Das sind alles 50:50-Spiele“, blickt Marvin Leonhardt auf den Spielplan, der seinem Göppinger Sportverein im FC Nöttingen, dem FV Ravensburg und dem SV Oberachern in den nächsten Wochen Kontrahenten auf Augenhöhe beschert. „Wie wir sind das erfahrene Teams, es werden knappe und vom Körpereinsatz her harte Begegnungen werden“, ist der Innenverteidiger überzeugt.

Göppinger Sportverein trifft auf Klub von Ex-KSC-Profi Michael Wittwer

Der FC Nöttingen, der am Samstag auf das Coveli-Ensemble wartet, sammelte bis dato 15 Punkte aus elf Partien, wobei die Elf von Ex-KSC-Profi Michael Wittwer zu Hause bei drei Remis und zwei Niederlagen noch auf den ersten Sieg wartet.

Für den Sportverein lief es an der Hohenstaufenstraße zuletzt auch nicht nach Wunsch, gegen Linx (1:3) und Neckarsulm (1:2) gab es unerwartete Niederlagen. Mit ein Grund ist die Tabellenführung, so Leonhardt, und die daraus resultierende, defensiv-abwartende Spielweise der Gegner: „Die Kickers oder der VfB II sind unabhängig von der Tabelle die Gejagten. Wir gehören jetzt dazu, weil wir oben stehen, sind aber eben nicht die typischen Gejagten. Mit dieser Situation müssen wir umgehen und uns zurechtfinden. Es gilt, unsere Qualität auf den Platz und unsere Leistung zu bringen.“

Gegen seinen Ex-Klub Neckarsulm, der defensiv kompakt stand und diszipliniert verteidigte, taten sich die Rot-Schwarzen in der Offensive merklich schwer. „Wir sind eigentlich gut reingekommen, haben Zweikämpfe gewonnen und hatten gute Umschaltmomente“, hebt er diesbezüglich Rechtsaußen Morgan Faßbender hervor und lässt die umkämpften 90 Minuten Revue passieren. „Dann sind wir aber hektisch geworden und haben das, was wir uns vorgenommen hatten, nicht mehr durchgebracht und wurden von der NSU bestraft“, fährt der 25-Jährige fort.

Sportverein trotz jüngster Niederlage weiter Spitzenreiter in der Fußball-Oberliga

So überzeugend die Zwischenbilanz des Sportvereins ist, so dürftig sind Leonhardts persönlichen Zahlen, denn für ihn sind bisher null Einsätze in der Oberliga notiert. Nur im WFV-Pokal kam Leonhardt, der BWL mit Schwerpunkt Internationaler Handel studierte und seit einem Jahr in Esslingen arbeitet, immer zum Einsatz und half mit, den Viertelfinal-Einzug sicherzustellen. Die Situation ist für den bekennenden VfB-Fan nicht einfach, „aber der Mannschaftserfolg steht über persönlichen Interessen“, stellt der in Kirchheim wohnhafte Leonhardt heraus und nennt den SC Freiburg als Positiv-Beispiel: „Da saß Nils Peter­sen gegen Dortmund auf der Bank und Christian Streich lobte, welche Demut und Akzeptanz er an den Tag legte. Das ist eins-zu-eins unsere Situation. Jeder gönnt es jedem, das motiviert auch mich. Dieser Teamgedanke ist einer der Hauptgründe, warum wir in der Tabelle stehen, wo wir stehen.“ Für Leonhardt heißt es, nicht nachzulassen und in den Übungseinheiten alles zu geben: „Ich werde immer da sein, wenn ich gebraucht werde.“

Gegen Neckarsulm mussten Domenic Brück und Michael Renner verletzungsbedingt passen. Ihr Einsatz in Nöttingen entscheidet sich kurzfristig.