Heidenheim FFV Heidenheim: Mit jungem Team die Favoriten ärgern

Wollen in der am Sonntag startenden Verbandsliga-Saison gerne die Favoriten ärgern: die FFV-Fußballerinnen Dominique-Michelle Ziegler (graues Trikot, links) und Laura Szatzker.
Wollen in der am Sonntag startenden Verbandsliga-Saison gerne die Favoriten ärgern: die FFV-Fußballerinnen Dominique-Michelle Ziegler (graues Trikot, links) und Laura Szatzker. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Mathias Ostertag 06.09.2018
Der klassenhöchsten Frauenfußballerinnen im Kreis Heidenheim wollen in der am Wochenende beginnenden Verbandsliga-Saison mit einem sehr jungen Team die Favoriten ärgern.

Die vergangene Saison endete mit einem nicht ganz zufriedenstellenden Mittelfeldplatz in der Abschlusstabelle der Verbandsliga – es war auf jeden Fall eine lehrreiche für die Kickerinnen des Frauenfußballvereins (FFV) Heidenheim. Nicht nur hatten die Verantwortlichen ein deutlich ambitionierteres Saisonziel als Platz acht ausgegeben.

Auch über die langfristigen Ziele war man sich offenbar uneins, weshalb der sportliche Leiter Peter Hornetz Anfang Mai seinen Hut nahm. „Unterschiedliche Auffassungen über zukünftige Investitionen im sportlichen Bereich und verschiedene Vorstellungen hinsichtlich sportlicher Ausrichtung und Zielsetzung für die Zukunft“, hatte der FFV Heidenheim damals in einer Pressemitteilung als Beweggründe für Hornetz´ Rückzug angeführt.

Trainer Harald Fronmüller bestätigt das gegenüber der HZ: „Peter hatte den Plan, das Ganze professioneller auszurichten und die Ziele viel höher anzusetzen. Dazu gibt es aber in Vorstand und auch im Trainerteam andere Auffassungen, etwa auch im Hinblick auf die finanziellen Möglichkeiten.

Deshalb hat er von sich aus angeboten, sein Amt zur Verfügung zu stellen.“ Man sei nicht im Streit auseinander gegangen, die unterschiedlichen Zielsetzungen hätten aber nicht zueinander gepasst. „Ich hatte und habe ein gutes Verhältnis zu Peter. Und das soll so bleiben“, sagt Fronmüller.

„Schönen Fußball spielen“

Was sind nun aber die sportlichen Ziele der FFV-Verantwortlichen? In erster Linie einmal, mit dem nach wie vor sehr jungen Team (Durchschnittsalter 17,88 Jahre, Spielführerin Verena Hörger ist mit 22 Jahren quasi der „Oldie“ im Team) „schönen Fußball spielen und dabei die gesetzten Ziele nicht aus den Augen verlieren. So heißt es auf der „Fupa“-Homepage des Vereins. Oder wie es Harald Fronmüller ausdrückt: „Wir wollen unsere Hausaufgaben erledigen.“

Vor allem will man sich nicht von dem Weg abbringen lassen, durch gute und nachhaltige Jugendarbeit die künftigen Spielerinnen des Frauenteams selbst zu formen. „Wir sind die Anlaufstelle für Talente aus der Region. Und diesen wollen wir auch künftig die Chance geben“, so Fronmüller.

Was so viel heißt wie: in der am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den VfL Herrenberg (Anstoß 12 Uhr, Kunstrasenplatz Waldsiedlung Königsbronn) startenden Verbandsliga-Saison will der FFV so oft es geht die Favoriten ärgern und die unnötigen Fehler abstellen, die in der Vorsaison etliche Punkte gekostet haben. „Es waren oft nur kleine Unkonzentriertheiten, die zu Gegentoren geführt haben“, so Fronmüller. Das habe aber schon gereicht, den Platz in vielen Fällen als Verlierer zu verlassen.

Auch die teils miserable Chancenverwertung wolle man verbessern. „Was haben wir davon, wenn uns die gegnerischen Trainer nach Spielende zur guten Leistung gratulieren, wir aber nicht gewonnen haben?“, so der 47-Jährige. Man habe vergangene Saison Lehrgeld gezahlt. „Spielerisch und taktisch gehören wir mit Sicherheit zu den besten Teams der Liga.“

Die Testspielergebnisse in der Vorbereitung geben dem FFV-Coach durchaus recht: abgesehen von einem 1:5 gegen den klassentieferen Landesligisten TV Jebenhausen (unmittelbar nach Wiedereinstieg in die Vorbereitung) und einer 0:3-Niederlage gegen den Bayernligisten TSV Frickenhausen, konnten zuletzt die Duelle gegen den bayerischen Bezirksoberligisten FC Augsburg, den SV Ebnat und Normannia Gmünd allesamt gewonnen werden. Am vergangenen Wochenende besiegten die FFV-Frauen zudem in der ersten Runde des WFV-Pokals mit 2:1 den Landesligisten TSV Wendlingen.

Zweigeteilte Vorbereitung

Einen neuen Ansatz hat der FFV für die Vorbereitung auf die neue Saison gewählt. Erstmals wurden die Trainingswochen zweigeteilt, unterbrochen von einer zehntägigen Urlaubsphase. „Andere höherklassige Teams machen das ähnlich. Wir haben das frühzeitig kommuniziert um zu vermeiden, dass ständig eine andere Spielerin im Urlaub ist“, zeigt sich Harald Fronmüller überzeugt von dem Konzept.

Personell hat sich beim FFV Heidenheim relativ wenig getan. Schon zur Winterpause waren gleich mehrere Spielerinnen der U 17 in den Kader aufgerückt, im Sommer kamen weitere dazu. Der einzige externe Neuzugang ist Mittelfeldspielerin Antonia Heybach von Normannia Gmünd. Bei den Abgängen wiegt vor allem der Wechsel von Maren Michelchen zur dritten Mannschaft des Bundesliga-Spitzenteams 1. FFC Frankfurt schwer. Die 18-Jährige beginnt ein Studium in Wiesbaden und hat sich deshalb zu einem Wechsel entschieden.

Seit 2011 ein Frauenfußballverein in Heidenheim

Es mag manchem vielleicht schon länger vorkommen, aber tatsächlich gibt es den Frauenfußballverein (abgekürzt FFV) Heidenheim erst seit dem Jahr 2011. Im Februar vor sieben Jahren wurde der Verein aus der Taufe gehoben, einer der Gründungsväter ist der heute der amtierende Präsident Georg Michelchen.

Die Vision des damals neugegründeten Vereins, der sich aus der Frauenfußballabteilung des SV Mergelstetten herausgebildet hat, den Frauenfußball in Heidenheim leistungsorientierter weiterzuentwickeln.

Das hat man in den vergangenen Jahren zumindest insoweit geschafft, dass dem FFV nach zuvor zwei vergeblichen Anläufen, im Sommer 2014 der Aufstieg von der Landes- in die Verbandsliga gelang. Mit weiteren Aufstiegen hat es bisher noch nicht geklappt, langfristig soll aber der Sprung in die Oberliga drin sein

Verabschiedet hat man sich aber von der einst formulierten Vision „Bundesliga 2020“. Vielmehr will man beim FFV nachhaltig arbeiten, das nach wie vor sehr junge Team weiterentwickeln.

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