Eine vermeintliche Pflichtaufgabe wartet am Samstag (14 Uhr) auf den SV Göppingen. Zu Gast an der Hohenstaufenstraße ist die Neckarsulmer Sport-Union.

Zehn Spieltage werden oft als Wegmarke genannt, ab der das Klassement eine gewisse Aussagekraft habe. Beim Göppinger Sportverein wirft man gerne einen Blick auf das Oberliga-Tableau, denn nach dem 5:0 beim SGV Freiberg grüßt die Coveli-Truppe (22 Punkte) von ganz oben mit fünf Zählern Vorsprung auf die Stuttgarter Aufstiegsfavoriten VfB II und Kickers.

Für Pavlos Osipidis ist dies eine schöne Momentaufnahme, aber eben nicht mehr: „Die Tabelle sieht gut aus und es ist ein gutes Gefühl, aber ich persönlich schaue nur wenig drauf, weil es mich nicht wirklich interessiert. Es ist eine Floskel, aber es ist nun mal wahr: wir müssen von Spiel zu Spiel schauen. Wir haben diese Saison gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner gewinnen können. Das 1:3 gegen Linx hat aber auch gezeigt, dass wir auch gegen jeden verlieren können.“

So unaufgeregt Osipidis diese Aussage trifft, so abgeklärt tritt der erfahrene Rechtsverteidiger auf dem Rasen auf, wo er viele Kommandos an seine Vorderleute gibt. „Jeder Spieler sollte Kommandos geben und kommunizieren. Ich habe das schon immer gern gemacht und bekomme auch selbst gern Hilfestellungen. Das fordert der Coach auch ein. Man muss ja keine langen Reden schwingen, kurze Hinweise genügen. Rechts, links, vor, zurück und ähnliches.“ Die Abstimmung wird einerseits durch diese Kommunikation besser, andererseits natürlich durch eine Stammformation, die sich beim Sportverein insbesondere im Defensivbereich herauskristallisiert hat. Die Dreierkette wird von Tomislav Ivezic, Matej Maglica und Oliver Stierle (Foto) gebildet, Osipidis und sein Pendant auf links, Chris Loser, machen die Seiten dicht und auf der Sechs ist Patrick Schwarz gesetzt. „Es ist natürlich einfacher, wenn sich etwas zusammenfindet“, sieht auch er die Vorteile, nimmt aber das ganze Team in die Pflicht: „Auch das ist eine Phrase, aber es kann nur als Kollektiv funktionieren. Nur wenn die komplette Mannschaft gemeinsam verteidigt, klappt es.“ Bis dato setzen Osipidis und seine Teamkollegen dies exzellent um, wie nur acht Gegentreffer nach zehn Partien belegen.

Zusammen aufgestiegen

Defensiv ebenfalls gut steht die Neckarsulmer Sport-Union, die am Samstag zu Gast ist. Seit vielen Jahren kreuzen sich die Wege von SVG und NSU, gemeinsam schafften beide Klubs 2016 den Sprung in die Oberliga. Gegen die Elf von Ex-Profi Marcel Busch (Rang elf, 14 Zähler, 11:10 Tore) taten sich die Rot-Schwarzen immer schwer, doch diesmal soll ein Sieg her: „Wir gehen mit dem nötigen Respekt an die Aufgabe ran, aber es liegt an uns. Wir haben es in der Hand zu entscheiden, wo das Spiel hingeht. Das ist ein gutes Gefühl. Wir müssen wie in Freiberg eklig und aggressiv sein und mutigen Fußball spielen.“ Bei der Niederlage gegen Linx fehlten diese Grundtugenden, so Osipidis, „und dann hat jedes Oberliga-Team drei, vier gute Fußballer, um so etwas auszunutzen.“ Bei dem Ziel, die drei Zähler einzufahren, wird auch der 29-Jährige wieder mithelfen, der 2017 vom FV Nürtingen kam und sportlich auf Grund seiner Leistungen unumstritten ist.

Darüber hinaus übernimmt er als Vize-Kapitän Verantwortung und ist verlängerter Arm von Gianni Coveli auf dem Rasen, wo er mit seiner Routine – nicht zuletzt aus drei Jahren bei Astoria Walldorf – abgezockt und praktisch fehlerfrei agiert.