Fußball-Landesliga Für die Gier gibt’s keine Pause

Yannick Ruther beim Fallrückzieher. Nach zwei Spielen auf der Bank darf er am Samstag wieder Spektakuläres zeigen.
Yannick Ruther beim Fallrückzieher. Nach zwei Spielen auf der Bank darf er am Samstag wieder Spektakuläres zeigen. © Foto: Thomas Madel
Geislingen / Thomas Friedrich 12.10.2018
Der SC Geislingen gewinnt mittlerweile auch schwächere Spiele. Am Samstag in Neu-Ulm sollen wieder hundert Prozent her.

Zu den Vorzügen einer Spitzenmannschaft gehört, auch mal schwächere Spiele für sich zu entscheiden. Das ist dem SC Geislingen mit dem 3:0 gegen den Drittletzten TSV Weilheim gelungen. Auch wenn Trainer Jasko Suvalic „nie das Gefühl“ hatte, seine Mannschaft könne das Spiel aus der Hand geben“, sind ihm die Schwierigkeiten der Seinen nicht verborgen geblieben.

Die Geislinger haben nach gutem Start die frühe Führung nur noch verwaltet und „nicht die Gier gezeigt, die uns eigentlich auszeichnet“. Durch den reibungslosen Auftakt hatte sich bei vielen seiner Zöglinge das Gefühl breitgemacht, es ginge auch mit weniger Aufwand. „Da ist mental einiges verrutscht“, beschreibt Suvalic den Auftritt in Hälfte eins. Nach einer Pausenansprache hatte er sein Team wieder auf Linie, am Samstag will er „durchgehend hundert Prozent“ sehen.

Die Schwächen aus dem Weilheim-Spiel erleichtern dem Coach, den Spielern zu zeigen, „was passieren könnte“, wenn sie ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Zwei Mal bewahrte den SC in Hälfte eins das Aluminium vor dem Ausgleich oder gar Schlimmerem. Am Samstag um 16 Uhr wartet der Viertletzte TSV Neu-Ulm, der im Kampf gegen den Abstieg jeden Punkt braucht. Motivierte Gegner sind für den SC in der Landesliga nichts Ungewohntes. Die Geislinger, sagt Suvalic, wüssten jede Woche, was auf sie zukommt: „Ein Gegner, der Vollgas gibt.“  Zu dieser Kategorie gehören seine Schützlinge auch, mit Vollgas spielen sie zumindest „fast immer“.

Am Samstag streut Suvalic wieder die übliche kleine Rotation ein. Ein oder zwei Änderungen sind gängig. In Neu-Ulm darf einer ran, der zuletzt zwei Mal draußen war. Stürmer Yannick Ruther rotierte nach dem Spiel in Wald­stetten raus und blieb es zwei Wochen lang. Seinem Trainer tat er „fast schon leid“. Ruther wurde Opfer eines Topkaders, da kann das schon mal passieren: „Du machst nichts falsch und sitzt trotzdem draußen.“  Am Samstag darf er wieder rein. Nach seiner unfreiwilligen Pause besteht keine Gefahr, Ruther könnte weniger als hundert Prozent geben.

Das sollten seine Kollegen nicht zur Gewohnheit werden lassen. Vorigen Samstag hatten sie das Glück, sich die laxe Einstellung „gegen den richtigen Gegner“ zu erlauben, erklärt Suvalic. Weilheim war zu bieder, um die Nachlässigkeit zu bestrafen. Jede Woche funktioniert das nicht.

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