Geislingen/Bad Ditzenbach/Gosbach Euphorie auf beiden Seiten

Geislingens Matariz Darboe (links) im Zweikampf mit FTSV-Kapitän Patrick Reiter. Der SC will seine Zweite stärken, Bad Ditzenbach/Gosbach nun den direkten Aufstieg in Angriff nehmen.
Geislingens Matariz Darboe (links) im Zweikampf mit FTSV-Kapitän Patrick Reiter. Der SC will seine Zweite stärken, Bad Ditzenbach/Gosbach nun den direkten Aufstieg in Angriff nehmen. © Foto: Cornelius Nickisch
Geislingen/Bad Ditzenbach/Gosbach / Jochen Weis 27.06.2018
Die Relegation ist abgehakt, Geislingen wie Bad Ditzenbach/Gosbach legen den Fokus schon wieder auf anstehende Aufgaben und Ziele.

Für gewöhnlich fristen die zweiten Mannschaften der Fußball-Clubs ein Schattendasein. So verwundert es auch nicht, dass die U 23 SC Geislingen nicht das große öffentliche Interesse verursacht wie der aktuelle Bezirksliga-Meister und Landesliga-Rückkehrer. In der Relegation musste sich nun die Zweite, die in der Kreisliga A  spielt, dem B 9-Vizemeister FTSV Bad Ditzenbach/Gosbach erwehren, eine schwacher Saisonendspurt hatte die Mannschaft überhaupt erst in diese Lage gebracht. Mit einem am Schluss deutlichen und auch in der Höhe verdienten 4:1 lösten die Geislinger diese Aufgabe allerdings souverän. Ein Erfolg, der jedoch weit mehr ist als der bloße Klassenerhalt.

„Sehr wichtig“ nennt ihn Trainer Björn Esslinger, der kurz vor Ende der Punkterunde die Mannschaft übernommen hat. Wichtig, weil der SC künftig wieder verstärkt auf Spieler mit Stallgeruch setzen, sprich Talente aus dem eigenen Nachwuchs an die erste Mannschaft heranführen und einbauen will. Eine Tugend, die den Sport-Club einst groß gemacht hatte. Das aber erfordert nun einmal eine Durchgängigkeit von den Bambini bis zu den Aktiven. „Das heißt, wir müssen unsere Zweite stark machen“, betont Esslinger, der zuvor die U 19 betreut hat. „Unsere Spieler, die von den A-Junioren kommen, sollen sich in der U 23 weiterentwickeln, denn der direkte Sprung in die Landesliga wäre viel zu groß.“ Aber für diese Entwicklung muss auch die Spielklasse ein entsprechendes technisches Niveau haben, Spielpraxis allein, die man ja auch in der B-Klasse bekäme, reicht da nicht.

„Wir hatten schon gegen den FTSV eine U 23 am Start, nur zwei Spieler waren älter“, erklärt Esslinger, der schon ernst gemacht hat mit der Philosophie: „In der Mannschaft haben drei gespielt, die sind in der vergangenen Saison aus der Jugend gekommen, außerdem hatte ich noch vier A-Junioren auf der Bank. Genau auf diese Art werden wir die Zweite aufbauen.“

Auf Seiten der Ditzenbacher herrschte zwar nach der vergebenen Chance auf den Aufstieg Enttäuschung. „In eine Sinnkrise fällt aber deswegen bei uns niemand“, sagt Coach Michael Böhm. Im Gegenteil, die Niederlage werde vielmehr den Ehrgeiz seiner Mannschaft anstacheln, in der kommenden Runde den Sprung in die A 3 zu machen – und zwar direkt, nicht über den Umweg Relegation. „Da werden wir angreifen“, verspricht Böhm, der die Euphorie in die Vorbereitung mitnehmen möchte. „Die Mannschaft hat gesehen, was geht, was sie kann. Wenn man da noch bedenkt, welche Turbulenzen wir unter der Saison hatten mit Zu- und Abgängen, muss man sagen: Wir haben eine super Leistung gezeigt, haben uns richtig gut gefunden“, erklärt der Coach. Schließlich hatte sich der FTSV nicht mit purem Glück in den Entscheidungsspielen gegen Frisch Auf Göppingen (2:0) und Eybach (2:1) durchgesetzt, sondern richtig starke Partien hingelegt.

„Wir haben ein junge Mannschaft, wir sind entwicklungsfähig. Was die Jungs aus den drei Spielen mitgenommen haben, das spüren sie im Moment noch gar nicht“, sagt Böhm, „aber diese Erfahrung lässt einen reifen und besser werden.“ Genau diese Reife habe in der Aufstiegsrunde noch gefehlt, betont Böhm, der durchaus einen gewissen Charme darin sieht, nicht gleich eine Etage höher zu gehen. „Was da aus der Bezirksliga in die A 3 runterkommt – Wiesensteig, Eislingen und Faurndau – das ist schon ein Pfund, das wird knackig“, sagt der FTSV-Coach, „außerdem könnten wir ja kaum noch etwas vorbereiten. Wir müssten die Zweite für den Wettbewerb melden und, und und. Ich will jetzt damit nicht sagen, dass ich deshalb nicht aufsteigen wollte. Das mit den Vorbereitungen ließe sich ja regeln. Aber das wäre eine Herkulesaufgabe geworden. So haben wir für alles noch ein Jahr Zeit.“

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