Geld Hauptversammlung: Neuer Rekordumsatz beim 1. FC Heidenheim

Groß war der Andrang bei der Mitgliederversammlung des FCH im Hartmann-Kommunikationszentrum – und zumindest am Ende ging es auch ausgesprochen lebhaft zu.
Groß war der Andrang bei der Mitgliederversammlung des FCH im Hartmann-Kommunikationszentrum – und zumindest am Ende ging es auch ausgesprochen lebhaft zu. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Thomas Jentscher 01.12.2017
Bei der Mitgliederversammlung konnte ein neuer Rekordumsatz im bisher sportlich erfolgreichsten Jahr vermeldet werden.

Ein bisschen Anspannung war bei der elften Hauptversammlung des 2007 gegründeten Fußballvereins durchaus zu spüren, rechnete die Vereinsführung doch mit einer starken Präsenz der organisierten Fanszene.

Mit 386 Gästen im Hartmann-Kommunikationszentrum gab es dann auch einen rekordverdächtigen Besuch und es war sogar der Sicherheitsdienst im Einsatz.

Dabei hatte der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald viel erfreuliches zu verkünden. Auch wenn ein sportlicher Rückblick im „Tagesgeschäft Fußball“ schwer fällt, bei einer Hauptversammlung ist er angesagt. Und die Saison 2016/17 war nun einmal mit Rang sechs in der 2. Liga die erfolgreichste im Heidenheimer Fußball.

Dazu hob Sanwald die Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum hervor, an erster Stelle hier natürlich die Aufstiege der U 19 und U 17 in die 1. Liga.

Umsatz stieg auf 22 Millionen

„Neben diesen Erfolgen auch einen Rekordumsatz zu erzielen und hohe Investitionen zu tätigen – das ist schon eine besondere Leistung“, so Sanwald. So stieg der Umsatz von gut 20 Millionen Euro im Jahr 2015 auf fast 21,5 Millionen im vergangenen Jahr. Auf die Saison 2016/17 gerechnet waren es sogar über 22 Millionen.

Das anhaltende Wachstum dokumentiert sich ebenso in den Investitionen wie dem Businessclub 3, der neuen Geschäftsstelle und dem neuen Trainingsplatz, auf dem die Zweitligamannschaft am Dienstag dieser Woche erstmals eine Einheit absolvierte. Rund zehn Millionen wurden hierfür insgesamt in die Hand genommen.

Und gemäß der Devise „Stillstand ist Rückschritt“ geht's weiter. So wird darüber nachgedacht, und in einem Bauleitplan festgelegt, was infrastrukturell rund ums Stadion noch möglich ist. Auch Oberbürgermeister Bernhard Ilg ging in seinem Grußwort darauf ein: „In Zusammenarbeit mit dem Klinikum wollen wir die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen für den Schlossberg ausloten.“

Kauft der FCH das Stadion?

Und die Voith-Arena selbst? „Wir haben gute Gespräche zur Übernahme des Stadions“, berichtet Sanwald. Der ursprüngliche Kaufpreis von einem Euro ist vom Tisch, derzeit wird ein Wert des Stadions ermittelt, im Sommer 2018 könnten Verhandlungen über einen Verkauf an der Verein zum Abschluss kommen. Sanwald: „Natürlich erst, wenn der Klassenerhalt geschafft ist.“

Florian Dreier ging genauer auf die Erlöse ein. „Der Businessclub 3 war ein Meilenstein und voller Erfolg“, betonte Sanwalds Vorstandskollege Dreier und freute sich, dass Sponsoring und Hospitality von gut sechs Millionen Euro in der Saison 2014/15 auf mittlerweile 9,1 Millionen gesteigert wurde. Dafür sorgen mittlerweile 490 Sponsoren.

Einen großen Teil der Einnahmen machen natürlich die TV-Gelder aus, die in der Saison 2016/17 auf 6,8 Millionen stiegen. Und doch stimmt hier das Verhältnis noch nicht, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Mayer in seiner emotionalen Rede betonte: Platz sechs in der Tabelle geht nur mit Rang 14 bei den Fernsehgeldern einher.

FCH hat über 2600 Mitglieder

Wachstum auch hier: Die Zahl der FCH-Mitglieder stieg auf über 2600. Stabil ist das Niveau bei den Zuschauerzahlen. Durchschnittlich 12 490 Besuchern in der Saison 2016/17 bedeuten eine Auslastung von 80 Prozent – damit liegt der FCH auf Rang sieben in der 2. Liga.

Dreier kam dann zum „vielleicht wesentlichsten Thema der letzten Wochen“, der Kommunikation mit den Fans. Wie berichtet, kam es nach dem Aufhängen eines nicht genehmigten Banners (All Cops Are Bastards) zu einer Strafe durch den DFB und Vereinsausschlüssen. Diese wurden mittlerweile zurück genommen und lediglich Hausverbote auf Bewährung ausgesprochen. Zudem wird man gemeinsam an einer Lösung zur Erwirtschaftung der DFB-Strafe arbeiten.

Ist der Streit mit den Fans vorbei?

Die Fans haben ihm aber wohl nicht verziehen, dies wurde bei der von Professor Walter Böhringer vorgenommenen Entlastung deutlich. Während alle anderen Funktionäre einstimmig entlastet wurden, gab's bei Dreier einige Gegenstimmen.

Da beim FCH per Handzeichen abgestimmt wurde, gestaltete sich das Ganze etwas schwierig, eine erste Nennung von 59 Gegenstimmen sorgte für viel Gelächter. Danach ging man die Sache genauer an und kam auf 119 Nein-Stimmen. Mit 242 Ja-Stimmen wurde Dreier dennoch klar entlastet.

Ähnlich gestalteten sich die Mehrheitsverhältnisse bei zwei Anträgen des FCH-Mitglieds Gerald Siegert. Drei seiner ursprünglich fünf – juristisch gut formulierten – Anträge hatte er zurückgezogen, bei den verbliebenen ging es zu einen um eine kleinere Hürde für schriftliche (also geheime) Abstimmungen. Bisher musste die Mehrheit der anwesenden Mitglieder dafür stimmen, Siegert schlug vor, dass 25 Prozent reichen.

Heiße Diskussion über Anträge

Im anderen Antrag ging es um die Wahl des Aufsichtsrates. Da ein (von der DFL empfohlener) Wahlausschuss die Kandidaten für den Aufsichtsrat vorschlägt, sah Siegert einen Widerspruch zu den demokratischen Grundrechten und schlug vor, dass der Wahlausschuss jedes Mitglied, dass ihm vorschlagen wird, bei der Mitgliederversammlung zur Wahl stellen muss.

Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat des FCH plädierten hier wiederum für eine Ablehnung. Auch bei der jetzigen Regelung sei die Mitgliederversammlung das höchste Gremium und treffe die Entscheidung.

Es folgte eine recht lebhafte Diskussion, am Ende stimmten jeweils gut 100 der 368 stimmberechtigten Mitglieder für die Anträge – von der für eine Satzungsänderung erforderlichen Dreiviertelmehrheit war dies weit entfernt.

Die konkreten Zahlen im Überblick sehen Sie hier.

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