Relegation Der FTSV glaubt an den großen Triumph

Jubelt der  FTSV heute Abend über den Aufstieg?
Jubelt der  FTSV heute Abend über den Aufstieg? © Foto: Thomas Madel
Bad Ditzenbach/Gosbach/Geislingen / Jochen Weis 23.06.2018

Zuerst die FA Göppingen mit 2:0 ausgeknipst, dann den TV Eybach mit 2:1 aus dem Weg geräumt: Die Kicker des FTSV Bad Ditzenbach/Gosbach sind heiß wie Frittenfett: Nur ein Sieg fehlt dem B 9-Vizemeister in der Relegation noch zum Sprung in die A 3. Den will die Mannschaft von Trainer Michael Böhm heute, Samstag, 16 Uhr, in Bad Boll gegen den SC Geislingen II tun. „Ich muss da in Sachen Euphorie meine Spieler fast schon etwas ausbremsen“, sagt Böhm.

Das Trainer-Urgestein selbst ist völlig unaufgeregt: „Natürlich wollen wir das Ding gewinnen“, sagt er, „aber die Rechnung ist einfach: Wir haben nichts zu verlieren, die Geislinger dagegen können absteigen. Das heißt, der Druck lastet auf ihnen.“ Wobei da doch etwas Understatement mitschwingt. Schließlich hatte niemand die U 23 des SC auf dem Relegationszettel, am wenigsten sie selbst. Bis kurz vor Saisonende stets im sicheren Mittelfeld angesiedelt, rauschten die Geislinger noch nach unten. Und auf diesen Faktor Unsicherheit setzt Böhm, dessen Mannschaft – die bisherigen Relegationsrunden mitgerechnet – zuletzt fünf Siege in Folge eingefahren hat. Anders formuliert: Es läuft beim FTSV. Diese Gewinner-Mentalität soll nun heute auf den Platz (wenngleich Böhm auf ein Trio verzichten muss, darunter erneut Torjäger Rafael Backes). Und zwar gegen eine Mannschaft, die sich erst wieder richtig finden muss und zuletzt auch noch pausierte.

Björn Esslinger, der die Zweite des SC zum Saisonende hin vorzeitig übernommen hat, sieht in diesem Umstand jedoch keine Probleme. Mit einem 4:2 gegen Deggingen hatte sein Team zum Rundenschluss zumindest noch ein Ausrufezeichen gesetzt. „Die zwei Wochen Pause haben wir für intensives Training genutzt.  Es war immer volle Hütte, die Stimmung in der Mannschaft ist gut“, berichtet Esslinger, der als Aktiver einst selbst unter Trainer Böhm die Kickschuhe schnürte.

Intensives Training, das hieß zuvorderst an den eigenen Schwächen zu arbeiten. „Man kann ja nun nicht den Fußball neu erfinden, ein gewisses Matchglück braucht es auch“, sagt Esslinger, der als Grund für den finalen Sinkflug eine gewisse Sorglosigkeit angesichts des scheinbar so sicheren Mittelfeld-Platzes ausgemacht hatte. „Fakt ist jedoch, dass wir zu viele Gegentore bekommen. Wir müssen schneller umschalten im Spiel nach hinten“, betont Esslinger. Und: „Wir müssen stabiler stehen, müssen mehr Balance in die Mannschaft bekommen, die Abwehr nicht entblößen und unsere Angriffe absichern. Wir wollen es ja nicht so machen wie unsere Nationalmannschaft bei der WM.“

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