Die Krise bei Fußball-Landesligist SC Geislingen spitzt sich zu: Nach der 0:1 (0:1)-Niederlage beim FV Sontheim sind die Geislinger im Abstiegskampf angekommen. „Nicht Sodom und Gomorrha, sondern Sontheim und Gomorrha“, brachte es Spielleiter Steffen Speidel auf den Punkt. Es war eine schwache Darbietung des SC, der im Gegensatz zu den Gastgebern nicht als Einheit auftrat. Folglich ging nicht die Mannschaft mit den besseren Einzelspielern als Sieger vom Platz, sondern die Mannschaft, die in zehn Versuchen bislang noch kein Spiel hatte gewinnen können, für die ersten drei Zähler aber in Sachen Kampfgeist, Leidenschaft und Entschlossenheit viel mehr investierte.

Die nun seit sechs Partien sieglosen Geislinger entpuppten sich als perfekter Aufbaugegner, verunsichert, manchmal indisponiert, harmlos vor dem Tor. So gelangen in nunmehr elf Spielen gerade einmal elf Treffer. Bezeichnenderweise war Torhüter Max Piegsa bester Mann, der sein Team vor 200 Zuschauern in der ersten Hälfte mit starken Paraden im Spiel hielt. Auch vor dem frühen Rückstand hielt Piegsa beim ersten Versuch klasse, war gegen Spielertrainer Marcus Mattick aber machtlos, der den Ball nur noch über die Linie zu nicken brauchte (7.). Sontheim versäumte es im Anschluss, höher in Führung zu gehen, fand aber immer mehr Gefallen am Spiel. Der SC besaß nach dem Rückstand zwar auch Möglichkeiten, allerdings wurden diese teils kläglich vergeben. So schoss Marcel Mädel FV-Torhüter Manuel Renner mit einem harmlosen Abschluss direkt in die Arme (28.), in der 40. Minute blieb Renner gegen Mädel erneut Sieger. Bei Pascal Volks Freistoß an die Oberkante der Latte war Pech dabei (17.).

In Hälfte zwei drückte zunächst wieder Sontheim, aber Piegsa war erneut zweimal zur Stelle. Danach wurde es zunehmend hektisch. Sontheim stand massiert hinten drin und ließ den SC kommen. Doch diesem fiel so gut wie nichts ein, um die Deckung der Gastgeber ernsthaft auseinanderzuhebeln. Zudem rannte den Geislingern die Zeit davon. Zwingende Abschlüsse gab es so gut wie keine, stattdessen viel Stückwerk und Zufall und einen nicht gegebenen Elfmeter nach einem vermeintlichen Handspiel der Sontheimer, die nach drei Minuten Nachspielzeit ihren ersten Saisonsieg bejubelten, während die Geislinger vom Platz schlichen. Frank Höhmann

SC Geislingen: Piegsa – Strehle, Heinzmann (46. Kepic), Klein (73. Schöll), Bäumel, Petricevic, Grupp, Kqiraj (82. Tchania), Mädel, Volk, Zuljevic.