Fußball-Landesliga Das K-Wort steht auf schwarzer Liste

Trost brauchen die Spieler des SC Geislingen nach vier sieglosen Spielen derzeit mehr als gewohnt.
Trost brauchen die Spieler des SC Geislingen nach vier sieglosen Spielen derzeit mehr als gewohnt. © Foto: Thomas Madel
Geislingen / Von Thomas Friedrich 09.11.2018

Sie haben es sich hart erarbeitet, das ist der Fluch der guten Tat. Fast eineinhalb Jahre lang eilte der SC Geislingen von Erfolg zu Erfolg, da muten vier sieglose Spiele in Serie schon wie eine Krise an. Vor dem schweren Gastspiel beim Tabellenfünften Nafi Stuttgart am Sonntag wollen die Geislinger den Trend aufhalten.

Trainer Jasko Suvalic wischt jegliches Krisengerede beiseite. Das Unwort Krise, argumentiert er, nähmen jetzt nur die Leute in den Mund, die den SC „vor fünf Wochen zum Titelfavoriten gestempelt“ haben. Dagegen hat sich der Geislinger Übungsleiter damals ebenso gewehrt wie jetzt gegen das K-Wort. Er verweist auf die Auftritte seiner Mannschaft, die auch zuletzt nicht so schlecht gewesen seien wie es die Ergebnisse vermuten lassen.  An der Darbietung zuletzt gegen den SV Bonlanden fand Suvalic wenig auszusetzen. „Mit dieser Leistung gewinnt man normalerweise von zehn Spielen sechs oder sieben.“ Es reichte vorige Woche aber nur zu einem 1:1, und deshalb wartet er mit seiner Mannschaft seit dem 6. Oktober (3:0 gegen Weilheim) auf einen Sieg.

Das die für die erfolgverwöhnten Geislinger gänzlich ungewohnte Negativserie allmählich aufs Gemüt schlägt, leugnet der Trainer nicht. Vielleicht „denkt der eine oder andere Spieler zuviel nach“, mutmaßt er über die Ursachen der zuletzt abhanden gekommenen Unbeschwertheit der ersten Saisonspiele. Deshalb müssen die Seinen „diesen Trend schnell stoppen“ und schnellstens wieder in die Spur kommen. Wie das gelingen soll? „Am besten, indem man Spiele gewinnt“, verrät der Trainer ein wenig originelles Rezept.

Da die Geislinger auf dem Rasen selten enttäuschen, sieht Suvalic keinen Anlass, Grundsätzliches zu ändern. „Was zwei Jahre lang richtig war“, müsse man nach vier Spielen „nicht gleich in Frage stellen“. Am Sonntag droht dem SC aber weiteres Ungemach. Nafi Stuttgart hat mit 32 die meisten Tore geschossen, Suvalic hat höchsten Respekt vor der „besten Offensive der Liga“. Die Gastgeber sind individuell herausragend besetzt. Ein Stürmer vom Schlage Franco Petrusos, im Sommer vom Oberligisten SV Göppingen gekommen, ist „noch nicht mal der Star des Teams, von der Sorte haben die drei oder vier“, sagt Suvalic mit einem Anflug von Neid.

Selbst wenn seine Mannschaft am Sonntag um 14.30 Uhr ohne die verletzten Yasin Ceküc und Mario Feldmeier die Sieglos-Serie verlängert, sieht der Coach noch keinen Anlass zur Panik. Langsam holt die Realität seine Mannschaft ein. Im Prinzip ist jetzt nur das eingetreten, wovor Suvalic immer gewarnt hat. Er hat sich stets geweigert, den SC in den Kreis der Titelaspiranten aufzunehmen. Es sieht so aus, als ob ihn das Team in seiner Einschätzung bestätigt. Er hätte in dem Fall gerne darauf verzichtet, Recht zu behalten.

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