Fußball Landesliga: Sontheim startet gegen Geislingen

Hallo Landesliga: Der FV Sontheim um Spielertrainer Marcus Mattick (hintere Reihe, Dritter von rechts) peilt den Klassenerhalt an.
Hallo Landesliga: Der FV Sontheim um Spielertrainer Marcus Mattick (hintere Reihe, Dritter von rechts) peilt den Klassenerhalt an. © Foto: ct
Sontheim / Edgar Deibert 17.08.2018
Aufsteiger FV Sontheim wird in kaum ein Spiel als Favorit gehen, sondern als Außenseiter. Daher wäre der Klassenerhalt ein Riesenerfolg. Am Samstag, 18. August, geht’s für den FVS nach Geislingen.

Zwischen Bezirks- und Landesliga liegt zwar nur ein Aufstieg. Manche würden aber sagen Welten. So unternimmt der FV Sontheim den dritten Anlauf innerhalb der letzten neun Jahre, um sich in der Landesliga zu etablieren. Nach den Spielzeiten 2008/09 und 2011/12 stieg der FVS jeweils als Bezirksliga-Meister auf, in beiden Fällen folgte der sofortige Wiederabstieg.

Auf diese Erfahrung möchten die Sontheimer dieses Mal natürlich gerne verzichten. Dabei gilt allerdings erneut: „In der Bezirksliga waren wir der Favorit, nun werden wir der krasse Außenseiter sein“, fasst Marcus Mattick zusammen. Der Sontheimer Spielertrainer glaubt aber auch, dass seine Mannschaft mit dieser neuen Rolle gut zurecht kommen wird. Dies habe man auch in der ersten Runde des WFV-Pokals gegen die Stuttgarter Kickers gesehen. Gegen den Oberligisten zeigte Sontheim eine gute Leistung, musste sich letztlich nur mit 0:1 geschlagen geben.

Das Spiel gegen die Kickers sei der Höhepunkt der Saison gewesen, kein Wunder also, dass Mattick nach der Partie einen kurzen Spannungsabfall bei seinen Spielern bemerkt hat. Dies sei allerdings nur ein kurzfristiger Effekt gewesen, schnell habe der Fokus wieder auf der Ligavorbereitung gelegen.

Am Samstag in Geislingen

Gerne hätte der FV Sontheim am vergangenen Wochenende noch einmal ein Testspiel bestritten, der anvisierte Gegner Mergelstetten habe aber abgesagt (genauso wie der VfL Gerstetten zwei Tage nach dem Spiel gegen die Kickers). Ein schöner Nebeneffekt: „Die Spieler hatten ein freies Wochenende und konnten noch einmal Energie auftanken vor dem Ligaauftakt“, so Spielercoach Mattick.

Dabei bekommt es seine Mannschaft in den ersten drei Ligapartien mit zwei Mitaufsteigern zu tun. Im ersten Saisonspiel ist der FV Sontheim am Samstag, 18. August, beim SC Geislingen zu Gast (15.30 Uhr), seines Zeichens Meister der Bezirksliga Neckar/Fils. Am dritten Spieltag (1. September) geht's für die Sontheimer zum TSV Neu-Ulm, der den Titel in der Bezirksliga Donau/Iller geholt hat. Zwischendurch empfängt der FVS den TSV Weilheim/Teck zum ersten Heimspiel (25. August).

Dabei sei der SC Geislingen kein normaler Aufsteiger, sagt Mattick und verweist dabei auf die letzten Ergebnisse des Vereins aus dem Eybacher Tal. So besiegte Geislingen in einem Testspiel den ambitionierten Verbandsligisten Essingen mit 2:1. Zudem gab's zuletzt in der zweiten Runde des WFV-Pokals einen deutlichen 7:1-Erfolg gegen den Ligakonkurrenten Germania Bargau, der aber wohlgemerkt auf viele seiner Stammspieler verzichtet hat.

Der SC sei in der vergangenen Saison unglücklich aus der Landesliga abgestiegen und habe diesen Fehler mit dem sofortigen Wiederaufstieg schnell korrigiert, erklärt Sontheims Trainer Mattick.

Ähnlich sieht es Jasmin (nur Jasko genant) Šuvalić. Für Geislinger habe sich der Abstieg wie ein Ausrutscher angefühlt, räumt der Trainer des SC ein und fügt ein: „Wenn man so zurückkommt wie wir, könnte man tatsächlich denken, dass es nur ein Ausrutscher war.“ Die Aufstiegssaison sei zwar „schon beeindruckend“ gewesen – der SC Geislingen hatte am Ende 82 Punkte in 32 Spielen geholt und damit 17 Zähler Vorsprung auf Vizemeister Oberensingen – allerdings habe man sich so eine Spielzeit kaum erträumen können. Vielmehr habe der SC einfach wieder in die Landesliga „reinrutschen“ wollen, wie Šuvalić es ausdrückt.

Der Abstieg vor zwei Jahren hätte dabei auch mit infrastrukturellen Maßnahmen zusammengehangen, so wurden eine Soccerhalle und ein Kunstrasenfeld gebaut. Dementsprechend musste wohl dann auch der Spieleretat angepasst werden.

Šuvalić übernahm die Mannschaft am 10. Spieltag der Landesligasaison 2016/17, konnte den Abstieg aber auch nicht verhindern. Doch trotz des Abstiegs konnte der SC Geislingen alle Spieler halten. „Das hat uns zusammengeschweißt“, sagt der 37-Jährige.

Respekt auf beiden Seiten

Trotz der guten Ergebnisse in der Vorbereitung seines Teams erwartet Šuvalić zum Ligaauftakt am Samstag, 18. August, gegen den FV Sontheim ein Spiel auf Augenhöhe. „Wenn eine Mannschaft Meister und Pokalsieger wird, dann weiß ich, dass sie Qualität hat.“ Sontheim wolle sicherlich nicht nur etwas mitkicken, so Šuvalić.

Und beim FV Sontheim? Da habe man durchaus Respekt vor dem Gegner, sagt Marcus Mattick. Allerdings betont der Sontheimer Spielertrainer, dass der morgige Gastgeber sicher auch nicht unschlagbar sei. „Wir möchten etwas zählbares mitnehmen“, so der 28-Jährige. Möglichst früh möchten die Sontheimer punkten – für das Ziel Klassenerhalt. Dieser wäre ein „Riesenerfolg“, sagt Mattick.

René Färber fällt lange aus – Jasko Šuvalić trainierte unter Markus Gisdol

René Färber wird dem FV?Sontheim aufgrund einer Muskelquetschung, die er bereits im Halbfinale des Bezirkspokals gegen Waldhausen erlitten hat (Färber musste in der 7.?Minute vom Feld). Der 25-Jährige spielte danach die Saison zu Ende.

Die beiden Jugendspieler Joshua Leoff (kam im WFV-Pokal gegen den Oberligisten Stuttgarter Kickers 30 Minuten zum Einsatz) und Ruben Ertle – beide aus der A-Jugend – könnten die Lücke schließen, sagt Marcus Mattick. „Die beiden entwickeln sich sehr gut“, so der Spielertrainer.

Dennis Böhm erlitt gegen die Kickers eine schwere Schulterprellung, ist aber gestern wieder ins Training eingestiegen.

Michael Kastler und Baris Aciköz (beide haben eine Bänderverletzung) sind noch keine Alternative.

Jorgo Kentiridis (nach doppelten Handbruch, zudem war der 22-Jährige im Urlaub) soll in der kommenden Woche ins Training wieder einsteigen.

Jasko Šuvalić flüchtete 1992 mit seiner Familie aus Bosnien nach Deutschland, seit 1993 (D-Jugend) ist er beim SC Geislingen. Als Aktiver war der heute 37-Jährige beim Testspiel des SC Geislingen gegen Bayern München dabei. Zudem trainierte Šuvalić von 2002 bis 2005 unter dem gebürtigen Geislinger Markus Gisdol (später Coach von Schalke 04, der TSG?Hoffenheim und

dem Hamburger SV).

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