Fußball Familienbande lockt ins Täle

Hier spielt Tolunay Sahin noch im SC-Trikot  gegen seine künftigen Kollegen vom TSV Obere Fils. In der ­Rückrunde trägt er selbst Gelb-Schwarz.
Hier spielt Tolunay Sahin noch im SC-Trikot  gegen seine künftigen Kollegen vom TSV Obere Fils. In der ­Rückrunde trägt er selbst Gelb-Schwarz. © Foto: Thomas Madel
Region / Von Thomas Friedrich 08.12.2018

Der Trainerwechsel beim TSV Obere Fils hat sich schon bezahlt gemacht. Seitdem Co-Trainer Michael Allmendinger seinen Chef Naim Ponik beerbt hat, präsentiert sich die Mannschaft deutlich stabiler. Zwei Siege aus drei Spielen haben den TSV von einem Abstiegsplatz wegbefördert. Die Lage ist „einen Tick besser“ geworden, sagt Allmendinger. Noch trennt sein Team nur die bessere Tordifferenz vom dunklen Keller.

Im Täles-Derby gegen den TV Deggingen will sich Obere Fils weiter aus der gefährdeten Zone absetzen. „Die haben am Schluss sowieso nichts mit dem Abstieg zu tun“, prognostiziert TVD-Trainer Daniel Knaupp dem morgigen Kontrahenten einen ruhigeren Saisonverlauf. Seine Mannschaft trennen beruhigende elf Zähler von ganz unten, trotzdem fühlen sich die Degginger längst nicht sicher. Erst vorige Woche beim mageren 1:1 gegen den Fünftletzten Zell haben Knaupp und die Seinen gemerkt, wie die Teams aus den Untiefen der Tabelle „.kämpfen wie die Löwen“.

Aus der Komfortzone der Liga kann sich der TVD auf das Derby fokussieren. Ein solches zu gewinnen, findet Knaupp immer als Wert an sich. Der TSV Obere Fils im Tabellenkeller dagegen hat für die lokale Komponente keinen Nerv. „Wir brauchen die Punkte, egal gegen wen“, sagt Allmendinger. Derbyromantik interessiert ihn nur am Rande.

Mit Basri Ponik und Gökmen Cetinkaya fehlen dem TSV zwei Spieler aus familiären Gründen, Deggingen muss weiter Abwehrchef Johannes Maier (Bänderriss) ersetzen.

Allmendinger hat das Amt nur kommissarisch übernommen, theoretisch könnte sein viertes Spiel als Cheftrainer morgen schon sein letztes sein. Noch hat der Verein keinen Nachfolger gefunden, Allmendinger bereitet sich mental darauf vor, „auch nach der Winterpause weiterzuarbeiten“. Zumal er schon in die Rückrundenplanung involviert war. Drei Neue bekommen er oder sein Nachfolger. Michael Pehl ist nach auskuriertem Kreuzbandriss „fast ein echter Neuzugang“, sagt Allmendinger. Zudem kommen vom SC Geislingen II Nils Koslowski und Tolunay Sahin. Für den Geislinger Kapitän sind familiäre Bande wichtiger als die Binde, Sahin ist der Schwager von Gökmen Cetinkaya.

Braunmiller erwartet Reaktion

Für den FTSV Kuchen hat das letzte Spiel des Jahres doch noch eine höhere Bedeutung gewonnen als geplant. Die 1:2-Heimpleite gegen den Tabellenletzten Nürtingen hat den Druck erhöht. Morgen um 14 Uhr will sich Trainer Martin Braunmiller mit seinem Team „die verschenkten Punkte zurückholen“.

Gegen Nürtingen lieferte der FTSV die schwächste Saisonleistung, Braunmiller ärgert sich über die unnötige Niederlage immer noch. Morgen erwartet er von seiner Mannschaft „eine Reaktion auf ein solches Spiel“. Ganz aus dem Nichts kommt der Leistungseinbruch nicht. Die Kuchener hatten wegen der Relegation im Sommer wenig Pause, zudem schleppen viele Leistungsträger nach Verletzungen noch Trainingsrückstand mit sich herum. Immerhin kehrt Niklas Klement wieder in den Kader zurück.

Gegen Neuhausen sollen Braunmillers Schützlinge nochmals „alles reinwerfen“, um aus der mit sechs Zählern Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz immer noch soliden Ausgangsposition eine komfortable zu machen. „Wir lassen uns nicht verrückt machen, wir haben ja noch ein Polster“, beruhigt der Trainer alle Skeptiker.

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