Ingo Miede, der Spielleiter des Fußball-Oberligisten SV Göppingen, ist mit der Bilanz seines Klubs voll zufrieden: „Der Saisonverlauf ist überragend. Die Tabellenführung ist natürlich dem geschuldet, dass der VfB II und die Kickers ihrer zugedachten Favoritenstellung nicht gerecht werden.“

Für den SV-Spielleiter ist neben dem Zwischenmenschlichen („Wir sind hier eine Riesengemeinschaft“) das intakte und unaufgeregte Umfeld der Schlüssel zum Erfolg. „Im Gegensatz zu den zwei Favoriten haben wir überhaupt keinen Druck und auch nach zwei Heimniederlagen wie zuletzt herrscht bei uns Nullkommanull Unruhe“, meint Miede und hofft am Samstag gegen den FV Ravensburg dennoch auf eine Kehrtwende an der Hohenstaufenstraße: „Wir müssen was zeigen, das sind wir den Fans schuldig. Die waren zurecht enttäuscht. Bei den Niederlagen gegen Linx und Neckarsulm hatten wir 1500 und 800 Zuschauer und liefern mit die schlechtesten Leistungen der Saison ab. Das müssen wir geradebiegen.“

Heimteams mit Problemen

Doch das Phänomen, dass sich Heimteams schwer tun, ist nicht nur in Göppingen, sondern auf allen Plätzen bis hinauf in die Bundesliga zu beobachten: „Verteidigen und gegen den Ball arbeiten können eben alle. Das Spiel machen ist schwierig, der Trend ist wieder das Umschaltspiel und nicht der Ballbesitz.“

Dass die Aufgabe nicht einfach wird, weiß Miede, Ravensburg ist so etwas wie ein Angstgegner. Die Mannschaft von Ex-Profi Steffen Wohlfarth ist ein etablierter Oberligist, der in der Vorsaison seinen hohen Ambitionen  nicht gerecht wurde. Auch diese Runde ging es mit zwei Niederlagen los, seitdem hat sich die körperlich robuste Mannschaft vom Bodensee im Klassement nach vorne gearbeitet und ihre Klasse nachgewiesen.

Sportverein mit Ausfällen

Nach einer 2:3-Niederlage gegen den VfB II feierte der FVR zuletzt Erfolge gegen Linx und Neckarsulm. „Ravensburg spielt sehr stabil, das wird ein richtiger Prüfstein für uns“, meint Miede und hofft auf die Rückkehr von Routinier Domenic Brück, der zuletzt mit Knieproblemen zuschauen musste: „Besonders in den Heimspielen merkt man sein Fehlen. Seine Ruhe und Ballsicherheit sind wichtig.“ Allerdings konnten weder Brück noch der ebenfalls verletzte Michael Renner trainieren, ein Einsatz ist unwahrscheinlich. Wieder zur Verfügung steht hingegen Kapitän Oliver Stierle, sodass eine Rückkehr zur Dreierkette möglich wäre.

Ivezic als Mentalitätsmonster

Ohne dieses Trio kamen die Rot-Schwarzen beim FC Nöttingen zu einem 1:0-Sieg. Miede: „Es war eine ausgeglichene Partie, wir haben defensiv gut gestanden und nach vorne sind wir eigentlich immer gefährlich. Im Abschluss fehlte die Effizienz. Wir hätten früher das 2:0 machen können, dann wäre das Ding entschieden gewesen.“ Ein Sonderlob verdiente sich Tomislav Ivezic, der sich in jeden Zweikampf wirft und mit seiner kämpferischen Einstellung die anderen mitreißt. „Tomo ist ein Mentalitätsmonster“, ist der 54-Jährige froh, den Innenverteidiger zurückgeholt zu haben.

Neuer Kiosk im Stadion für den Außenverkauf


Sportplatz Abseits des Rasens kann Spielleiter Ingo Miede vom SV Göppingen Neuigkeiten vermelden, denn die Planungen für einen neuen Außenverkaufsbereich inklusive Kiosk sind weit fortgeschritten und sollen ebenso zeitnah in Angriff genommen werden wie der Aufbau eines permanenten Toilettenwagens. Noch etwas dauern wird es, bis die Installation des Flutlichts losgeht: „Es werden vier Masten mit jeweils sechs LED-Leuchten, die mindestens 400 Lux liefern, was in der Regionalliga gefordert wäre.“