Rückzug FV Faurndau kündigt Rückzug aus Frauenfußball-Oberliga an

Jubelnde Faurndauerinnen in der Fußball-Oberliga mit Nadine Gairing (rechts) und Ramona Schönbrodt: Dieses Bild gehört der Vergangenheit an.
Jubelnde Faurndauerinnen in der Fußball-Oberliga mit Nadine Gairing (rechts) und Ramona Schönbrodt: Dieses Bild gehört der Vergangenheit an. © Foto: Cornelius Nickisch
Göppingen / WOLFGANG KARCZEWSKI 19.08.2016
Die Fußballerinnen des FV Faurndau werden in der neuen Saison keine Oberliga-Mannschaft stellen. Das hat der Verein am Donnerstag bekanntgegeben. <i>Mit Kommentar</i>

Regionenliga statt Oberliga: Die Fußballerinnen des FV Faurndau werden in der in Kürze beginnenden Saison kein Viertliga-Team stellen. Nur die zweite Mannschaft, die von der Bezirks- in die Regionenliga aufgestiegen ist, wird regulär am Spielbetrieb teilnehmen.

„Leider ist es uns in den sehr turbulenten letzten Wochen nicht gelungen, ein wettbewerbsfähiges Team für die kommende Oberligasaison auf die Beine zu stellen“, teilte der Klub gestern in einer Presseerklärung mit. Ende Juni hatte der FV Faurndau Spielführerin Nadine Gairing und ihre zweite Stellvertreterin Sina Heitzler aus disziplinarischen Gründen suspendiert. Der Rest der Mannschaft zeigte sich solidarisch und meldete sich kurz darauf vom FVF ab. Dieser Vorgang habe den Verein überraschend getroffen und vor eine riesige Aufgabe gestellt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Dieser konnte der Vorstand „trotz größter Anstrengungen“ jedoch nicht gerecht werden.

Mit der Regionenliga-Mannschaft wollte der Verein nicht in der vierthöchsten Klasse antreten, da die Spielerinnen nicht das nötige spielerische Niveau mitbringen. Außerdem hatte der Klub trotz intensiver Bemühungen keine adäquaten Neuzugänge mit Oberliga-Niveau an Land ziehen können. Deshalb kamen die Faurndauer Verantwortlichen um den Vorsitzenden Karl Braunsteiner und Frauenfußball-Abteilungsleiterin Annette Krotz zu dem Schluss, dass eine Teilnahme am Oberliga-Spielbetrieb „eine Verzerrung der kompletten Saison verursachen“ würde, da der FVF nicht gewährleisten könne, „ob, wann und mit welcher Spielstärke wir in den Partien antreten können oder nicht“. Dies wäre nicht fair, so der Verein weiter.

In der nächsten Spielzeit wird im Faurndauer Dittlau nur unterklassiger Frauenfußball in der Regionenliga zu sehen sein. In der übernächsten Saison wollen die Faurndauerinnen mit einer rundum erneuerten Mannschaft in der Verbandsliga an den Start gehen. Ziel sei es, so schnell wie möglich „wieder die Rolle im Frauenfußball einzunehmen, die der Verein über viele Jahre hinweg innehatte“.

Unterdessen haben die ehemaligen Oberliga-Spielerinnen des FV Faurndau, die sich nach den Differenzen im Klub vom Verein abgemeldet hatten, neue Arbeitgeber gefunden. Ex-Spielführerin Nadine Gairing wechselt gemeinsam mit drei weiteren ehemaligen Mannschaftskameradinnen zu Oberligist VfB Obertürkheim, vier weitere haben sich Verbandsligist FV Nürtingen angeschlossen, drei Fußballerinnen zieht es zur SG Jebenhausen/Bezgenriet, der von der Landes- in die Regionenliga abgestiegen ist. Zwei andere heuern bei Landesligist FV Asch-Sonderbuch an, eine weitere möchte beim Aufbau einer Frauenmannschaft beim SV Göppingen behilflich sein, der in der Bezirksliga in den Spielbetrieb einsteigt. Lediglich eine ehemalige Faurndauer Spielerin hat ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt.

Ein Kommentar von Wolfgang Karczewski: Rückzug als logische Konsequenz

Jetzt steht es also fest: Der FV Faurndau wird in der neuen Saison keine Mannschaft in der Fußball-Oberliga stellen. Das ist bedauerlich, aber von Vereinsseite aus nachvollziehbar. Ohne eine wettbewerbsfähige Mannschaft hat der Klub nichts in der vierthöchsten deutschen Spielklasse verloren.

Die Begleitumstände, die letztlich zum Rückzug der Mannschaft geführt haben, sind ebenso traurig wie hausgemacht, denn im Verein rumorte es bereits seit Monaten. Erst mit der Suspendierung zweier Spielerinnen und der anschließenden Abmeldung aller Akteure vom Verein traten die Querelen offen zu Tage.

Dass sich der Verein schwer tun würde, innerhalb kurzer Zeit eine wettbewerbsfähige Oberliga-Mannschaft an den Start zu bringen, war schnell abzusehen. Neuzugänge blieben aus, und mit der gerade in die Regionenliga aufgestiegenen zweiten Mannschaft das Abenteuer Oberliga anzugehen, ergab keinen Sinn, erkannten die Funktionäre zurecht.

Die kommende Spielzeit müssen die Faurndauer als Chance für einen Neuanfang in der Verbandsliga-Saison 2017/2018 begreifen. Gelingt dies, kann der Erfolg mit einem neuen, schlagkräftigen Team schneller als gedacht ins Dittlau zurückkehren.

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