Wechsel Was machen eigentlich die Fußballer des FCH II?

Bastian Heidecker (links) im Dress des SSV Ulm 1846, sein Ex-Coach Wolfram Eitel als Trainer des Oberligisten FV Ravensburg: Beide sind neue Wege gegangen nach dem Ende beim FCH II – durchaus erfolgreiche, wie der Blick auf die vergangene Saison verrät.
Bastian Heidecker (links) im Dress des SSV Ulm 1846, sein Ex-Coach Wolfram Eitel als Trainer des Oberligisten FV Ravensburg: Beide sind neue Wege gegangen nach dem Ende beim FCH II – durchaus erfolgreiche, wie der Blick auf die vergangene Saison verrät. © Foto: Eibner
Heidenheim / Mathias Ostertag 09.06.2015
Vor einem Jahr fiel die Entscheidung, die zweite Mannschaft des 1. FC Heidenheim – auch aus finanziellen Gründen – nicht mehr für die Saison 2014/15 anzumelden. Die Nachricht war ein Schock für die Spieler, doch bei den neuen Vereinen haben sich die meisten schon etabliert.

18 Tore und zwei Vorlagen in 31 Spielen: Bastian Heidecker hat beim SSV Ulm in der Oberliga Baden-Württemberg da weitergemacht, wo er eine Saison zuvor in der gleichen Liga für die zweite Mannschaft des FCH aufgehört hatte. Wobei: In der Saison 2013/14 gelangen dem 32-Jährigen „nur“ zehn Tore und drei Vorlagen, wenn auch in 28 Spielen. Der einstige FCH-II-Kapitän hat eine aus seiner Sicht zufriedenstellende Saison gespielt, am Ende landete Regionalliga-Absteiger Ulm auf Platz fünf. Die Ambitionen des Vereins liegen natürlich höher.

Gleich fünf ehemalige FCH-Spieler wechselten in der Vorsaison zum einstigen Bundesligisten, neben Heidecker zudem Burak Coban, Mario Laubmeier, Timo Werner und Elias Weichler. Bis auf Abwehrspieler Laubmeier (14 Spiele, zwei Tore) gehörten alle regelmäßig zur Stammelf. Der 20-jährige gebürtige Heidenheimer Coban fehlte nur in einer einzigen Partie – am zweiten Spieltag gegen den Karlsruher SC II.

Drei Akteure aus dem einstigen Oberliga-Team des 1. FC Heidenheim kamen in der aktuellen Runde (ein noch ausstehender Spieltag) bei Verbandsligist Normannia Gmünd (derzeit Tabellenplatz 5) unter: Jochen Baß, Marvin Gnaase und Timo Zimmer gehörten alle mehr oder weniger zum Stamm des Teams, Zimmer erzielte in 26 Spielen bisher zehn Tore.

Ebenfalls Verbandsligist ist der TSV Essingen, der einen Spieltag vor Saisonschluss auf Rang drei steht. Immer wieder sichert sich der Verein aus der 6600-Einwohner-Gemeinde im Ostalbkreis die Dienste von ehemaligen FCHlern, so auch die von Torhüter Philipp Pless. Der 24-Jährige war im Sommer zunächst zum FV Ravensburg gewechselt, dann aber ging es im Winter weiter nach Essingen.

Schon seit Saisonbeginn spielt dort auch der einstige Heidenheimer Publikumsliebling Bastian „Bomber“ Heidenfelder, der in dieser Saison bereits 14 Tore erzielt hat. Auch andere frühere FCH-Oberligaspieler konnten sich bei ihren neuen Vereinen durchsetzen. Torhüter Denis Baum, lange Zeit in der 3. Liga Nummer zwei hinter Erol Sabanov, absolvierte für Landesligist SC Geislingen bis dato 27 von 31 möglichen Spielen.

Philipp Buser, nun in Diensten des TSV Nördlingen, machte für den bayerischen Landesligisten alle 34 Saisonspiele und erzielte 14 Tore. Andreas Maier stand für den Oberliga-Neunten SSV Reutlingen 27 Mal auf dem Platz und erzielte ein Tor. Anthony Coppola, in der Saison 2013/14 für den FCH II für das eine oder andere Joker-Tor gut, konnte sich bei den Stuttgarter Kickers II (Oberliga) regelmäßig in die Stammelf spielen und schaffte in 25 Spielen immerhin sechs Tore.

Mehrere Spieler, die in der Vorsaison eigentlich zum Drittliga-Kader gehörten, jedoch vorzugsweise in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kamen, konnten sich bei ihren neuen Vereinen durchsetzen. Christian Sauter und Sven Sökler etwa (25 Spiele, ein Tor) scheiterten vor wenigen Tagen mit dem 1. FC Saarbrücken im Elfmeterschießen an den Kickers Würzburg (mit Adam Jabiri) in der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga.

Marc Endres spielte als Stammspieler (35 Einsätze, vier Tore) mit dem Chemnitzer FC in der 3. Liga lange um den Aufstieg mit. Und Michael Deutsche, der im Sommer zunächst zum FC Homburg, in der Winterpause dann zu Oberligist SGV Freiberg wechselte, bestritt in der Rückrunde zwölf Partien. Ein Torerfolg blieb dem 23-Jährigen allerdings verwehrt.

Selten zum Zug kamen in der abgelaufenen Zweitligasaison die einzigen beim FCH verbliebenen Ex-Oberligaspieler: Torhüter Felix Körber hütete immerhin viermal in der zweithöchsten Spielklasse das Tor. Und Maurizio Scioscia durfte gegen den FC St. Pauli von Beginn an auflaufen und durchspielen, wurde zwei weitere Male eingewechselt. Körber wurde beim letzten Saisonspiel verabschiedet, Scioscias Zukunft im aktuellen Zweitligakader ist im Moment ungewiss.

Knappe Niederlage im Pokalfinale

Zuletzt Wolfram „Billy“ Eitel: Im Winter 2000 war er als Spieler vom FV Biberach zum damaligen HSB gewechselt, nach seinem Karriereende übernahm Eitel die zweite Mannschaft des FCH, stieg dreimal mit dem Team auf und holte den Bezirkspokal. Mit dem FV Ravensburg holte er nun Rang sechs im Abschlussklassement der Oberliga und unterlag unglücklich mit 1:2 im WFV-Pokalfinale gegen den SSV Reutlingen (mit Ex-Spieler Andreas Maier).

Trotzdem ist der 39-Jährige zufrieden mit dem Abschneiden seines Teams in der abgelaufenen Runde. „Wir haben das erreicht, was wir uns vorgenommen hatten“, sagt er. Er könne absolut stolz sein auf seine Mannschaft, weil sie auch im Pokalfinale eigentlich das bessere Team war, aber trotzdem verloren hat. „Reutlingen war an diesem Tag einfach effizienter.“

Eitel fühlt sich wohl in Ravensburg, ist dort auf eine leistungsbereite, hungrige Mannschaft getroffen, die sich auch in der kommenden Runde weiter verbessern will. „Ravensburg spielt jetzt das dritte Jahr in der Oberliga, ist doch klar, dass wir uns nicht verschlechtern wollen.“ Ein Aufstieg in die Regionalliga, irgendwann will Wolfram Eitel auch das schaffen.

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