Fußball Attraktives Spiel zum Saisonauftakt

Pavlos Osipidis (vorn) lobte seine Mannschaft für den Auftritt im WFV-Pokal beim Landesligisten TSV Berg, den der SV Göppingen mit 4:0 gewann. Auch beim Oberliga-Auftakt heute in Gmünd hofft er auf einen Sieg.
Pavlos Osipidis (vorn) lobte seine Mannschaft für den Auftritt im WFV-Pokal beim Landesligisten TSV Berg, den der SV Göppingen mit 4:0 gewann. Auch beim Oberliga-Auftakt heute in Gmünd hofft er auf einen Sieg. © Foto: Eibner
Göppingen / Andreas Böhringer 11.08.2018
Mit dem prestigeträchtigen Staufer-Derby bei Normannia Gmünd startet der SV Göppingen in das Oberliga-Spieljahr.

Der Oberliga-Spielplan beschert den Fußball-Fans beiderseits des Hohenstaufens gleich zum Auftakt ein Schmankerl, das direkt als Standortbestimmung für beide Klubs dient. Die von Routinier Bobo Mayer angeführten Hausherren holten nach einer fantastischen Rückrunde überraschend den Verbandsliga-Titel und haben sich den Klassenerhalt zum Ziel gesetzt. Hierfür haben die Verantwortlichen um den Sportlichen Leiter Andrea Aiello, der 2011 auch für den Sportverein am Ball war, und Holger Traub den Kader verstärkt, wie der Übungsleiter ausführt: „Es ist für uns unheimlich wichtig, die Mannschaft qualitativ breiter aufzustellen. Die Saison wird viel Energie kosten für jeden einzelnen Spieler; es kann sein, dass einer auch mal eine Pause braucht oder ein Formtief hat. Da muss man flexibel sein und auch mal anders aufstellen können. In der vergangenen Saison war es irgendwann offensichtlich, was unsere Startelf war. Da wollen wir für unsere Gegner etwas weniger auszurechnen sein. Und natürlich gibt es auch Konkurrenzkampf, der leistungsfördernd ist.“ Mit Innenverteidiger Simon Fröhlich, Offensivmann Daniel Queiroz Serejo (beide vom TSV Essingen) sowie Flügelstürmer Francis Ubabuike kamen Qualitätsspieler, die einen Stammplatz sicher haben sollten. Hinzu gesellen sich mehrere hoffnungsvolle Talente, die den Kader gut ergänzen.

„Gmünd ist sicher motiviert als Aufsteiger“, hat der Göppinger Pavlos Osipidis Respekt, stellt aber auch klar: „Wir haben es selbst in der Hand. Wenn wir aggressiv sind und die Vorgaben umsetzen, sollten wir als Sieger vom Platz gehen.“ In der ersten WFV-Pokal-Runde beim Landesligisten TSV Berg hatte der SV Göppingen kurze Anlaufschwierigkeiten, zeigte dann aber seine Klasse und gewann 4:0, wie der frühere Jugend-Nationalspieler Griechenlands, dessen Herz für den Traditionsverein PAOK Saloniki schlägt, erläutert: „Ich muss dem Team ein Kompliment machen. Wir waren konzentriert, haben eine solide Leistung abgeliefert und sind verdient weitergekommen.“

Der Rechtsverteidiger geht optimistisch in sein zweites Jahr an der Hohenstaufenstraße. „Wir hatten letzte Saison bereits ein sehr, sehr starkes Team, es fehlte aber die Konstanz. Diese müssen wir rein bringen, das predigt auch der Trainer immer. Wir haben an Schnelligkeit verloren, aber die Neuen haben andere Qualitäten und bringen diese jede Woche auf den Platz. Qualität und Teamgeist sind gut, ich denke, wir sind einen Tick stärker als zuletzt“, so der 28-jährige Familienvater, dessen Leben sich um Fußball dreht.

Neben seinem Beruf, der gelernte Hotelfachmann ist stellvertretender Empfangsleiter in einem Hotel, und dem Engagement beim Sportverein ist er als Scout und Berater tätig. „Ich möchte betonen, dass es eine sehr seriöse Agentur ist. Da gibt es leider viele schwarze Schafe“, äußert der Rechtsfuß und präzisiert: „Die Betreuung der Spieler macht mir Spaß und soll in Zukunft vielleicht als weiteres berufliches Standbein dienen.“

Dabei tauscht er sich regelmäßig mit Trainer Gianni Coveli („Er hat riesen Erfahrung und kennt viele Leute“) aus und hat mittelfristig auch Kandidaten für die Rot-Schwarzen im Kopf, für die der Sportverein ein sinnvoller Zwischenschritt auf dem Weg in den bezahlten Fußball darstellen könnte. Nicht nur diese Episode zeigt, dass der taktisch clevere und diszipliniert agierende Osipidis über den Tellerrand hinausschaut.

„Ich gehe gerne voran, übernehme Verantwortung, habe ein Auge auf die Mitspieler und versuche das Ganze im Blick zu haben“, charakterisiert er sich selbst und nennt damit jene Eigenschaften, weshalb er von Coveli gemeinsam mit Domenico Botta zum Stellvertreter von Kapitän Oliver Stierle ernannt wurde.

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