2. Liga Später Treffer gegen Kaiserslautern: Schnatterers Lucky Punch

Heidenheim / Thomas Jentscher 02.12.2017
Mit dem 3:2 schießt sich der 1. FC Heidenheim in der Tabelle nach oben.

Wenn's läuft, dann läuft's – mit dem 3:2 gegen Kaiserslautern erhöhten die Heidenheimer Fußballer am Freitagabend ihre Ausbeute auf 13 Punkte aus den letzten fünf Spielen und kletterten damit vorübergehend auf Rang acht in der 2. Liga.

Und doch sind nach dem knappen Sieg gegen das Schlusslicht auch mahnende Worte angebracht, denn der FCH konnte nicht an die guten Leistungen aus den Spielen gegen die Spitzenteams anknüpfen und gewann am Ende ausgesprochen glücklich.

Trainer Frank Schmidt nahm gegenüber dem Sieg in Sandhausen zwei Änderungen vor: Auf der rechten Abwehrseite spielte Ronny Philp an Stelle des verletzten Robert Strauß und für Kolja Pusch kam Mathias Wittek. Das Spiel begann recht flott, auch Kaiserslautern suchte trotz der schwierigen Ausgangsposition sein Heil in der Offensive, so sahen die Zuschauer gleich einige Strafraumszenen.

Erste Chance durch Glatzel

Robert Glatzels Kopfball kratzte FCK-Keeper Marius Müller in der siebten Minute noch von der Linie, auf der anderen Seite leistete sich Timo Beermann einen Bock und legte Christoph Moritz den Ball perfekt vor, der Lauterer schoss aber weit übers Tor. Die Gäste – die nach 22 Minuten ihren verletzten Torhüter ersetzen mussten – versuchten es in der Abwehr mit einer Dreierkette, die der FCH immer wieder über die Flügel überspielte – doch am Ende fehlte die Genauigkeit.

Turbulent wurde es nach 34 Minuten: Glatzel erreicht einen langen Ball, spitzelte diesen am eingewechselten Torwart Jan-Ole Sievers vorbei, traf aber nicht ins Tor. Bei dieser Aktion wurde er von Sievers heftig abgeräumt und die Fans forderten lautstark Strafstoß, allerdings war Glatzels Bein auch am Kopf des Keepers – eine schwierig zu beurteilende Aktion.

Der anfängliche Schwung war allerdings dahin und auch zu Beginn der zweiten Halbzeit blieb die Partie zerfahren. So kam der Jubel über das 1:0 eher überraschend, als Wittek in der 56. Minute nach einem Freistoß des gut agierenden Maximilian Thiel der Ball vor die Füße fiel und er aus etwa neun Metern eiskalt verwandelte.

War das der Türöffner gegen das so gebeutelte Schlusslicht? Nein, denn zum wer weiß wievielten Male in dieser Saison leisteten sich die Heidenheimer viel zu schnell nach einem Treffer eine ganze Reihe von verlorenen Zweikämpfen, am Ende traf Lukas Spalvis mit einem platzierten Kopfball zum 1:1.

Danach agierte der FCH eher konfus und durfte doch zehn Minuten später wieder jubeln. Nach einem Eckball zog Spalvis am Trikot von Feick und Schiedsrichter René Rohde entschied sofort auf Elfmeter. Damit nicht genug: Der Lauterer Torschütze streckte anschließend den sich aufrappelnden Feick auch noch nieder uns sah dafür zurecht die rote Karte.

Schnatterer zeigte sich wieder einmal nervenstark und verwandelte sicher zum 2:1. Führung und Überzahl gegen das Schlusslicht – das musste aber nun doch reichen. Tat es aber bei weitem nicht. Die FCHler verloren nun vollends den Faden und kassierten in der 85. Minute den Ausgleich. Natürlich war etwas Pech dabei, als Feick den Schuss von Brandon Borrello unhaltbar abfälschte, aber schon zuvor hatten die tapfer kämpfenden Pfälzer ihre Chancen und sich den Ausgleich verdient.

Schnatterer setzt Schlusspunkt

Doch den kuriosen Schlusspunkt setzte der FCH: In der Schlussminute gab es Freistoß und ein wild entschlossener Schnatterer – dessen Standards zuvor alles andere als gut waren – nahm sich vor, aus knapp 40 Metern direkt aufs Tor zu schießen. Dies tat er dann so vehement, dass der FCK-Keeper Sievers sich den Ball ins eigene Netz boxte und der FCH als 3:2-Sieger vom Platz ging.

Trotz großem Kampf wieder kein Punkt, dazu weitere Ausfälle – die „roten Teufel“ konnten einem am Ende leid tun. Doch für Mitleid ist in dieser 2. Liga kein Platz, das zeigt ein Blick auf die Tabelle. Möglicherweis hat der FCH am Ende des Spieltags trotz der beeindruckenden Serie nur zwei oder drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz – erreicht ist noch gar nichts und um vollends unten heraus zu kommen, werden bessere Leistungen als am Freitagabend nötig sein.

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