Fußball-Landesliga Sontheims Schmid wünscht sich einen Sieg zum Abschied

Sontheim / Edgar Deibert 24.08.2018
Der Stürmer läuft am Samstag, 25. August, im Heimspiel gegen Weilheim zum vorerst letzten Mal für Sontheim auf, bevor er für ein halbes Jahr in die USA geht.

Die vergangene Saison war eine der Superlativen für Sontheims Angreifer Philipp Schmid. 44 Tore, 9 Vorlagen, mit dem Gewinn der Meisterschaft und des Bezirkspokals gab's zwei Titel mit der Mannschaft, zudem einen persönlichen als erfolgreichster Torjäger der Bezirksliga. Angebote höherklassiger Vereine lehnte der 24-Jährige zwar ab, nun wird er dem FV aber ein halbes Jahr fehlen.

Am Sonntagmorgen geht's für Schmid nach Minneapolis im Nordosten der USA. Hier absolviert er im Rahmen seines Masterstudiums zum Wirtschaftsingenieur bei „Zeiss“ ein halbjähriges Auslandspraktikum. „Es ist natürlich schade, dass ich so lange weg bin. Aber ich werde mich fit halten, damit ich zur Rückrunde bereit bin“, sagt Schmid.

Das Spiel wurde vorverlegt

Das Heimspiel gegen den TSV Weilheim wurde wegen Schmids Abflug von Sonntag auf Samstag vorverlegt (17 Uhr). Dabei warnt Matthias Mattick vor den Gästen. „Weilheim hat eine konditionell starke und lauffreudige Mannschaft“, sagt der Sontheimer Co-Trainer und verweist auf das Weilheimer Auftaktspiel gegen Weilimdorf. Hier lagen die Weilheimer zwischenzeitlichen mit 1:2 hinten, siegten am Ende aber mit 4:2.

Das erste Saisonspiel verlief für den FV Sontheim dagegen weniger erfolgreich, in Geislingen gab's ein 0:4. Die Niederlage sei zwar verdient gewesen, fiel allerdings zwei Tore zu hoch aus, sagt Matthias Mattick. Dabei seien er und sein Bruder, Spielertrainer Marcus Mattick, mit der Leistung in der ersten Halbzeit „sehr zufrieden“ gewesen. Mit der in der zweiten dagegen überhaupt nicht. Hier fielen auch alle vier Gegentore.

Verletzungsbedingte Auswechslungen

Das erste in der 70. Minute, fünf Minuten nachdem Michael Gansloser verletzungsbedingt vom Platz musste (aufs Knie gefallen). Nachdem auch Daniel Gentner (frisch aus dem Urlaub in der Startelf) und Marcus Mattick (Oberschenkel-Probleme) ebenfalls ausgewechselt werden mussten, kassierten die Sontheimer den vorentscheidenden zweiten Gegentreffer.

„So wichtige Säulen zu ersetzen, ist schwer“, sagt Matthias Mattick, der aber auch das teilweise „schlampige Umschaltspiel“ benennt, bei dem Bälle einfach weggeschlagen wurden. „Wir waren viel zu hektisch“, so der „Co“. Und Stürmer Schmid fügt an: „Vielleicht hatten wir vor Geislingen auch einen Tick zuviel Respekt.“ Beide sind sich einig, dass Geislingen kein normaler Aufsteiger sei, sondern am Ende eher in der vorderen Tabellenregion landen wird.

Umbruch beim TSV Weilheim

Nach der Partie wird es darum gehen, Schmid zu ersetzen, was schwer für den FV Sontheim wird. „So einen Spieler wie Philipp gibt es nicht zweimal“, sagt Matthias Mattick deutlich. Der FVS möchte es intern lösen und die Last auf mehreren Schultern verteilen, erklärt der Co-Trainer.

Gleich mehrere Spieler mussten beim TSV Weilheim vor der Saison ersetzt werden. 17 Spieler gingen, 18 kamen. „Wir stehen vor keiner einfachen Saison, dass ist bei uns jedem bewusst“, sagt daher der neue Trainer Benjamin Geiger. Der 38-Jährige kam von Ligakonkurrenten TSV Bad Boll. Als er sich Mitte März mit Weilheim einig war, sei noch nicht abzusehen gewesen, dass der Verein vor einem großen Umbruch steht.

„Wir haben eine junge Mannschaft mit wenigen Spielern, die über Landesligaerfahrung verfügen“, sagt Geiger. Dies sei Risiko und Chance zugleich. Der Vorteil: Das Team könne unbekümmert aufspielen.

Der 4:2-Heimsieg gegen Weilimdorf zum Ligaauftakt solle seiner Mannschaft Rückenwind geben, hofft der Weilheimer Coach. Schließlich würden auch schwierige Phasen kommen. „Wir wollen zunächst die Euphorie mitnehmen. Mit einem Punkt in Sontheim wären wir sicherlich zufrieden“, sagt Geiger.

Sontheim will anderes Gesicht zeigen

Den morgigen Gegner kenne er zwar nicht gut, ihm seien allerdings Sontheims Torjäger Philipp Schmid und Spielertrainer Marcus Mattick ein Begriff. Darüber hinaus habe Geiger aber einen guten Draht zu Geislingens Trainer Jasko Šuvalić, bei dem er sich Informationen holen könne.

Am Samstag soll die Sontheimer Mannschaft allerdings ein anderes Gesicht zeigen, ein Heimsieg sei angepeilt, sagt Matthias Mattick. Das wünscht sich natürlich auch Philipp Schmid. „Drei Punkte wären ein perfektes Abschiedsgeschenk“, so der Angreifer.

Benjamin Geiger spielte einst mit Frank Schmidt – Jorgo Kentiridis zurück im Training

Zum HSB (damals in der Oberliga) wechselte Benjamin Geiger zur Saison 2004/05 von seinem Stammverein 1. FC Donzdorf und spielte zusammen mit Frank Schmidt und Wolfram Eitel. In der HZ wurde Geiger so beschrieben: „Er gilt als schneller Mann mit sehr viel Übersicht.“

Seinen Vertrag habe er im Juni oder Juli 2004 unterschrieben, dann aber angefangen zu studieren und im September seinen Stundenplan bekommen, erinnert sich der heutige Trainer des Sontheimer Ligakonkurrenten TSV Weilheim, der Lehrer für Sport, Hauswirtschaft und Wirtschaftswissenschaften ist.

Marcus Sorg, damals HSB-Trainer, sei nicht begeistert gewesen, dass Geiger aufgrund der Vorlesungen nur zwei-, statt viermal die Woche trainieren konnte. Da Profi für ihn keine Option war, entschied sich Geiger für die berufliche Ausbildung und ging nach nur einem halben Jahr und acht Einsätzen für den HSB (einmal von Beginn) zurück zum 1. FC Donzdorf.

Jorgo Kentiridis (doppelter Handbruch und Urlaub) ist zurück im Training, ein Einsatz für den 23-Jährigen gegen Weilheim käme aber wohl noch zu früh, sagt Matthias Mattick. Michael Gansloser und Marcus Mattick sind wieder dabei.

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