Nach vier Spielen in Serie ohne Niederlage wurden die Geislinger gestern Nachmittag vor 200 Zuschauern auf dem Hauptplatz des Sportgeländes Muthenhölzle vom technisch beschlagenen Aufsteiger vorgeführt.

Allerdings machten die Gäste es Türkspor auch so einfach wie nur möglich. Das Team von Trainer Ünal Demirkiran präsentierte sich von Beginn an hellwach und ging bereits nach zwei Minuten in Führung. Ex-Profi Alper Bagceci spazierte durchs Mittelfeld, kein Geislinger machte sich die Mühe, ihn zu attackieren. Er legte nach links zum mitgelaufenen Marc Hämmerle und der traf zum 1:0. Oftmals kann ein frühes Gegentor belebend wirken. Der SC kam aber weiter nicht in die Gänge. Logische Konsequenz: Es klingelte erneut im Geislinger Kasten. Altun Tekin, wunderbar freigespielt, wollte Geislingens Keeper Max Piegsa umspielen, der holte ihn von den Beinen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Hämmerle sicher zum 2:0 (15.).

Schüssen fehlt das Timing

Hoffnung kam auf, als sich Bagceci kurz danach ohne Einwirkung eines Gegenspielers verletzte und ausgewechselt wurde. Nun folgte eine Drangphase der Geislinger, doch den Schüssen aufs Tor fehlte jegliches Timing. In der 38. Minute legte Neu-Ulm das 3:0 nach. Tekin chippte das Leder aus abseitsverdächtiger Stellung in den Geislinger Kasten.

Nach dem Wechsel brachte SC-Coach Daniel Avgustinovic, der kurzfristig auf den kranken Yasin Ceküc verzichten musste, Neuzugang Gocha Tchania und Pascal Volk. Wenig später kamen auch noch Josip Skrobic und Melih Karahan. Erkennbar besser wurde das Geislinger Spiel nicht. In der 56. Minute erhöhte Ilir Tupella mit Hilfe des Innenpfostens auf 4:0. Acht Minuten später sorgte Tekin mit seinem zweiten Treffer für das 5:0 (64.). Hämmerle belohnte sich an einem für ihn und sein Team perfekten Nachmittag mit seinem dritten Treffer zum 6:0-Endstand (81.).

Dass Karlo Petricevic in der Schlussphase mit Freistößen einmal am Pfosten und einmal an der Latte scheiterte (85., 88.), passte ins Bild eines völlig missratenen Nachmittags, an dem Gegner Neu-Ulm zwar einen Sahnetag erwischte, die Geislinger selbst aber viel zu wenig investierten, um ernsthaft dagegenhalten zu können.

SC Geislingen: Piegsa – Strehle, Klein, Heinzmann, Kqiraj (63. Karahan), Grupp, Petricevic, Orlando (46. Volk), Kepic (46. Tchania), Bäumel, Mädel (63. Skrobic).

Zahlen und Fakten zum SC Geislingen


5 Gegentore kassierte der SC Geislingen in den ersten sechs Partien dieser Landesliga-Runde. Am siebten Spieltag  schlug es mit dem 0:6 bei Türkgücü Neu-Ulm häufiger hinter Torwart Max Piegsa ein als in allen bisherigen Saisonspielen zusammen.

189 Minuten wartet der SC Geislingen auf einen Torerfolg in der Fußball-Landesliga. Den letzten SC-Treffer schoss Karlo Petricevic zum 2:0 beim TSV Buch vor gut zwei Wochen.