel bei der besten Chance eine Hereingabe von Ceküc um Zentimeter (26.). Als FV-Spielertrainer Marcus Mattick den Abschluss suchte, blockte ihn der starke Innenverteidiger Tobias Müller (24.) im richtigen Augenblick.

Nach dem Wechsel senkte sich ein Schlenzer von Gäste-Torjäger Philipp Schmid knapp übers Tor (46.). Elf Minuten später bewahrte Keeper Murat Bahadir den SC vor dem Rückstand. Eine Hereingabe von Daniel Gentner wurde immer länger und wäre im langen Eck eingeschlagen, doch Bahadir fuhr seine Arme rechtzeitig aus. Bei seiner Rettungsaktion prallte er gegen den Pfosten und trug eine Beule am Hinterkopf davon, spielte nach kurzer Behandlungspause aber weiter. Kurz danach lenkte FV-Torhüter Manuel Renner einen Schuss von Pascal Volk mit einem Wahnsinns-Reflex an den Pfosten (61.).

Mit dem 1:0 im Rücken spielten die Seinen nach Suvalics Ansicht zunächst zu übermütig nach vorne „und luden Sontheim zum Kontern ein“. Sorgen um den Sieg musste sich der Geislinger Trainer aber keine machen: Seine Mannschaft profitierte in der Schlussviertelstunde von den größeren Kraftreserven und der stärkeren Bank. Mit Mario Feldmeier und Ruther hatte Suvalic zwei Joker in petto, die entscheidend zu den weiteren Treffern beitrugen. Diese Tore, ärgert sich Mattick, der mit Schmid zu den Aktivposten seines Teams zählte, „haben wir am Ende hergeschenkt.“. Am verdienten Geislinger Sieg ließ er keinen Zweifel aufkommen. Seine Mannschaft habe aber „um ein, zwei Tore zu hoch“ verloren.“

 SC Geislingen: Bahadir – Heinzmann (75. Feldmeier), Schöll, Müller, Bäumel - Grupp (65. Petricevic), Volk (85. Güler) - Sönmez, Ceküc, Orlando - Mädel (75. Ruther).

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