Interview Coveli blickt auf seine fünfte Fußball-Saison

Sieht auf seinen Göppinger Sportverein einmal mehr ein schweres Jahr in der Fußball-Oberliga zukommen: Trainer Gianni Coveli, der seit 2014 beim Traditionsverein auf der Kommandobrücke steht.
Sieht auf seinen Göppinger Sportverein einmal mehr ein schweres Jahr in der Fußball-Oberliga zukommen: Trainer Gianni Coveli, der seit 2014 beim Traditionsverein auf der Kommandobrücke steht. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Harald Betz 09.08.2018
Gianni Coveli geht als Trainer des Göppinger Sportvereins in seine fünfte Saison.

Gianni Coveli hat in den vergangenen zwei Spielrunden den Göppinger Sportverein zu einem stabilen Fußball-Oberligisten geformt. Am Samstag in Schwäbisch Gmünd startet der 48-Jährige in sein fünftes Trainerjahr beim Traditionsverein. Zuvor bezieht er im Interview mit unserer Redaktion Stellung zu Themen rund um den Sportverein.

Es ist Ferienzeit, Sie sind Familienvater. Darf sich denn ein Oberliga-Trainer Urlaub erlauben?

Gianni Coveli (schmunzelt): Er darf sich durchaus Urlaub genehmigen. Das ist mit dem Vorstand so abgesprochen. Da ich schulpflichtige Kinder habe, lässt es sich nicht anders terminieren. Ich war mit meiner Familie auf Ibiza.

Am Samstag erfolgt der Startschuss für die Oberliga-Saison. Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung, die ja auch den 4:0-Sieg in Berg im WFV-Pokal einschloss?

Ich kann insofern zufrieden sein, dass sich unsere Neuzugänge gut integriert haben. Mit den Abläufen in unserem Spiel sind wir auf einem sehr guten Weg, zugleich sind wir von Verletzungen weitgehend verschont geblieben. Nur Domenic Brück und Isaac Houssou fallen mit Knieproblemen aktuell aus. Insgesamt gesehen ziehe ich somit ein positives Fazit.

Im Kader des Sportvereins sind fünf neue Gesichter zu entdecken. Passt die Zusammenstellung Ihrer Truppe oder  haben sich noch Grund, Nachbesserungen vorzunehmen?

Wir halten bei diesem Thema Augen und Ohren offen. Wenn wir einen Spieler entdecken, der uns weiterhilft, würden wir eventuell nochmals tätig werden. Im Moment sehe ich den Spieler, den ich haben möchte, allerdings nicht auf dem Markt. Mal sehen, ob sich bis zum 31. August, so lange besteht noch die Möglichkeit, noch etwas tut.

Bereits beim Trainingsauftakt haben Sie angedeutet, dass der Sportverein als Saisonziel das letzte Ergebnis von 51 Punkten, das bedeutete Platz acht im 18er-Feld, verbessern möchte. Bleibt der Sportverein ein stabiler Oberligist oder ist vielleicht auch mehr drin?

Dieses Jahr wird nicht mehr drin sein, ich rechne mit der schwersten Oberliga seit Jahren. 50 Punkte bedeuten, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben, und das wollen wir wieder hinbekommen. Dann wären wir mehr als zufrieden, denn es wird für alle Vereine eine sehr schwere Saison.

Sie haben klare Vorstellungen, was die Infrastruktur in Göppingen angeht. Vor allem die Fans freuen sich über die neue Tribüne, welche Verbesserungen wünschen Sie noch?

Da fallen mir immer wieder viele Dinge ein. Ein großes Problem ist, dass dem Rasenspielfeld eine Bewässerungsanlage fehlt. Gerade bei den aktuellen Witterungsverhältnissen ist der Untergrund extrem trocken und hart. Zudem ist es sehr mühsam, die alten Schläuche auf den Platz zu ziehen. Die Installation einer Anlage wäre deshalb eine wesentliche Verbesserung.

Der Sportverein kann auf viele Jugendteams verweisen, aber ein guter Oberliga-Unterbau fehlt. Die zweite Mannschaft spielt in der B-Liga, die A-Jugend in der Bezirksstaffel. Sehen Sie Handlungsbedarf?

Wir versuchen ja permanent, uns in diesem Bereich besser aufzustellen, und es wird auch von Jahr zu Jahr etwas besser. Dazu gehört, dass ich versuche, Talente hochzuziehen, wie in der Vergangenheit beispielsweise Isaac Houssou, Manuel Augst oder aktuell Felix Frenz. Maßgeblich ist nicht Bezirksstaffel oder Verbandsstaffel,  sondern das Talent, auch wenn es für die Spieler einfacher wird, wenn sie höherklassig spielen. Unsere eigenen Talente haben meine volle Unterstützung.

Zum Auftakt der Oberligarunde steht am Samstag um 14 Uhr in Schwäbisch Gmünd gleich das prestigeträchtige Derby an, zudem mit Francis Ubabuike. Sind Sie überrascht, dass Ihr Ex-Spieler, den Sie halten wollten, nun das Normannia-Trikot trägt?

Ja, das hat uns alle überrascht. Er hatte sich bei uns wohlgefühlt und die Tür beim Sportverein war offen, auch wenn die Fahrerei von seinem Wohnort Tübingen nach Göppingen nicht einfach war, da er keinen Führerschein hatte. Francis wollte aber Profi werden und wir haben gesagt, versuch’  dein Glück. Dass im Fußball alles möglich ist, sieht man hier mal wieder. Mit uns hat er gar nicht mehr gesprochen und sich schnell für die Gmünder entschieden. Dass er damit noch länger unterwegs ist, verwundert mich schon.

Steht Ihre Startelf für Samstag und wie endet das Auftaktduell?

Die Anfangsformation steht noch nicht, ich warte die Trainingseindrücke ab und muss sehen, ob es angeschlagene Akteure gibt. Es spielen diejenigen, die marschieren können. Dann werden in Gmünd Tore fallen und ich hoffe, das passiert auf der richtigen Seite, damit wir als Sieger vom Platz gehen.

Zur Person: Gianni Coveli

Bis ins Jahr 2020 läuft der Vertrag von Trainer Gianni Coveli (48) beim SV Göppingen. Der ehemalige Zweitliga- Profi der Stuttgarter Kickers trifft in dieser Runde sogar auf seinen in die Oberliga abgestürzten Ex-Verein. 

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