Fußball Die Geister der Vorsaison

Michael Allmendinger instruiert Sandro Hensel. Der Interimscoach versucht als Spielertrainer, seiner Mannschaft die Nachwehen des Bezirksliga-Abstiegs auszutreiben.
Michael Allmendinger instruiert Sandro Hensel. Der Interimscoach versucht als Spielertrainer, seiner Mannschaft die Nachwehen des Bezirksliga-Abstiegs auszutreiben. © Foto: Thomas Madel
Kuchen/Wiesensteig / Von Thomas Friedrich 10.11.2018

Wenn die Not am größten ist, soll’s Michael Allmendinger richten. Nach der Trennung von Klaus Fischer übernahm er 2017 kommissarisch als Trainer den TSV Obere Fils in der Bezirksliga, jetzt hat er dieselbe Aufgabe eine Etage tiefer.

In der Kreisliga A 3 soll das funktionieren, was in der Bezirksliga nicht geklappt hat. Allmendinger stieg als Interimscoach ein, übergab im Winter an Ömer Telci, am Ende stand der Abstieg. Ein Jahr später und eine Klasse tiefer steht der TSV schon wieder auf einem Abstiegsplatz. Diesmal, sagt Allmendinger, seien die Voraussetzungen ganz andere. Im Gegensatz zum Vorjahr hat die Mannschaft fraglos die Qualität, um drinzubleiben. „Das Potenzial ist da“, sagt Allmendinger, zuvor als spielender Co-Trainer Assistent des geschassten Naim Ponik.

Die desaströse Bezirksliga-Rück­runde steckt noch immer in den Hinterköpfen. Jede Niederlage ruft die Geister der Vorsaison zurück. Der Mannschaft fehle ein Erfolgserlebnis, analysiert Allmendinger. Das soll sie sich gleich morgen um 14.30 Uhr gegen Mitkonkurrent KSG Eislingen verschaffen, der gerade mal zwei Zähler mehr auf dem Konto hat. Das Ende der Verletzungsmisere ist nah, morgen steht nach langer Pause  wieder Stammkeeper Christian Mayer zwischen den Pfosten.  Die Dauer seines Engagements ist Allmendinger noch unklar. Der Verein sucht „in Ruhe“ einen Trainer für die Rück­runde. Sollte es keine brauchbare Lösung geben, haben TSV wie Michael Allmendinger „kein Problem“ damit, die Interimsphase bis zum Saison­ende auszudehen.

FTSV zwischen den Extremen

Bezirksligist FTSV Kuchen wandelte zuletzt zwischen zwei Extremen. Erst 5:0, dann 1:6, morgen um 14.30 Uhr gegen Tabellennachbar VfL Kirchheim sollte sich das Resultat wieder im  normalen Bereich einpendeln. Trainer Martin Braunmiller erwartet kein deutliches Ergebnis, er empfand zudem die beiden vergangenen Partien als „gar nicht so extrem“.

Braunmiller beurteilt die Leistung seines Teams in diesen Spielen als keinesfalls krass gegensätzlich. Er macht die Ergebnisse stattdessen an der Qualität des jeweiligen Gegners fest. Beim 5:0-Sieg gegen einen „eher schwachen“ TSV Denkendorf reichte eine durchschnittliche Leistung. Eine solche lieferte Braunmillers Team ebenfalls eine Woche später gegen den bärenstarken Tabellenführer Frickenhausen, da haben die Seinen trotz 1:6 „auch nicht alles falsch gemacht“.

Der Vorsprung auf den Relegationsplätze ist auf nur noch vier Zähler geschrumpft, das macht in Kuchen aber keinen nervös. Der FTSV hat sich von Beginn an auf Abstiegskampf eingestellt, die bislang gesammelten 21 Punkte aus 14 Spielen können sich in dieser engen Liga durchaus sehen lassen. Braunmiller sieht seine Mannschaft „voll im Soll“, sowohl was die Punktausbeute als auch die Leistung angeht. Er sieht daher „keinen Grund, irgendwas zu ändern“.

Einige personelle Änderungen ergeben sich zwangsläufig. Neben dem schon vergangene Woche fehlenden Merlin Schmid fällt auch Innenverteidiger Lukas ­Lallemand aus, dafür stehen ­Christopher Friedrich und ­Marco Gebhart (Achillessehnenprobleme) vor der Rückkehr.

Vor allem Gebhart hat der Trainer zuletzt vermisst, nicht nur wegen dessen 16 Saisontoren. Martin Braunmiller schätzt den Kuchener Stürmer  vor allem wegen dessen „großen Einsatzes“ und seiner Rolle als „wichtige Anspielstation“.

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