Heidenheimer Fußballerinnen bekommen vier Neuzugänge

Einer von vier Neuzugängen bei den Heidenheimer Fußballerinnen: Simone Weißenburger soll vor allem den Spielaufbau beim FFV verstärken.
Einer von vier Neuzugängen bei den Heidenheimer Fußballerinnen: Simone Weißenburger soll vor allem den Spielaufbau beim FFV verstärken.
thomas jentscher 14.02.2012
Der neue Heidenheimer Frauenfußballverein kann auf seine erste Halbsaison zurückblicken. Das Fazit fällt positiv aus, und die FFV-Damen hoffen weiterhin, schon im ersten Jahr den ersten Aufstieg feiern zu dürfen. Dabei helfen sollen vier zum Teil vielversprechende Neuzugänge zur Winterpause.

Nach der Hälfte der Spielzeit in der Landesliga belegt der FFV Heidenheim punktgleich mit dem Zweiten SV Hegnach (jeweils 29) Rang drei, nur einen Zähler mehr auf dem Konto hat Spitzenreiter SpVgg Stuttgart-Ost. Auch der TSV Güglingen (28) hat noch alle Chancen, so erwartet Rainer Schaller, der sportliche Leiter des FFV, in der Rückrunde auch einen Vierkampf um Meisterschaft und Aufstieg.

Dabei ist Schaller mit der Hinrunde sehr zufrieden. „Es war mit den vielen neuen Spielerinnen ja keine einfache Situation, da galt es erst einmal, die Positionen zu finden. Außerdem bekam die Mannschaft am dritten Spieltag einen neuen Trainer“, sagt der sportlicher Leiter, der jetzt eine gute Mischung und ebenso gute Stimmung im Team sieht. Bemerkenswert ist, dass die Heidenheimerinnen mit nur 16 Gegentreffern die beste Abwehr der Liga stellen, obwohl mit Carolin Gröner und Christina Hauser zeitweise beide Torhüterinnen ausfielen und einmal sogar eine Feldspielerin zwischen den Pfosten stand. Beim FFV hofft man nun auf eine Rückkehr der etatmäßigen Torhüterinnen bis zum Wiederbeginn am 18. März mit dem Heimspiel gegen Dürrenzimmern.

Dann sind vielleicht auch einige der vier Neuen beim FFV am Ball. Zur Winterpause kam Simone Weißenburger vom TB Neckarhausen. Die 23-Jährige Mittelfeldakteurin war beim Oberligisten Stammspielerin und soll vor allem den Spielaufbau der Heidenheimerinnen verstärken. Eine Torjägerin ist Sina Süß, die vom Verbandsligisten Neckarau nach Heidenheim wechselte und hier an der DH studiert. Die 19-Jährige gilt als großes Talent und spielte bereits bei der TSG Hoffenheim in der 2. Liga, ehe eine schwere Verletzung sie zurückwarf.

Mit der 18-jährigen Kim Idem vom VfB Oldenburg kommt eine weitere Mittelfeldspielerin dazu, als Verstärkung für die U 17 holten die Heidenheimer Ngoc Ngyuen Minh vom TSV Crailsheim. Die 16-Jährige wird aber vielleicht auch Einsätze in der Frauenmannschaft bekommen. Allerdings stehen auch vier Abgänge gegenüber: Yvonne Hemauer und Fabiola Hopp wechseln zum TSV Albeck, Romana Stampf zu Athletic Nördlingen und Sabrina Maier verabschiedet sich wegen eines Auslandsaufenthalts. Eine Änderung gibt es auch im Trainerteam, Roland Bauer wird künftig von Birgit Seidenleder, die für Crailsheim in der 2. Liga spielte, als Co-Trainerin unterstützt.

Insgesamt verspricht sich Schaller damit eine weitere Steigerung des Niveaus und blickt optimistisch auf die zweite Saisonhälfte. „Wenn wir weitgehend verletzungsfrei bleiben, bin ich recht zuversichtlich, dass es zum Aufstieg reicht. Wir könnten in der Verbandsliga sicher auch im vorderen Drittel mitspielen.“ Dies gilt allerdings wohl auch für die Konkurrenz, und von den vier Spitzenteams der Landesliga steigt am Ende nur der Meister auf.

Die Heidenheimerinnen wollen jedenfalls alles für eine erfolgreiche Rückrunde tun und begannen bereits diese Woche mit der Vorbereitung. Zunächst wird an der Grundlagen-Ausdauer gearbeitet, später sind unter anderem Testspiele gegen den FC Memmingen und den SV Weinstadt vorgesehen. Auch an gemeinschaftlichen Aktionen soll es nicht fehlen, so ist die Mannschaft vom 24. bis 26. Februar beim FFC Frankfurt zu Gast, absolviert dort ein Mini-Trainingslager und besucht ein Bundesligaspiel.

Was das Gesamtprojekt „Frauenfußball in Heidenheim“ betrifft, sieht Schaller den Verein auf einem guten Weg. „Wir sind weiter als gedacht, mit beiden Teams vorn dabei.“ Noch besser als bei den Damen läuft es ja beim B-Jugend-Team, das trotz 16 Neuzugängen keine Einspielphase benötigt, mit acht Siegen in acht Spielen sowie 110:2 Toren die Bezirksstaffel anführt und souverän Hallenbezirksmeister wurde. Auch für die U 17 gibt es weitere Verstärkungen, der Aufstieg ist fest eingeplant.

Der FFV steht aber auch vor großen Herausforderungen. An erster Stelle steht hier die Spielstätte, der Platz im Waibertal erfüllt kaum die Anforderungen und birgt zu viel Verletzungsgefahr in sich. Außerdem fehlt es am jüngeren Nachwuchs, der Verein will deshalb auf die Schulen zugehen und Mädchen im C- und D-Jugend-Bereich für den Fußballsport begeistern. Nachgedacht wird auch über eine Kooperation mit einem Kreisverein. Die Aufgaben gehen sicher nicht aus, die Vision „Bundesliga 2020“ lebt aber weiter.