Sontheim Warum gehen der FV Sontheim und Trainer Kalin getrennte Wege?

Einschwören auf die Zukunft: Abteilungsleiter Roland Benz (Mitte) ist manchmal auch als Coach gefragt.
Einschwören auf die Zukunft: Abteilungsleiter Roland Benz (Mitte) ist manchmal auch als Coach gefragt. © Foto: Markus Brandhuber
Sontheim / Edgar Deibert 14.04.2018
Der Tabellensechste der Bezirksliga FV Sontheim und Coach Erdal Kalin beenden am Saisonende die Zusammenarbeit. Sportliche Gründe gibt es dafür keine. Nachfolger wird Marcus Mattick.

Galgenhumor gehört zum Geschäft. „Wir beantragen, dass über Ostern nicht mehr gespielt wird“, sagt Roland Benz, Abteilungsleiter des FV Sontheim. Dieser holte am Doppelspieltag nur einen Punkt aus zwei Spielen, im Vorjahr waren es gar null Zähler. Auch aufgrund dieses Durchhängers ist der FVS in der Tabelle abgerutscht, momentan belegt die Mannschaft von Erdal Kalin nur den sechsten Platz.

Die Ansprüche sind in Sontheim seit jeher höher, immer wieder kratzt der Verein am Aufstieg in die Landesliga. So auch in der vergangenen Saison, als man als Vizemeister knapp in der Relegation scheiterte.

Sportlich läuft es also in dieser Saison schlechter, da dürfte es nicht weiter verwundern – nimmt man die Mechanismen im Sport als Grundlage, dass die Zusammenarbeit mit dem Trainer zum Saisonende beendet wird? In Sontheim liegt der Fall allerdings anders. Mit der sportlichen Situation sei die Vereinsführung nicht unzufrieden, sagt Abteilungsleiter Benz und lobt: „Erdal hat es geschafft, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Spielerisch gehören wir sicherlich zu den Top-drei-Teams der Liga.“

Drittes Jahr eigentlich angepeilt

Nach ersten Gesprächen im Januar war ursprünglich sogar angedacht, dass Kalin auch in der kommenden Saison, dann der dritten hintereinander, die Mannschaft betreuen soll, lässt Benz wissen. Doch dies funktioniere „aus diversen Gründen“ doch nicht.

Benz sieht sich als Bindeglied zwischen Trainer, Spielern und anderen Vereinsverantwortlichen. Die Vorgabe lautete daher: „Wenn alle einverstanden sind, können wir weitermachen“, erklärt Benz. Somit habe auch die Mannschaft ein Mitspracherecht. Dem Vernehmen nach haben sich aber einige Spieler gegen eine weiterführende Zusammenarbeit mit dem aktuellen Coach ausgesprochen.

Nun darf also der Abteilungsleiter die Entscheidung begründen. Es sei eine „stinknormale“ Trennung im Guten, betont Benz. Der beiderseitige Wunsch lautet dabei, die restliche Saison sauber zu Ende zu bringen. Dabei wäre das Erreichen des Bezirkspokalfinales eine „geile“ Sache, sagt Benz.

© Foto: Markus Brandhuber

Ähnlich klingt es bei Erdal Kalin. Dabei hat der scheidende Trainer auch Tabellenplatz zwei noch nicht abgeschrieben. Allerdings ist der 46-Jährige durchaus enttäuscht, wie die kommende Trennung begründet wird. „Unzufriedene Spieler gibt es immer. Ich hätte mir aber mehr Offenheit gewünscht. Wenn es Probleme gibt, hätte man sofort zu mir kommen können“, so Kalin.

Alternative: personeller Umbruch

Zudem betont er, dass er sich die Umfrage bei den Spielern gewünscht habe. „Ich brauche einhundertprozentiges Vertrauen, schließlich muss die Basis für eine Zusammenarbeit stimmen“, so der Sontheimer Trainer, der ebenfalls darauf hinweist, dass es keine sportlichen Gründe für die Beendigung der Zusammenarbeit zum Saisonende gibt.

Kalin wäre bei einem personellen Umbruch im Kader zur Verfügung gestanden. Inzwischen hat sich der Coach aber mit der Situation arrangiert, schließlich ist auch er sportlich ehrgeizig. Zudem habe er bereits Anfragen von einigen Vereinen, Gespräche mit dem TSV Langenau (Bezirksliga Donau/Iller) führten allerdings zu keinem Ergebnis.

Sonntag gegen Tabellendritten

Um die sportlichen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, sollte der FV Sontheim am Sonntag, 15. April, sein Heimspiel gegen den Tabellendritten Ellwangen gewinnen (15 Uhr). Da Kalin beruflich verhindert ist, wird das Team von Sebastian Knäulein betreut. Der 36-Jährige war noch in der vergangenen Saison fester Bestandteil der Bezirksligamannschaft und ist momentan im Begriff die Trainer-B-Lizenz zu erwerben.

© Foto: Markus Brandhuber

Mattick wird übernehmen

Ab der kommenden Saison wird mit Marcus Mattick ein aktueller Spieler das Team trainieren. „Wir haben vollstes Vertrauen in Max (Matticks Spitzname). Er genießt ein hohes Standing innerhalb der Mannschaft“, betont Abteilungsleiter Benz.