Wechsel Zwei Neue an einem Tag: Das FCH-Personalkarussell kommt in Schwung

Oliver Steurer und Maurice Multhaup kommen neu dazu (oben links und rechts). Vitus Eicher verlängert bis 2020 (unten links) und Ben Halloran wird wohl nicht zum FCH zurückkehren.
Oliver Steurer und Maurice Multhaup kommen neu dazu (oben links und rechts). Vitus Eicher verlängert bis 2020 (unten links) und Ben Halloran wird wohl nicht zum FCH zurückkehren. © Foto: Eibner/HZ Archiv
Heidenheim / Thomas Grüninger 04.01.2018
Maurice Multhaup und Oliver Steurer wurden als Neuzugänge verpflichtet, Vitus Eicher verlängerte bis 2020.

Viel tut sich beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim in diesen ersten Neujahrstagen. Am Donnerstag konnten auf dem Schlossberg gleich drei Personalien festgemacht werden: So verpflichtete der FCH Mittelfeldspieler Maurice Multhaup vom Liga-Konkurrenten FC Ingolstadt, machte mit dem bisherigen „Trainingsgast“ Oliver Steurer ebenfalls alles klar und gab die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Torhüter Vitus Eicher bekannt.

Größte Überraschung: Maurice Multhaupt

Die größte Überraschung war sicher die Verpflichtung von Maurice Multhaup. Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler wechselt mit sofortiger Wirkung vom FC Ingolstadt an die Brenz und erhält einen bis 2020 gültigen Vertrag.

Der gebürtige Bottroper durchlief die „Knappenschmiede“, also das Nachwuchsleistungszentrum des FC Schalke 04, und brachte es zum Jugend-Nationalspieler (U 15, U 16 und U 17). In der Saison 2014/15 wurde Maurice Multhaup mit den Schalkern deutscher A-Junioren-Meister, ehe er im Alter von 18 Jahren nach Ingolstadt wechselte.

Fünf Bundesligaeinsätze

Bei den „Schanzern“ absolvierte er in den vergangenen zweieinhalb Jahren fünf Bundesligaeinsätze bei den Profis und bestritt 16 Spiele (vier Tore) in der Regionalliga Bayern für die zweite Mannschaft der Ingolstädter.

FCH-Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald beschrieb Multhaup als „einen schnellen Spieler für die Außenbahnen“ mit einem „sehr großes Entwicklungspotenzial“. Weil sich abzeichnet, dass Ben Halloran nach Japan wechseln wird, habe man „im Mittelfeld nochmals die Notwendigkeit gesehen, uns zu verstärken“, sagte Sanwald.

Endgültiger Vollzug im Falle Steurer

Auch im Falle von Oliver Steurer konnte der Vorstandsvorsitzende gestern endgültigen Vollzug vermelden: Der Innenverteidiger, der am morgigen Samstag 23 Jahre alt wird, hat wie vorgesehen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 unterschrieben.

Steurer kommt vom Regionalligisten Borussia Dortmund II, für den er in dieser Saison 17 Spiele bestritt und zwei Tore erzielte. Gestern weilte er noch zu sportmedizinischen Untersuchungen in Ulm. Ob er bereits im Testspiel gegen den Drittligisten SpVgg Unterhaching (Freitag, 14 Uhr, Voith-Arena) eingesetzt werden kann, war am Donnerstag noch unklar.

Eine weitere Personalentscheidung betrifft den bestehenden Kader. So verlängerte der FCH den Vertrag mit Vitus Eicher, der im Sommer 2018 ausgelaufen wäre, vorzeitig bis 2020. „Wir sind mit ihm sehr zufrieden. Er hat sich top in die Mannschaft eingebracht und gute Leistungen gezeigt, als er Kevin Müller während der Vorrunde für drei Spiele vertrat. Wir haben in ihm eine sehr gute und verlässliche Nummer zwei“, sagte Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald.

Halloran weiter in Japan

Noch kein Vollzug kann unterdessen bei Ben Halloran vermeldet werden. Der Australier weilt derzeit noch zu Gesprächen in Japan, wo er sich dem Erstliga-Aufsteiger Nagasaki anschließen möchte. Es geht wohl noch um finale Details, mit einer Rückkehr Hallorans zum FCH ist nicht zu rechnen.

„Ben hat uns gebeten, nicht mehr in Heidenheim mittrainieren zu müssen. Dem Wunsch haben wir entsprochen“, sagte Sanwald. Sollten sich Nagasaki und Halloran einigen, wird der bestehende Vertrag mit dem FCH aufgelöst.

Auch bei Dominik Widemann deutet weiter vieles auf eine vorzeitige Trennung hin. Die SpVgg Unterhaching, von der der 21-Jährige 2015 nach Heidenheim gewechselt war, sei nach wie vor sehr an seiner Rückkehr interessiert.

Einziger Test vor Abflug nach Spanien

Das Spiel gegen Widemanns Ex-Klub wird für den FCH der einzige Test vor dem Abflug am Sonntag ins spanische Trainingslager nach Algorfa sein. Für die Partie gegen den Drittliga-Fünften Unterhaching gelten übrigens die gleichen Einlassbedingungen wie in der Junioren-Bundesliga. Hierzu wird die Südtribüne, bei freier Platzwahl, geöffnet sein. Dauerkarteninhaber haben freien Eintritt.

Ein großer Schwerpunkt in der Vorbereitung, das unterstrich Frank Schmidt zum Trainingsauftakt, wird das Zweikampfverhalten sein. „33 Gegentore sind einfach zuviel. Vor allem das Umschaltspiel nach Ballverlust muss sich verbessern“, sagte der Trainer. Zur Verbesserung der personellen Alternativen in der Defensive wurde nicht zuletzt mit Oliver Steurer ein weiterer Innenverteidiger geholt.

Spannende Situation in der Liga

Die Situation in der 2. Liga ist vor dem Neustart so spannend wie noch nie. Der FCH steht nur drei Punkte vor dem Abstiegs-Relegationsplatz, hat aber auch nur vier Zähler Rückstand auf den Tabellensechsten. „Man darf die Situation nicht zu negativ sehen, aber auch nicht verharmlosen“, sagt Schmidt.

Im Schnitt habe der FCH aus den letzten sieben Spielen 2,0 Punkte geholt. „Um so bitterer ist es, dass es uns trotzdem nicht gelungen ist, uns aus der Abstiegszone zu lösen. Das zeigt aber auch, wie schlecht unser Start tatsächlich war“, so der Heidenheimer Trainer.

Braunschweig diesmal fällig?

Extrem wichtig sei es deshalb, gut aus der Winterpause zu kommen. Die ersten beiden Spiele gegen Braunschweig (24. Januar) und in Duisburg (27. Januar) könnten richtungsweisend sein für den weiteren Saisonverlauf. Gegen Braunschweig gelang dem FCH bisher weder in der 3. Liga noch in der zweithöchsten Spielklasse ein Sieg.

Die Chancen, dass es diesmal anders sein könnte, scheinen günstiger als je zuvor, denn der deutsche Meister von 1967 ist punktgleich mit dem FCH und rangiert nur eine Position besser. Mit einem Sieg würden die Heidenheimer also nicht nur eine Negativserie beenden, sondern auch an den Braunschweigern vorbeiziehen. „Wir haben alle zusammen die Möglichkeit, für eine sehr lange Sommerpause zu sorgen“, verspürt Schmidt wenig Lust auf zusätzliche Sonderschichten in Form von Abstiegs-Relegationsspielen.

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