2. Liga Vorschau: FCH beim Karlsruher SC

Karlsruhe / THOMAS GRÜNINGER 29.08.2014
Der 1. FC Heidenheim ist am Samstag um 13 Uhr im Wildparkstadion beim Karlsruher SC zu Gast. FCH-Trainer Frank Schmidt erwartet einen ganz heißen Tanz. Eine Vorschau.
Fünfter waren die Karlsruher in der vergangenen Saison, dem Jahr eins nach dem Wiederaufstieg in die Zweitklassigkeit. Auch wenn in der badischen Metropole niemand von Meisterschaft oder Aufstieg reden will – die Karlsruher sind sicher ein heißer Kandidat für die ersten drei Plätze.

Das unterstrichen sie auch bereits mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen. Selbst der sonst als zurückhaltend geltende Trainer Markus Kauczinski ließ sich nach dem jüngsten 2:0-Erfolg bei Fortuna Düsseldorf das Wort vom „gelungenen Start“ entlocken.

„Sehr beeindruckend“ fand auch FCH-Coach Frank Schmidt den jüngsten Auftritt des KSC. „Die Mannschaft spielt sehr diszipliniert, hat eine gute Raumaufteilung und agiert sehr gefährlich, traditionell auch bei Standards“, klingen seine Worte fast wie ein Musterzeugnis für einen Aufstiegskandidaten. Wo der Heidenheimer Trainer Schwachstellen ausmachte, die sein Team nutzen könnte, verriet er nicht. Nur soviel: „Ich habe kaum Schwächen gesehen.“

FCH braucht sehr guten Tag

Im Klartext heißt das: Der FCH braucht am Samstag (Anpfiff der Partie ist um 13 Uhr) in allen Mannschaftsteilen einen sehr guten Tag, um nicht mit leeren Händen zurückzukommen. Vor allem die Abwehr wird gegen das kompakte und äußerst effektive 4-1-4-1-System des KSC sehr gefordert sein. Zuletzt beim 2:2 gegen 1860 München war Schmidt mit der Defensivleistung seiner Mannschaft nicht zufrieden. Individuelle Fehler begünstigten den Münchner Führungstreffer, und beim 2:2 konnte Torschütze Leonardo viel zu lange ungehindert marschieren.

An dieser Baustelle wurde unter der Woche gearbeitet. „Wir müssen härter verteidigen, härter auch gegen uns selbst“, fordert Schmidt. Ob es Umstellungen im Abwehrverbund geben wird, ließ er offen. Möglicherweise wird der FCH-Trainer sogar gezwungen sein, die Viererkette zu verändern, denn Linksverteidiger Philip Heise zog sich im Training eine Bänderdehnung am Knie zu.

„Ein großes Fragezeichen“, machte Schmidt deshalb hinter dem Namen des offensivfreudigen Außenverteidigers, der gegen 1860 München in der zweiten Halbzeit sehr viel Schwung ins Heidenheimer Angriffsspiel brachte und auch den zweiten Treffer mit einem Eckball auf den Kopf von Torschütze Sebastian Griesbeck vorbereitete.

Heidenheim verdient sich Respekt

Bei allem Respekt vor dem Gegner und bei aller berechtigter Kritik am Abwehrverhalten, lässt Schmidt freilich auch die positiven Aspekte, die sein Team zuletzt zeigte, nicht unerwähnt. Es sei eine besondere Eigenschaft des FC Heidenheim, „dass wir nie aufgeben“, sagte er. Wie das Team nach dem verkorksten ersten Durchgang gegen die „Löwen“ nach der Pause zurückkam, verdient in der Tat Respekt und veranlasst auch auf Seiten der Karlsruher zu warnenden Tönen vor dem Liga-Neuling.

„Heidenheim ist eine verschworene und eingespielte Mannschaft, der ich definitiv zutraue, den Klassenerhalt zu schaffen, wenn nicht sogar mehr“, sagte Karlsruhes Dominic Peitz, der seine Rolle als einziger Sechser hinter einer Vierer-Mittelfeldkette zuletzt mit Bestnoten verrichtete.

Wie schon in Braunschweig wird dem FCH auch in seinem zweiten Auswärtsspiel die Außenseiterrolle zufallen. Doch chancenlos sieht der Aufsteiger dem Kräftemessen nicht entgegen. „Das ist ganz sicher eine schwere Aufgabe. Aber wenn wir das machen, was wir können, müsste es möglich sein, mindestens einen Punkt zu holen“, sagte Florian Niederlechner.

Widerspruch vom Trainer

Der Stürmer, dem zuletzt gegen 1860 sein erstes Zweitligator gelang, sieht sein Team bislang im Soll. „Vier Punkte aus den ersten drei Spielen – ich denke, das hätten wir vor Saisonbeginn alle unterschrieben“, sagte er, erntete dabei aber Widerspruch von seinem Trainer. „Ich nicht“, entgegnete Schmidt.

Personell muss der FCH am Samstag auf Smail Morabit verzichten, der aufgrund seiner gelb-roten Karten gegen 1860 München gesperrt ist. Wieder einsatzfähig ist Adriano Grimaldi, der gegen die „Löwen“ wegen Knieproblemen pausiert hatte. Innenverteidiger Timo Beermann soll nach seinem Muskelfaserriss nächste Woche wieder ins Training einsteigen.

Nachdem sich in dieser Woche mit Sven Sökler ein Spieler aus dem aktuellen Kader nach Saarbrücken verabschiedete, der zuletzt nicht mehr zum Zug gekommen war, scheinen die Personalplanungen vorerst endgültig abgeschlossen. „Man kann nie hundertprozentig sagen, was noch passieren wird. Aber wir haben großes Vertrauen in unsere jetzige Mannschaft und sind der Überzeugung, dass wir einen guten Kader haben. Wir haben unsere Hausaufgaben frühzeitig gemacht“, sagte Geschäftsführer Holger Sanwald.

Info: Den Liveticker vom Spiel gibt's hier: http://www.swp.de/heidenheim/sport/liveticker/fc-heidenheim/
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