Fußball Favoritenrolle ungewohnt

Christopher Friedrich (am Ball) steht nach aufgearbeitetem Trainingsrückstand morgen vor der Rückkehr in die Startelf des FTSV Kuchen.
Christopher Friedrich (am Ball) steht nach aufgearbeitetem Trainingsrückstand morgen vor der Rückkehr in die Startelf des FTSV Kuchen. © Foto: Thomas Madel
Kuchen/Böhmenkirch / Von Thomas Friedrich 01.09.2018

Vier Punkte zieren das Konto nach zwei schweren Auswärtsspielen, mit einem solchen Start in die Bezirksliga überraschten sich die Kuchener selbst. Trainer Martin Braunmiller hat sich zuvor „keinen Kopf gemacht“, wieviele Zähler sein Team zum Auftakt sammelt, auf deren vier wäre er vermutlich nicht gekommen.

In allen Pflichtspielen der Saison haben die Kuchener Rückstände aufgeholt. Auch im Bezirkspokal in Wäschenbeuren glich der FTSV am Dienstag ein 0:1 noch aus, um anschließend im Elfmeterschießen auszuscheiden. Braunmiller fand die Vorstellung der Seinen gegen den A-Ligisten „nicht besonders toll“, das Ergebnis sollte aber dazu beitragen, „die Sinne zu schärfen.“ Die Ausgangslage morgen um 15 Uhr ist vergleichbar, auf dem Papier sind die Seinen wieder Favorit.

Die SF Dettingen fahren mit null Punkten und 0:9 Toren ins Ankenstadion. Braunmiller verweist auf deren Gegner. Dettingen hat gegen Donzdorf und Deizisau gespielt, „die beiden Topteams der Liga.“ Daher misst der FTSV-Trainer den bisherigen Ergebnissen der Gäste wenig Bedeutung bei. Die kommen aber sicher nicht mit überbordendem Selbstvertrauen, zumal sie am Donnerstag in Jesingen ebenfalls bei einem unterklassigem Gegner aus dem Pokal geflogen sind. Trotzdem stellt Braunmiller seine Zöglinge darauf ein, auch in dieser Partie wieder „alles abrufen“ zu müssen, um den erhofften Sieg einzufahren.

Das Pokal-Aus ist vergessen, der Coach gesteht seiner jungen und nach dem Abgang zahlreicher Leistungsträger neu zusammengestellten Mannschaft gelegentliche Aussetzer zu. Morgen muss er sicher auf Nick Klement (Knie verdreht) und wahrscheinlich auch auf Jonas Ebner (Bänderdehnung im Sprunggelenk) verzichten.  Da schlägt womöglich die Stunde der Routiniers. Kai Brosig könnte Klement als Innenverteidiger ersetzen, Christoph Friedrich hat seinen Trainingsrückstand aufgearbeitet und ist für Braunmiller ein „klarer Startelfkandidat“.

Ü 40-Stürmer auf jeder Seite

In der Kreisliga B 9 kommt’s am dritten Spieltag zum Duell verkehrt. Gastgeber TG Böhmenkirch ging mit bescheidenen Zielen in die Saison und hat bislang alles gewonnen, der FTSV Ditzenbach/Gosbach will aufsteigen und findet sich mit nur einem Zähler im hinteren Tabellendrittel wieder. FTSV-Trainer Michael Böhm erklärt den Fehlstart mit einer „unvorstellbaren“ Ausfall-Quote. Morgen fehlt gleich ein halbes Dutzend Stammspieler. Alex Kleinmann hat wegen latenter Knieprobleme seine Karriere kurzfristig beendet, Nico Lippek, Ilir Ranaj und Nico Faber sind verletzt oder krank, Florian Eckert und Patrick Pelzl im Urlaub. Immerhin trainiert Stürmer Rafael Backes nach langer Pause wieder und muss wegen der vielen Ausfälle früher ran als geplant. Zudem hat Böhm aus der AH-Mannschaft den 40-jährigen Murat Yüksel reaktiviert.

Das alles verleitet die Böhmenkircher nicht zu Fahrlässigkeit. Trainer Alessandro Santangelo rät den Seinen zur Mäßigung in jeder Lage. Sie dürfen nach Siegen „nicht zu euphorisch“ werden und nach Niederlagen sollte „die Moral nicht gleich in den Keller“ gehen. Morgen muss er auf Ramiz Önder (Urlaub) verzichten, dafür steht dessen Vater Salih Önder (44) voll im Saft und traf beim 3:2-Pokalsieg gegen A-Ligist Salach zweimal. „Auf den ist immer Verlass“, schwärmt sein Trainer.

Die drei Pflichtspielsiege machen selbstbewusst. Der FTSV, sagt Santangelo, „muss schon einiges zeigen, wenn er uns schlagen will.“ Kollege Böhm wäre schon mit einem Remis nicht unzufrieden. Bis im Spätherbst alle Akteure zur Verfdügung stehen, müssen die Seinen „irgendwie in Sichtkontakt“ zur Spitze bleiben. Bei einer Pleite morgen wäre die schon um acht Zähler entrückt.

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