Fußball Coveli-Elf will Ende der Durststrecke

Gianni Coveli, Trainer des SV Göppingen.
Gianni Coveli, Trainer des SV Göppingen. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / ANDREAS BÖHRINGER 15.09.2017
Nach zwei Zählern aus vier Partien stehen die Göppinger unter Druck. Morgen gastiert Oberliga-Rückkehrer Freiberg.

„Der Coach hat die 90 Minuten aufgearbeitet und uns gesagt, was ihn störte“, berichtet Marcel Schleicher von Gianni Covelis (Foto) Ansprache zu Wochenbeginn. Der SV-Übungsleiter hatte nach der miserablen Leistung seiner Schützlinge bei der 0:2-Niederlage in Oberachern Gesprächsbedarf. „Damit ist die Sache aber auch geklärt“, fährt Schleicher fort. Nun liegt der Fokus eindeutig auf Samstag, 14 Uhr: „Wir müssen uns in den Trainingseinheiten ein gutes Level erarbeiten und zuhause drei Punkte holen.“ Freiberg marschierte letzte Saison durch die Verbandsliga und meldete mit der top-besetzten Mannschaft Ansprüche auf Oberliga- Spitzenplätze an, doch bisher läuft es für das Team von Fußballlehrer Ramon Gehrmann nicht, vier Punkte bedeuten Rang 14.

Auch der Motor des Sportvereins kam zuletzt ins Stottern. Reichte es gegen Neckarsulm, Sandhausen und Pforzheim nur zu zwei Remis, so stimmten die Leistungen dennoch zuversichtlich. Doch in Oberachern war die Vorstellung in allen Belangen zu wenig. „Das war schlecht von uns. Wir haben die Vorgaben nicht umgesetzt und den Faden nach dem 0:1 verloren. Wir wurden hektisch und haben gefährliche Pässe gespielt, obwohl wir noch viel Zeit hatten. Nach vorne haben wir nichts zustande gebracht“, analysiert Marcel Schleicher, der just in diesem Spiel eine Bewährungschance im Tor erhielt, nachdem die bisherige Nummer eins Kevin Rombach in diesem Spieljahr teils die Souveränität bei der Strafraumbeherrschung vermissen ließ. „Dass ich spiele, hatte mir Gianni am Mittwoch mitgeteilt, das Team erfuhr es am Donnerstag“, erklärt der 23-Jährige, der seinem Einsatz mit Freude entgegenblickte: „Ich spürte keine Nervosität. Ich bin fit und auf einem guten Niveau, deshalb ging ich mit einem guten Gefühl rein.“ Bei den Gegentoren war Schleicher, der in Esslingen Fahrzeugtechnik studiert, machtlos. Der Torhüter kam 2015 von Bezirksligist Altbach und hat seitdem eine starke Entwicklung genommen. „Ich habe mich eindeutig gesteigert, ich gebe in jedem Training Gas und will spielen“, stellt er fest. Seine Fortschritte  blieben auch dem Trainer nicht verborgen, der ihm bereits vor der Saison Spielanteile in Aussicht stellte. „Gianni und ich hatten gesprochen. Er meinte, ich bekomme meine Einsätze“, so der FC Bayern-Fan, der auch deshalb seinen Vertrag bis 2019 verlängerte: „Ich fühle mich sehr wohl beim Sportverein, das Umfeld stimmt. Mein Ziel ist natürlich, zur Nummer eins zu werden.“

Trotz der Konkurrenzsituation pflegen Marcel Schleicher und Kevin Rombach ein freundschaftliches Verhältnis, wie Schleicher bestätigt. „Wir bilden jetzt im dritten Jahr das Gespann und verbringen viel Zeit im Training zusammen. Ein gutes Verhältnis ist da von Vorteil und das haben wir auf jeden Fall. Die Arbeit mit Torhüter-Trainer Florian Mack passt auch wunderbar, wir profitieren von seinen Übungen“, lobt der 1,93 Meter große Schleicher und sieht die Konstellation mit zwei absolut oberliga-tauglichen Schlussmännern positiv: „Wir sind beide auf einem guten Niveau und motivieren uns gegenseitig.“

In Oberachern standen Isaac Houssou (nach Meniskus-OP) und Neuzugang Marlon Schnabl, der seinen Muskelfaserriss auskuriert hat, erstmals im Kader. Patrick Stöppler musste mit Krämpfen vom Platz, er sollte aber einsatzfähig sein. Ob Rechtsverteidiger Pavlos Osipidis wieder zur Verfügung steht, entscheidet sich kurzfristig. Andreas Böhringer