Relegation Kreisliga A3: TKSV Giengen oder TSV Gussenstadt?

Es ist wieder Relegationszeit – und das garantiert auch in den unteren Ligen Zuschauerzahlen im hohen dreistelligen Bereich. So könnte es auch beim Duell zwischen TKSV Giengen und TSV Gussenstadt in Herbrechtingen aussehen.
Es ist wieder Relegationszeit – und das garantiert auch in den unteren Ligen Zuschauerzahlen im hohen dreistelligen Bereich. So könnte es auch beim Duell zwischen TKSV Giengen und TSV Gussenstadt in Herbrechtingen aussehen. © Foto: Jennifer Räpple
MATHIAS OSTERTAG 10.06.2015
Im Relegationsspiel um den letzten freien Platz in der Kreisliga A 3 treffen am Freitagabend in Herbrechtingen der TKSV Giengen und der TSV Gussenstadt aufeinander (Anstoß 18.30 Uhr). Gerade der TKSV weiß, wie Relegation geht. Im Vorjahr stieg das Team nach einem 3:0 gegen die TSG Giengen in die nächsthöhere Liga auf.

Den meisten Spielern des Türkischen Kultur- und Sportvereins muss es vorkommen wie ein immer wiederkehrendes Ereignis: wieder Relegation, wieder Herbrechtingen als Spielort, wieder ein Gegner mit „G“. Am Freitag kämpft das junge Team von Savas Tunceli, der nach schwachem Saisonstart das Amt von Mohammad Yousefi übernahm, gegen den TSV Gussenstadt, Zweiter der Kreisliga B 5, um den Klassenerhalt. Und der TKSV-Trainer ist optimistisch, das auch zu schaffen. „Die Chancen stehen 50:50, aber wir sind sehr gut auf das Match vorbereitet“, sagt er.

Zur Erinnerung: Im Vorjahr spielte der TKSV Giengen eine starke Runde in der B 5, sicherte sich hinter Direktaufsteiger SV Mergelstetten Tabellenplatz zwei und damit die Berechtigung zur Teilnahme an der Relegation. Dort traf man auf die TSG Giengen, die sich nach einer Saison der Querelen (nicht einsatzberechtigter Spieler, mehrere Trainerwechsel) gerade noch auf den Relegationsplatz retten konnte.

Im Relegationsspiel in Herbrechtingen nahm dann der TKSV das Heft in die Hand und setzte sich furios mit 3:0 durch. In der neuen Liga tat sich das junge Team in der vergangenen Saison dann aber deutlich schwerer, punktete zu Beginn kaum und fing sich erst nach dem Trainerwechsel auf Tunceli. Immerhin gab es einige beachtliche Erfolge. Der TV Steinheim zum Beispiel, als Tabellenzweiter nun in der Relegation zur Bezirksliga, wurde in beiden Partien geschlagen. „Es fehlte einfach in vielen Situationen an der nötigen Erfahrung, vor allem wenn wir in Rückstand gerieten“, sagt Tunceli.

Eine Rückkehr in die unterste Fußballklasse im Bezirk hat der TKSV eigentlich nicht eingeplant. „Wir wollen am Freitag als Sieger vom Platz gehen“, kündigt Tunceli deshalb an. Man habe großen Respekt vor Gussenstadt, das mit einem ebenfalls jungen Team eine überzeugende Saison gespielt habe. „Das sieht man daran, dass sie der TSG Giengen lange Paroli bieten konnten.“

Erst im direkten Duell der beiden Spitzenteams habe sich die größere Erfahrung des Giengener Konkurrenten gezeigt, so der TKSV-Coach. Selbst habe man praktisch seit Beginn der Saison um den Klassenerhalt gekämpft und nun mit dem Relegationsplatz das Minimalziel erreicht. „Jetzt gilt es, die letzte Chance zu ergreifen. Wir sind gerüstet.“

Widerspruch erntet er dafür von Seiten des Gegners. Den zweiten Platz in der Kreisliga B 5 hatte der TSV Gussenstadt von Beginn an im Visier. Zu stark schien der Konkurrent aus Giengen, erst durch die überraschende Niederlage gegen Mergelstetten II schöpfte das Team von Harald Burger Hoffnung, mit einem möglichen Sieg im direkten Duell am vorletzten Spieltag die Tabellenführung zu übernehmen. Doch die 0:5-Heimschlappe machte diesem Ansinnen einen Strich durch die Rechnung – und Gussenstadt stand wieder dort, wo es sich selbst erwartet hatte. „Wir können in der Relegation mithalten“, ist Harald Burger überzeugt.

Wie das klappen soll? Mit einer konzentrierten Offensivleistung und einer kompakten Defensive zum Beispiel. 91 Tore hat der TSV in der abgelaufenen Runde erzielt, neben der TSG Giengen waren hier nur der SV Auernheim und der SV Eglingen-Demmingen besser. Defensiv stand das Team aber hervorragend, bei 22 Gegentoren war lediglich Aufsteiger Giengen (17) besser. Die Defensive als Schlüssel zum Erfolg?

„Aber sicher“, sagt Burger. Die Rückrunde lief für den TSV Gussenstadt vielversprechend, bis auf die deutliche Niederlage gegen Giengen gab es nur noch zwei Unentschieden gegen Eglingen-Demmingen und zuletzt gegen Auernheim. Ganze zehn Gegentore mussten die Gussenstadter in der Rückrunde hinnehmen – und wenn man die fünf gegen Giengen abzieht, weiß man, wo die Stärken des Teams liegen. „Wenn man hinten sauber bleibt und vorne vielleicht mal einen Standard verwertet, dann kann dieses Tor schon die Entscheidung bringen“, sagt Harald Burger.

Für das Relegationsspiel ist der Gussenstadt-Coach entsprechend optimistisch. „Wir haben nichts zu verlieren und wollen gewinnen“, sagt er. Man verspüre keinen Druck, habe das Saisonziel erreicht und freue sich nun auf das Duell mit TKSV Giengen. „Ein Spiel vor großer Kulisse, das kommt für uns als kleiner Dorfverein nicht alltäglich vor.“

Aus seiner Sicht sei der unterklassige Verein, also Gussenstadt, in der Relegation immer Außenseiter, man wolle die Chance aber auf keinen Fall einfach so hergeben. „Für uns ist das alles eine tolle Geschichte und ich rechne auch mit einigen Fans, die uns nach Herbrechtingen begleiten“, hofft Burger. Und wenn es nicht klappt mit dem Aufstieg? „Dann geht die Welt auch nicht unter.“

Eine Video-Zusammenfassung des Spiels gibt es am Samstag unter www.hz-online.de/videos

Info Den Liveticker des Spiels gibt es HIER.