Fußball Jan Zimmermann kehrt mit Eintracht Frankfurt für einen Abend zurück

Klare Rangfolge: Jan Zimmermann (rechts) musste bislang dem Finnen Lukas Hradecky (links) im Tor der Frankfurter Eintracht stets den Vortritt überlassen. Das wird wohl auch morgen in Heidenheim so sein.
Klare Rangfolge: Jan Zimmermann (rechts) musste bislang dem Finnen Lukas Hradecky (links) im Tor der Frankfurter Eintracht stets den Vortritt überlassen. Das wird wohl auch morgen in Heidenheim so sein. © Foto: Eibner
Fußball / Thomas Grüninger und Thomas Jentscher 19.12.2017
Heidenheims früherer Torhüter kehrt morgen mit Eintracht Frankfurt für einen Abend zurück – wird im DFB-Pokalspiel aber wohl nicht zum Einsatz kommen.

Zwischen 2014 und 2016 bestritt Jan Zimmermann 56 Zweitligaspiele für den FCH. Dann wechselte er überraschend zum TSV 1860 München und verlor dort seinen Stammplatz im Tor nach 13 Spieltagen an Stefan Ortega.

Als „extrem intensiv“ hat der 32-Jährige das vergangene Jahr erlebt. Erst stiegen die „Löwen“ nach einer 0:2-Niederlage im zweiten Relegationsspiel gegen Jahn Regensburg aus der 2. Liga ab. Dann gab Investor Hasan Ismaik bekannt, dass er die notwendigen zehn Millionen Euro für eine Drittliga-Lizenz nicht zur Verfügung stellt, was der Keeper im Urlaub auf Sardinien erfuhr.

Für Zimmermann gab es in München keine Zukunft mehr, dafür aber bei Bundesligist Eintracht Frankfurt. Sein Ex-Verein, bei dem er schon als Jugendtorwart aktiv war und zwischen 2005 und 2009 fünf Bundesligaspiele absolvierte, holte ihn zurück.

Allerdings ist „Zimbo“ am Riederwald die Nummer zwei hinter dem Finnen Lukas Hradecky und kam in dieser Saison noch zu keinem Pflichtspiel-Einsatz für die Eintracht. Dennoch freut sich Zimmermann auf das Wiedersehen morgen Abend mit den ehemaligen Mannschaftskameraden aus Heidenheim.

In Heidenheim war es lange Zeit üblich, dass im DFB-Pokal die Nummer zwei der Torhüter zum Einsatz kommt – ist das bei Eintracht Frankfurt vielleicht auch so?

Der Trainer hat sich vor der Saison auf eine Nummer eins festgelegt und rotiert daher auch im Pokal nicht.

Freuen Sie sich trotzdem auf die Rückkehr und wie sind denn noch eineinhalb Jahre nach dem Abschied noch die Kontakte zum FCH?

Selbstverständlich freue ich mich auf die Rückkehr, ich hatte eine wirklich schöne Zeit in Heidenheim. Mit vielen bin ich auch noch im regen Austausch, daher wird es schön die bekannten Gesichter wieder zu treffen. Außerdem bin ich natürlich voller Vorfreude auf das Spiel.

Nach ihrem Weggang waren Sie nur kurzzeitig bei 1860 München die Nummer eins, jetzt sind Sie bei einem Erstligisten, aber nicht als Stammtorhüter – wie fällt ihre Bilanz der letzten eineinhalb Jahre aus?

Die Zeit war sicher sehr ereignisreich, aber nichtsdestotrotz bin ich sehr glücklich, dass alles so gekommen ist. Hier in Frankfurt fühle ich mich sehr wohl. Von daher fällt mein Fazit insgesamt sehr positiv aus.

Wie gestaltet sich das Engagement bei einem renommierten Bundesligaklub, lassen sich die Klubs aus Darmstadt, Heidenheim oder die Sechziger mit der Eintracht vergleichen?

Grundsätzlich ist es extrem schwer, Vereine miteinander zu vergleichen, da jeder Klub seine eigene Identität hat, seinen eigenen Charakter. Außerdem ist das Umfeld jeweils ein anderes sowie die Gegebenheiten und natürlich die Liga. Daher wäre ein Vergleich nicht gerecht. Ich kann aber sagen, dass ich mich bei allen Vereinen sehr wohl gefühlt habe und keine meiner Stationen missen möchte.

Frankfurt legt bisher eine sehr gute Saison hin, hat da der FCH am Mittwoch überhaupt den Hauch einer Chance?

Der Pokal hat ja bekanntlich seine eigenen Gesetze. Das Spiel geht mit 0:0 los – der FCH wird uns einen heißen Tanz bieten. Trotzdem glaube ich daran, dass wir uns am Ende durchsetzen und eine Runde weiterkommen werden.

Wie lange läuft Ihr Vertrag bei der Eintracht und was haben Sie sich für Ihre sportliche Karriere noch vorgenommen?

Ich habe noch eineinhalb Jahre Vertrag. Und natürlich haben sich meine sportlichen Ziele nicht geändert – ich arbeite jeden Tag an mir und möchte mich immer weiter entwickeln. Wenn der Tag X kommt, bin ich vorbereitet. Aber ich kann dem Team auch anderweitig helfen – als Spieler und auch als Persönlichkeit.

Die Zeit beim 1. FC Heidenheim wird auch immer mit dem besonderen Ereignis auf St. Pauli, der glücklichen Entdeckung und erfolgreichen Behandlung Ihres Tumors im Kopf verbunden sein. Wie geht es Ihnen mittlerweile?

Mir geht es blendend. Ich bin gesund und freue mich jeden Tag, dass ich meinen Beruf, meinen Sport ausüben kann. Der Tag war ein sehr einschneidendes Erlebnis, das ich mit diesem Ausgang nicht missen möchte. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich das Leben jetzt noch viel bewusster leben und jeden Tag glücklich sein kann.

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