Fußball „Natürlich ist es ein besonders Spiel“

Trainer des TSV Bad Boll ist Manuel Doll.
Trainer des TSV Bad Boll ist Manuel Doll. © Foto: Cornelius Nickisch
Bad Boll / Andreas Böhringer 25.08.2018

In der Fußball-Landesliga steht am Sonntag, 15 Uhr, das Bruder-Duell zwischen Manuel und Mirko Doll im Mittelpunkt, wenn der TSV Bad Boll den TSGV Waldstetten empfängt.

„Vor allem meine Mutter sieht Spannungen“, sagt Manuel Doll (Foto: Nickisch) mit einem Lachen, wenn er auf die Begegnung am Sonntag um 15 Uhr zwischen seinem TSV Bad Boll und dem TSGV Waldstetten, wo Bruder Mirko das Traineramt innehat, blickt. „Es ist schon komisch und natürlich ist es ein besonderes Spiel“, bekennt der Boller Übungsleiter, aber die Geschwisterliebe müsse kurzzeitig eben ruhen, „danach ist der Tisch für das gemeinsame Essen schon reserviert.“ Normalerweise fachsimpeln die beiden unter der Woche, tauschen sich über die eigenen Begegnungen aus und analysieren die anderen Landesliga-Vereine.

Sportlich sind die Rollen für den jüngeren Doll klar verteilt: „Waldstetten ist der klare Favorit, aber wir werden alles reinhauen und rechnen uns im ersten Heimspiel auch Chancen aus.“ Hierfür sei aber eine Leistungssteigerung nötig, „wir haben in Echterdingen kein gutes Spiel gemacht“, erklärt der 32-Jährige. „Wir waren nervös ohne Ende und haben vieles vermissen lassen. Gegen Wald­stetten müssen wir anders auftreten.“ Die prekäre Personalsituation lässt der frühere Torhüter dafür nur bedingt als Grund gelten: „Natürlich fehlen wichtige Akteure, aber das Personal darf keine Ausrede sein.“ Mit Devid Philipp (Auslandssemester in Kolumbien), Anastasios Kivotidis (Armbruch) und Fabian Ammon (Sperre) ist dem Erlengarten-Ensemble fast die komplette Viererkette weggebrochen, daneben fehlen einige Urlauber: „Die Urlaubsplanung ist aus Trainersicht teilweise nicht nachvollziehbar“, kritisiert der B-Lizenz-Inhaber, „so fehlten beziehungsweise fehlen zwischen sieben und neun Spieler.“ Für Sonntag sind die offensiven Daniel Zuljevic und Eric Llanes-Ona Kandidaten für die Startelf, auch wenn beide noch nicht bei 100 Prozent sind.

In den Trainerjob ist Manuel Doll „reingestolpert“, weiß er zu berichten, „das war nach der Spielerkarriere nicht zwingend geplant.“ Er war bereits längere Zeit als Torhüter-Trainer aktiv und wollte in diesem Bereich mehr machen, dann kam der Kontakt mit dem FSV Waiblingen zustande „und aus Spaß wurde ernst“, skizziert er die Anfänge, „dann habe ich Blut geleckt und Gefallen an der Aufgabe gefunden.“ Der Abschied aus Waiblingen nach vier erfolgreichen Jahren fiel dem Konrektor an einer Schule in Metzingen alles andere als leicht: „Für einen x-beliebigen Klub hätte ich das sicher nicht aufgegeben, aber bei Boll musste ich nicht lange überlegen. Der TSV ist mein Heimatverein, ich kenne die Leute im Verein und wohne in Boll.“ Vor seiner endgültigen Zusage fand auch ein Austausch mit Mirko statt, für den Boll die erste Station als Cheftrainer war: „Natürlich haben wir gesprochen, er kennt noch einige Spieler und hat noch einen guten Blick auf die Situation. Das hat geholfen.“ Am Sonntag muss Manuel für 90 Minuten ohne die Ratschläge seines älteren Bruders auskommen.

Ebenfalls am Sonntag, 15 Uhr, bestreitet der SV Ebersbach, der zum Auftakt beim FC Germania Bargau mit 2:1 gewann, seine Heimpremiere, wenn der TV Echterdingen im Strut-Stadion zu Gast ist. Heute um 16 Uhr tritt der SC Geislingen beim TSV Blaustein an. Andreas Böhringer

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