Geislingen Auf die Leitwölfe ist Verlass

Geislingen / Von Frank Höhmann 08.10.2018
Beim 3:0 gegen Weilheim reicht dem SC Geislingen eine durchschnittliche Leistung mit Toren zum richtigen Zeitpunkt.

Weilheims Trainer Benjamin Geiger hadert mit Fortuna. „Wenn du unten drinhängst, hast du einfach nicht das nötige Glück. Karlo Petricevic nagelt den Freistoß aus 28 Metern an die Unterkante der Latte und von da ins Tor. Und wir treffen in der ersten Hälfte zweimal den Pfosten.“ Geiger, der sich auf das Spiel gegen seine ehemaligen Teamkollegen besonders gefreut hatte, anerkennt aber auch die tolle Parade von Geislingens Torhüter Murat Bahadir, der sich bei einem Schlenzer von Tim Roos lang machte und den Ball mit den Fingerspitzen noch ans Aluminium lenkte (33.).

Geigers junge Mannschaft war in der ersten Hälfte „gar nicht so weit weg vom SC“, erlaubte sich aber zu viele Fehler. Weilheim vermisste einen Leitwolf schmerzlich, die Geislinger haben inzwischen mehr als nur einen auf dem Feld. Petricevic, Volk, Orlando sind nicht nur in der Lage voranzugehen, sondern in kniffligen Situationen den Unterschied auszumachen.

SC 2018, das heißt unberechenbar, treffsicher und gegentorarm. „Das üben wir auch im Training, dass jeder defensiv wie offensiv Akzente setzen kann“, erklärt Trainer Jasko Suvalic die Vielseitigkeit des Aufsteigers, der auch das vierte Heimspiel im Eybacher Tal ohne Gegentor gewann.

 Die Geislinger kontrollierten vor 350 Zuschauern das Geschehen und trafen in der ersten Hälfte zu psychologisch günstigen Zeitpunkten: ganz früh und ganz spät. Yasin Ceküc hielt in der dritten Minute einfach mal drauf und der Ball schlug ein. Nach dem 1:0 „haben wir zu wenig gemacht und Weilheim in die Partie gelassen“, bemängelte Suvalic. So kamen die Gäste zu zwei dicken Gelegenheiten, bei denen dem SC das Aluminium beistand (30., 33.). Auch die Geislinger hatten Chancen, Mädel jagte eine Flanke von Ceküc über das Tor (36.) und Keeper Lang begrub den Ball rechtzeitig vor dem heranstürmenden Mädel unter sich (44.). Die Vorentscheidung fiel Sekunden vor der Pause: Nach Cekücs Ecke köpfte Mädel den Ball zu Petricevic, der legte zurück auf Nicola Orlando, und der Geislinger Kapitän traf die Weilheimer mit seinem Schuss mitten ins Herz (45.).

Da Weilheim nicht konnte und der SC nicht mehr richtig wollte, beschränkte sich der Spitzenreiter nach dem Wechsel auf Ballkontrolle und schonte seine Kräfte. Ein Treffer gelang trotzdem noch: Nachdem Mario Feldmeier an Lang gescheitert war (67.) und der eingewechselte Yannick Ruther mit links knapp über das Tor geschossen hatte (76.), ließ der diesmal von der Dreierkette ins Mittelfeld gerückte Petricevic die Fans mit seinem herrlichen Freistoßtreffer zwei Minuten vor dem Ende ein drittes Mal jubeln.

SC Geislingen: Bahadir – Schöll, Müller, Bäumel, Ceküc, Petricevic, Volk (81. Karahan), Feldmeier, Sönmez (68. Ruther), Orlando (87. Ziegler), Mädel (46. Grupp).

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