Ebersbach / Andreas Böhringer  Uhr

Das ist die pure Erleichterung, ich bin gottfroh“, sagte ein glücklicher Manuel Doll, bei dem sich nach dem Schlusspfiff die Anspannung allmählich löste. Zuvor mussten der Übungsleiter des TSV Bad Boll und seine Mannen um den Klassenerhalt zittern, denn erst in der Nachspielzeit sorgte Matthias Aust mit seinem Treffer zum 1:2-Auswärtssieg in Ebersbach für die Entscheidung. Die Ausgangslage war klar gewesen: Eine Niederlage bei einem gleichzeitigen Erfolg des TV Echterdingen und die Boller wären auf den Relegationsrang zurückgefallen.

Beide Mannschaften starteten in einem 3-4-3-System, der SV Ebersbach verzeichnete zunächst ein Ballbesitzplus, ohne dabei gefährlich vor das TSV-Gehäuse zu kommen. Beim ersten Abschluss von SVE-Angreifer Caglar Celiktas waren bereits 23 Minuten gespielt. Bei den Gästen stand Torsicherung oben auf der Prioritätenliste, die Offensivbemühungen waren dementsprechend verhalten. Auf beiden Seiten fehlte die Bewegung ohne Ball, so dass es kaum Anspielstationen gab. Die beste Gelegenheit für Bad Boll hatte Innenverteidiger Fabian Ammon, der nach einem Jux-Freistoß an den Außenpfosten köpfte (30.). Nach ereignislosen 45 Minuten ging es folgerichtig torlos in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel stand Bad Boll noch tiefer und igelte sich vor dem eigenen Strafraum ein. „Wir wollten nicht tief stehen“, kommentierte Doll das Verhalten seines Teams und führte das auf die nervliche Anspannung zurück: „Da sieht man, was die Psyche ausmacht.“ Teilweise waren alle elf Akteure in der eigenen Hälfte, offensiv war Max ­Pradler der Alleinunterhalter und zeigte eine schöne Direkt-Abnahme (60.). Ebersbach versuchte über die Flügel in den Rücken der Abwehr zu kommen, doch den Aktionen fehlten Tempo und Durchsetzungsvermögen. Es war deshalb nicht verwunderlich, dass Standards für die Tore herhalten mussten. In der 74. Minute konnte Pradler am langen Pfosten nach einem Einwurf und anschließender Kopfballverlängerung unbedrängt einschieben, auf der Gegenseite gab es eine Kopie dieses Tores. Hier wurde eine Ecke auf Moritz Waggershauser verlängert, der ebenso frei am langen Pfosten einnetzen konnte (80. Minute).

„Nach dem 1:1 war komplettes Zittern angesagt“, beschrieb Doll die folgenden bangen Minuten. Erlöst wurde das Boller Lager schließlich von Matthias Aust, der bei einem Konter kurz hinter der Mittellinie frei durch war, auf SVE-Keeper Schurr zusteuerte und überlegt zur Entscheidung einschob (91.). „Das war von beiden Seiten kein gutes Spiel“, sagte Doll zum Schluss, doch das war an diesem Tag egal und die Nicht­abstiegs-Feierlichkeiten konnten beginnen.

Sein Pendant Dinko Radojevic blickte auf eine unbefriedigende Saison zurück. „Es gibt Dinge in einem Trainerleben, die will man schnell vergessen“, meinte der SVE-Coach und war insbesondere mit der zweiten Saisonhälfte absolut unzufrieden: „Wir haben uns in der Rückrunde alles kaputt gemacht und uns nicht gut präsentiert. Beim Verein und mir herrscht eine große Enttäuschung.“ Radojevic will hinter das Spieljahr schnell einen Haken machen und es „nächste Saison besser machen“.

SV Ebersbach: Schurr – Ivezic, Maglio, Strohmaier (74. Waggershauser), Kqiraj (54. Froschauer), Roos (67. Bauer), Baumgartner, Breit, Grünenwald, Celiktas (54. Uluköyli), Müller.

TSV Bad Boll: Lache – Kivotidis, Topolovec, Ammon, Philipp, Sebastian Aust (93. Martorelli), Persch (72. Falzone), Nicastro, Jux (82. Zuljevic), Pradler, Hartmann (22. Matthias Aust).

Tore: 0:1 Pradler (74.), 1:1 Waggershauser (80.), 1:2 M. Aust (91.).

SR: Jäger (Böblingen).

Zuschauer: 200.