Heidenheim Steigen auch die C-Junioren des FCH auf?

Die Oberliga-Meisterschaft durften die C-Junioren des FCH bereits bejubeln. Folgt am Sonntag der Aufstieg in die Regionalliga?
Die Oberliga-Meisterschaft durften die C-Junioren des FCH bereits bejubeln. Folgt am Sonntag der Aufstieg in die Regionalliga? © Foto: privat
Heidenheim / Von Thomas Grüninger 05.06.2018
A- und B-Junioren des FCH sind schon erstklassig, die C-Junioren wollen es ihnen nachmachen. Am Samstag in Balingen heißt die Halbfinal-Hürde in der Relegation SSV Ulm 1846.

Dass die Uhren beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim etwas anders gehen als bei der prominenten Konkurrenz, ist kein Geheimnis. Stars aus höherklassigen Klubs kann und will sich der FCH nicht leisten. Um dauerhaft im Konzert der Großen mitwirken zu können, ist die Arbeit im eigenen Nachwuchsbereich um so wichtiger.

Hier könnte das Jahr 2018 einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung markieren. Während die A- und B-Junioren jeweils als Aufsteiger den Klassenerhalt in der Bundesliga sicherten, setzen jetzt auch die C-Junioren zum Sprung in die oberste Etage an. Diese wiederum firmiert bei den U-15-Kickern unter der Bezeichnung Regionalliga. Als Oberliga-Meister müssen die Heidenheimer allerdings Relegationsspiele bestreiten.

Zwei Spiele in zwei Tagen

Erste Hürde ist am Samstag der SSV Ulm 1846. Gespielt wird dabei in Balingen im Zollernalbkreis (16.30 Uhr). Sollten die „Spatzen“, die als Vorletzter der Regionalliga Süd ihren Platz verteidigen müssen, besiegt werden, gäbe es einen Tag später an gleicher Stätte das Aufstiegsfinale (11 Uhr): Der Gegner hieße dann entweder Wehen Wiesbaden oder Rot-Weiß Frankfurt, die sich im anderen Halbfinale duellieren müssen.

Heidenheims U-15-Trainer Florian Scheitenberger ist stolz auf seine Mannschaft, die sich mit vier Punkten Vorsprung vor dem VfB Stuttgart II souverän den Oberliga-Titel sicherte. Allerdings kam die Meisterschaft für sein Team irgendwie zum falschen Zeitpunkt: Bislang durfte der Meister nämlich immer direkt aufsteigen, weil aber die Regionalliga Süd von zwölf auf zehn Teams verringert wird, geht's heuer und im kommenden Jahr nur über die Relegation.

Ärger und Herausforderung

„Ich bin ehrlich: Das finde ich schon sehr ärgerlich“, sagt der aus Lauingen stammende Jugendtrainer, der seit vier Jahren am Heidenheimer Nachwuchsleistungszentrum tätig ist (unter anderem auch als Schulkoordinator). Lange daran aufhalten will sich Scheitenberger allerdings nicht: „Wir nehmen die Herausforderung an.“

Diese heißt zunächst SSV Ulm 1846. Die Halbfinal-Partien wurden ausgelost, der Zufall wollte es so, dass der Weg der Heidenheimer über das prestigeträchtige Duell mit den „Spatzen“ führt. Obwohl die Ulmer eine Liga höher spielten, sieht Scheitenberger gute Chancen, das Finale erreichen zu können. Während nämlich der Gegner in der Punkterunde nur zwei Siege bejubeln durfte, schwammen die Heidenheimer in einer starken Rückrunde mit acht dreifachen Punktgewinnen aus neun Spielen auf einer Erfolgswelle.

Diesen Schwung gilt es nun mitzunehmen auf die Zollernalb. Den ungewohnten Doppel-Spieltag hat der FCH am vergangenen Wochenende schon mal simuliert: Einem Freundschaftsspiel am Freitag um 16.30 Uhr folgte am Sonntag um 11 Uhr ein weiterer Test. Damit wurde dem Rhythmus Rechnung getragen, dem sich die U-15-Junioren aussetzen müssten, sollte es für sie am Entscheidungs-Wochenende zu zwei Partien kommen.

Notfalls im Elfmeterschießen

Die C-Junioren spielen über zweimal 35 Minuten. Sollte es unentschieden stehen, folgen im Halbfinale und Finale jeweils Verlängerungen von zweimal fünf Minuten. Ist auch dann noch keine Entscheidung gefallen, geht es ins Elfmeterschießen. „Das lässt sich im Training allerdings nicht simulieren. Deswegen wollen wir versuchen, innerhalb der regulären Spielzeit zu gewinnen“, sagt Scheitenberger.

Vor großen Namen ist den Heidenheimern nicht bange, der Trainer weiß um die Qualitäten seiner Jungs, deren Entwicklung er als früherer U-12-Coach zum Teil schon seit zwei Jahren hautnah miterlebt. Zu den eigenen Stärken zählt er vor allem die spielerischen Qualitäten seines Teams. „Wir haben ein gutes Kombinationsspiel, unsere Tore sind meist herausgespielt worden.“

Daneben verfügt die Heidenheimer U 15 auch in mentaler Hinsicht schon über eine gewisse Reife: Mehrfach wurden Spiele nach Rückstand noch gedreht. Auch das lässt fürs Wochenende hoffen.