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Göppingen / Andreas Böhringer  Uhr

Die Vorbereitung war schon recht gut, trotzdem waren sechs Punkte nicht zu erwarten“, freut sich Uwe Bauer über den gelungenen Start seines Sportvereins in der Oberliga. „Ich wäre schon mit vier Zählern sehr glücklich gewesen, denn Villingen war schon eine Hausnummer und auswärts bei einem Aufsteiger ist es auch nie einfach“, blickt der Göppinger Teammanager auf die beiden Siege zurück, die er „als absolut verdient“ einordnet. Basis ist die Defensivarbeit („Unser Spiel gegen den Ball ist top“) und die schnelle Integration der Neuzugänge: „Dafür, dass wir wieder einige Neue einbauen mussten, funktioniert es schon gut.“ Heraus sticht bis dato insbesondere Matej Maglica, der sich als Mittelmann der Dreierkette ein Sonderlob verdiente: „Er ist ein Top-Zugang. Er räumt hinten auf und macht vorne sogar noch Tore.“ Daneben verweist Bauer, der in seinen vielen Jahren bei den Rot-Schwarzen schon zahlreiche Funktionen innehatte, auf die größeren Alternativen im Angriff, wo in der Sturmmitte die beiden Neuen Lukas Rösch und Gentian Lekaj ihr Einsatzgebiet haben.

Vieles spricht dafür, dass es der stärkste und ausgeglichenste Kader ist, den der Sportverein in den vergangenen Jahren hatte. „Diesen intensiven Konkurrenzkampf hatten wir bisher nicht“, spricht Bauer die vermeintlich leistungssteigernde Wirkung dieser personellen Möglichkeiten an, die für Übungsleiter Gianni Coveli die schöne Qual der Wahl zur Folge hat. Da für den Spieltagskader diese Saison nur noch 18 Akteure nominiert werden, müssen einige gar mit der Tribüne Vorlieb nehmen, beim 3:0 in Sandhausen traf es Gent Cerimi und Marvin Leonhardt.

Wenn man bedenkt, dass in Domenic Brück und Domenico Botta (beide im Lauftraining) zwei bisherige Stammspieler in den nächsten Wochen zurückkommen, wird sich die Situation noch verschärfen, weiß auch Bauer: „Wir haben praktisch jede Position doppelt gut besetzt. Wenn alle vollends zurück sind, wird es enttäuschte Spieler geben. Aber das wollte der Trainer und das wollten wir Verantwortliche.“

Die Leistungen in den ersten 180 Saisonminuten geben Coach und Funktionsträgern recht, denn die Mannschaft agierte sehr konzentriert, ließ defensiv praktisch keine Großchancen der Gegner zu, spielte zugleich zielstrebig nach vorn und warf bei Standardsituationen ihre neu hinzugewonnen Größenvorteile gewinnbringend in die Waagschale, wie vier Treffer nach Ecken und Freistößen belegen.

„Wenn wir diese Leistungsstärke konstant aufrechterhalten können, spielen wir um die Plätze drei bis sechs mit“, traut Bauer seinen Farben eine Platzierung im vorderen Tabellendrittel zu. Ganz vorne sieht auch er einen Zweikampf zwischen den Blauen und den Roten aus Stuttgart, wobei er eine große Vorfreude auf das Duell gegen seinen Herzensklub VfB („In der gleichen Liga zu spielen, wie die Zweite, ist toll“) verspürt, „aber es gibt da keine Gewissenkonflikte: Natürlich bin ich für den Sportverein“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Das Zauberwort für eine erfolgreiche Saison ist Konstanz, denn die Leistungsunterschiede in der Oberliga sind so klein, dass schon wenige Prozent weniger den Unterschied ausmachen. „Deshalb dürfen wir keinen Schlendrian aufkommen lassen. Wir müssen die zwei Siege aus dem Gedächtnis streichen, gegen Rielasingen geht es wieder bei 0:0 los“, impft der 59-Jährige dem Sportvereins-Team ein – auch, da Rielasingen für einen Aufsteiger über eine außergewöhnliche Qualität verfügt: „Sie haben große finanzielle Mittel und sind sehr gut besetzt.“

Die Mannschaft von Trainer Michael Schilling schoss in der Verbandsliga Südbaden im abgelaufenen Spieljahr alles kurz und klein, wie 115 Tore in 30 Partien zeigen, wobei außergewöhnliche 60 Tore auf das Konto von Silvio Battaglia und Nedzad Plavci gehen, die auch in der Oberliga zu den besten Sturm-Duos zählen.

Der Aufsteiger vom Bodensee startete mit einem 2:1-Heimerfolg gegen Ilshofen und hatte vergangenes Wochenende spielfrei, da Villingen im DFB-Pokal aktiv war. Es wartet also keine leichte Aufgabe auf die Rot-Schwarzen, Bauer setzt dabei auf die Unterstützung von den Rängen: „Ich hoffe die Fans honorieren unseren Traumstart, kommen zahlreich ins Stadion und feuern uns an.“