Bonlandens Coach Klaus Kämmerer und Kapitän Andreas Pottmeyer lagen sich nach Spielschluss in den Armen. Die Erleichterung war groß. Nach fünf Spielen in Folge ohne Sieg haben die Filderstädter wieder gewonnen. Tristesse pur hingegen beim gastgebenden SC Geislingen, der nach dem 1:2 (0:1) gegen den SV Bonlanden nun so lange sieglos ist wie es der Kontrahent vor dem Krisengipfel war. Anstatt vorne mitzumischen, müssen die Geislinger langsam aufpassen, nicht in die Abstiegszone abzudriften.

Das Ergebnis schmeichelt den Geislingern. Bonlanden verpasste es Mitte der zweiten Hälfte, sich höher in Führung zu schießen. Doch die Kämmerer-Elf ging fahrlässig mit klarsten Chancen um und wurde fast bestraft. Doch mehr als das 1:2 von Marcel Mädel zwei Minuten vor Schluss gelang dem SC nicht mehr. Gute Möglichkeiten in schöner Regelmäßigkeit zu vergeben, davon kann die Mannschaft von Trainer Daniel Avgustinovic ein Lied singen. In Hälfte eins wurden einmal mehr nach guten Vorstößen dickste Gelegenheiten versiebt. Avgustinovic sieht bei seinen Spielern ein Kopfproblem: „Sie denken zu viel nach.“

Die erste Chance besaß zwar Bonlanden durch Ugur Yilmaz, der vorbeiköpfte (2.), doch dies war die Hallo-Wach-Pille für die Geislinger, die sich nun hätten in Front bringen müssen. Zunächst schoss jedoch der beste Geislinger, Pascal Volk, Torhüter Wiedmann direkt in die Arme (11.). Eine Minute später setzte Jozef Kqiraj den Ball übers Tor. Beim dritten Mal parierte Wiedmann gut. Der SC versäumte es, den angeschlagenen Gegner zu verunsichern und sah sich ab der 21. Minute selber im Hintertreffen. Torhüter Piegsa holte Yilmaz im Strafraum von den Beinen, den Elfmeter verwandelte Yildizeli zum 0:1. Bis zur Pause lief beim SC, der sich von Yasin Ceküc, Sven Sönmez und Murat Bahadir getrennt hat, nicht mehr viel zusammen. Nachdem die Gäste nach 49 Minuten durch Yildizeli 2:0 führten, befanden sich die Einheimischen am Boden. In der 55. Minute dann die beste SC-Möglichkeit, doch nach Korbiakis- Flanke scheiterte Mädel. Kurz zuvor hatte Pehlivan vergeben, danach hätten Yilmaz (59., 64.) und Pehlivan für Klarheit sorgen müssen. So wurde es nach Mädels Treffer noch eng. „Wenn du vorne deine Chancen nicht nutzt und hinten Fehler machst, ist das eine gefährliche Mischung“, analysierte Avgustinovic. Frank Höhmann

SC Geislingen: Piegsa – Strehle, Heinzmann (85. Schöll), Klein (62. Tchania), Bäumel, Kepic (55. Korbiakis), Grupp, Kqiraj, Mädel, Volk, Zuljevic.