FCH Joker Tim Skarke sorgt für späten 1:0-Sieg

18.10.2015
Es bleibt dabei: Der 1. FC Heidenheim ist in der heimischen Voith-Arena eine Macht. Der 1:0-Erfolg am Sonntag gegen den MSV Duisburg bescherte bereits die Punkte 12, 13 und 14 vor eigenem Publikum. Für den Siegtreffer sorgte dabei der 19-jährige Youngster Tim Skarke in der 83. Minute.
Späte Glücksmomente ist man in diesem Jahr in der Voith-Arena gewöhnt. Auch gegen 1860 München (86. Minute) und gegen Fortuna  Düsseldorf (77.) musste sich das Publikum bei den Erfolgserlebnissen zu den jeweiligen 1:0-Siegen in Geduld üben. Zudem fiel gegen Kaiserslautern der spielentscheidende Treffer zum 3:1 ebenfalls erst in Richtung Feierabend – in der 86. Minute.

Am Sonntag gegen den MSV Duisburg deutete schon vieles auf ein torloses Ergebnis (und damit auf den ersten Auswärtspunkt für die „Zebras“) hin. Dann fasste sich das 19-jährige Eigengewächs Tim Skarke nach einem Querpass von Robert Leipertz ein Herz und zog von der Strafraumkante mit einem mustergültigen Fernschuss ab.

Der etwas glückliche, nach Ansicht von Frank Schmidt aber nicht unverdiente Heimsieg wahrte die imposante Bilanz in der heimischen Voith-Arena. Seit dem 10. April dieses Jahres (1:0-Sieg des späteren Bundesliga-Aufsteigers Ingolstadt) wissen die Heidenheimer nicht mehr, wie sich eine Heimpleite anfühlt.



Auch der Blick auf die aktuelle Tabelle lässt das Herz der FCH-Fans hüpfen. Als Vierter rangiert Heidenheim nur einen Zähler hinter Leipzig (Relegationsplatz) und nur deren zwei hinter Bochum (direkter Aufstiegsplatz). Erfahrungsgemäß wird man diese Tatsache auf dem Schlossberg als „Momentaufnahme“ abtun, aber eine gewisse Aussagekraft hat das Ranking nach dem elften Spieltag schon.

19 Punkte hat der FCH auf dem Konto, also schon knapp die Hälfte der angepeilten 40 Zähler, die zum Klassenerhalt reichen würden. Und dabei sind noch sieben Vorrundenpartien zu bestreiten. Trotz dieser erfreulichen „Übersoll-Produktion“ darf man freilich auch bemerken, dass gegen Duisburg nicht alles Gold war, was glänzte. Der FCH begann gegen das auswärtsschwache Schlusslicht (fünf Spiele, fünf Niederlagen) ganz gut, hatte die deutlich größeren Spielanteile und erspielte sich gute Chancen.

Allein Andreas Voglsammer hätte dem FCH zu drei Treffern verhelfen können, verfehlte das Tor aber jeweils knapp. Norman Theuerkauf (kam nach einer Ecke von Marc Schnatterer mit dem Kopf nicht mehr richtig an den Ball) und Sebastian Griesbeck (Schuss wurde geblockt) waren ebenfalls erfolglos. So etwas kann sich schnell rächen.

Nach einer halben Stunde kamen die Duisburger besser ins Spiel, ohne allerdings bis zur Pause gefährlich vors Tor der Gastgeber zu kommen. Dem FCH muss man vorwerfen, dass er die Meidericher selbst stark machte, gestattete ihnen im Mittelfeld zu viel Platz und lief nun Gefahr, den guten Eindruck der Startphase vergessen zu machen. „Wir hätten es einfacher haben können“, bekannte Schmidt nach dem Spiel und ärgerte sich über die ausgelassenen Tormöglichkeiten. Denn nach Seitenwechsel entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, auch die Gäste von der Wedau hatten nun mehrere Möglichkeiten, in Führung zu gehen.



Der Nigerianer Kingsley Onuegbu, der mit seinem Landsmann Victor Obinna die MSV-Sturmspitze bildete, vergab die größte, als er nach einem Heber in den Strafraum den Ball nicht mehr kontrolliert traf. Zuvor hätte aber auch Dennis Grote nach einem Patzer von FCH-Rechtsverteidiger Ronny Philp treffen können (57.). Auf Heidenheimer Seite vergab Marc Schnatterer nach Doppelpass mit Robert Leipertz freistehend vor MSV-Keeper Michael Ratajczak aus allerdings ungünstigem Winkel (56.).

Bereits zur Pause hatte Schmidt etwas überraschend Youngster Tim Skarke für den gelb-rot-gefährdeten Ben Halloran gebracht – und der lohnte ihm den Joker-Einsatz mit dem Tor des Tages. Skarke, der bei der TSG Nattheim seine ersten Gehversuche als Fußballer tat, habe in den vergangenen Wochen eine „enorme Entwicklung“ durchgemacht und war im jüngsten Testspiel gegen Vaduz an drei Toren beteiligt.

„Diese Mentalität, dieser Glaube an den Sieg, den meine Mannschaft auszeichnet, ist einfach großartig“, bekannte Schmidt. Trotz der vergebenen Chancen habe sein Team „mit erhobenem Kopf und breiter Brust“ immer an sich geglaubt. Mit dieser Mentalität sollte der FCH auch am Sonntag bei Eintracht Braunschweig nicht chancenlos sein.

Allerdings dürfte ein ähnlich verschwenderischer Umgang mit Tormöglichkeiten wie am Sonntag in der ersten halben Stunde nicht jede Woche ungestraft bleiben. „Das ist bitter. Wir hätten hier etwas holen können“, meinte Duisburgs Trainer Gino Lettieri am Ende – und lag mit dieser Einschätzung sicherlich nicht ganz daneben.

Info Die Stimmen zum Spiel gibt es HIER.