FCH Julius Reinhardt ist der „Wunschspieler“ aus Offenbach

Vom Main an die Brenz: Mittelfeldspieler Julius Reinhardt trägt ab sofort das FCH-Trikot.
Vom Main an die Brenz: Mittelfeldspieler Julius Reinhardt trägt ab sofort das FCH-Trikot. © Foto: Eibner
Heidenheim / THOMAS GRÜNINGER 13.06.2013
Fußball-Drittligist 1. FC Heidenheim hat einen weiteren Neuzugang an Land gezogen: Julius Reinhardt von Zwangsabsteiger Offenbacher Kickers unterschrieb am Donnerstag einen Drei-Jahres-Vertrag.

„Wir haben sehr um ihn gekämpft. Er war unser Wunschspieler“, freute sich Geschäftsführer Holger Sanwald. Reinhardt, der vorzugsweise auf der Sechser-Position agiert, ist nach Sven Sökler, Lukas Kohler (beide Saarbrücken), Philipp Heise (Münster), Sebastian Griesbeck (Ulm) und Timo Beermann (Osnabrück) der sechste Neuzugang für die kommende Saison.

„Damit“, so Sanwald, „haben wir unsere Hausaufgaben weitgehend gemacht.“ Allenfalls für den Fall, dass die lange verletzten Angreifer Patrick Mayer und Andreas Spann noch Zeit bräuchten, um wieder voll einsatzfähig zu sein, könnte noch ein weiterer Stürmer hinzukommen. Doch davon ist derzeit eher nicht auszugehen. „Paddy fühlt sich gut, und Andy wird sofort voll ins Mannschaftstraining einsteigen“, hofft auch Sanwald für die beiden Rekonvaleszenten.

Gestern trafen sich die Spieler auf dem Giengener Schießberg zur Leistungsdiagnostik mit Laktattest, heute (10 Uhr) wird in Zang die erste Trainingseinheit absolviert. Sämtliche Spieler des neuen Kaders nehmen daran teil – bis auf Neuzugang Timo Beermann. Der Innenverteidiger wird erst am Montag zur Mannschaft stoßen, weil er aufgrund der Relegationsspiele mit seinem Ex-Klub Osnabrück noch ein paar Tage länger Urlaub erhielt.

Auch Julius Reinhardt war gestern bereits bei der Leistungsdiagnostik dabei. Sein Wechsel nach Heidenheim konnte nur zustandekommen, weil sein bisheriger Verein Offenbach keine Drittliga-Lizenz erhielt. „Ich hatte noch einen laufenden Vertrag bei den Kickers“, sagte er gestern nach der Vertragsunterzeichnung in Heidenheim.

Der FCH hatte kurz vor dem Ende der vergangenen Saison erstmals mit Reinhardt telefoniert. Das sportliche Konzept hat den Sachsen überzeugt. „Das ist ein solider und gut geführter Verein, der Perspektiven hat. Es wird auf nationaler Ebene positiv über Heidenheim gesprochen“, zeigte sich der Neuzugang überzeugt, der wegen eines Sehnenanrisses übrigens beim Saisonfinale der Offenbacher in Heidenheim fehlte. Wie der ebenfalls aus Chemnitz stammende Tim Göhlert besuchte auch Reinhardt das Sportgymnasium seiner Geburtsstadt. Dass er beim FCH gleich einen Dreijahresvertrag unterschrieb, spreche für das gegenseitige Vertrauen zwischen Klub und Spieler. „Ich kann mir sportlich auf jeden Fall eine erfolgreiche Zeit hier vorstellen.“

Davon ist auch Holger Sanwald überzeugt. „Wir kennen ihn schon aus seiner Zeit in Braunschweig. Er ist sehr spielstark, verfügt über ein sehr gutes Passspiel und ist stark bei Standards. Damit passt er in unser Anforderungsprofil, um Marc Schnatterer im Mittelfeld entlasten zu können“, so der FCH-Geschäftsführer.

Insgesamt sieht Sanwald jetzt eine „gute Mischung“ im neuen Heidenheimer Kader. Junge und erfahrene Akteure „im besten Fußballalter“ wurden hinzugeholt. „Es ist viel Qualität und viel Druck im Kader“, sagt Sanwald. Bei der Formulierung eines Saisonziels hielt er sich dennoch zurück: „Unsere ersten Ziele sind eine gute Vorbereitung und ein erfolgreicher Start. Danach sehen wir weiter.“

Wer die neue Mannschaft in Aktion sehen möchte, hat am bevorstehenden Wochenende mehrfach Gelegenheit dazu. Am Samstag bestreitet der FCH sein erstes Testspiel in Bartholomä (16.30 Uhr). Am Sonntag präsentiert sich der Verein dann beim Schlossberg-Erlebnistag. Ab 10 Uhr ist das Stadion geöffnet, es werden Führungen durch die Voith-Arena angeboten.

Zudem beginnt an diesem Tag der Dauerkarten-Vorverkauf für Zuschauer, die bereits in der vergangenen Saison eine Dauerkarte hatten (Vorkaufsrecht bis 30. Juni, danach freier Verkauf). Um 12 Uhr steht die Mannschaft für Autogramm-Wünsche bereit; allerdings sollten Interessenten die zu unterschreibenden Utensilien selbst mitbringen, da neue Autogrammkarten noch gar nicht gedruckt sind. Um 17 Uhr tritt der FCH dann in Sontheim/Brenz zu einem Benefizspiel gegen eine Brenztal-Auswahl an.