Unter dem Strich standen nach 90 Minuten zwei verlorene Punkte für den TSV Bad Boll. Der Gast bestimmte mit Ausnahme der ersten fünf Minuten das Geschehen und lieferte eine sehr gute läuferische, kämpferische und spielerische Leistung auf dem Kunstrasen in Stuttgart-Stammheim ab. Allerdings reagierte Bad Boll nach zwei Minuten zu langsam. Herzog eroberte den Ball am Bad Boller Strafraum, seinen Querpass setzte Kromm aus fünf Metern über die Querlatte. Eine Minute später fiel die Führung. Diesmal war Kromm der Vorlagengeber von der Grundlinie, Mavinga drückte aus kurzer Distanz den Ball über die Linie. Nach dem 1:0 fand der TSV besser ins Spiel. In der 34. Minute durfte der Bad Boller Anhang den verdienten Ausgleich bejubeln. Nach kurz ausgeführtem Eckball wurde Ungureanu im Strafraum zu Fall gebracht, den Elfmeter verwandelte Ammon zum 1:1.

Nach der Pause kam Bad Boll hellwach aus der Kabine, der Gegner reagierte nur noch. Feldmeier eröffnete die Chancenflut mit einem satten Distanzhammer über die Querlatte. Dann steckte Feldmeier auf Pradler durch, der Mittelstürmer traf aber den Ball nicht voll (60.). Drei Minuten später passte wieder Feldmeier auf Pradler, der an Torhüter Tomasic scheiterte. In der 69. Minute folgte auf eine Ungureanu-Ecke eine Pradler-Volleyabnahme, die Stammheims Dursun auf der Torlinie klärte. Eine Minute später konnte Stammheims Schlussmann den Schuss von Hansjörg Aust nicht festhalten, Topolovec setzte den Nachschuss übers Tor. Weitere Chancen folgten fast im Minutentakt.

In der 81. Minute wartete Falzone mit sehenswertem Zuspiel auf Hansjörg Aust auf. Dessen Schuss aus halblinker Position lenkte Torhüter Tomasic mit den Fingerspitzen an den Innenpfosten. Es war für die Boller zum Haareraufen, trotz bester Chancen wollte die überfällige Führung nicht fallen. Prompt folgte noch ein Aufreger auf der anderen Seite. Bei einem der wenigen Entlastungsangriffe des SC Stammheim schlenzte De Sousa in der 84. Minute die Kugel sehenswert an den Bad Boller Torpfosten.

Wäre dieser Ball im Netz gelandet, wäre der Spielverlauf auf den Kopf gestellt worden. So blieb es beim für den Gastgeber schmeichelhaften 1:1, da es der TSV trotz einer ansprechenden Auswärtsleistung nicht geschafft hatte, aus den vielen, hochkarätigen Torchancen zählbares Kapital zu schlagen. Adolf Schöllkopf

TSV Bad Boll: Lache – Nicastro, Ammon, Kivotidis, Topolovec, Feldmeier, Persch (67. Falzone), Sebastian Aust (72. Matthias Aust), Hansjörg Aust, Pradler (82. Hartmann), Ungureanu.